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IuK-Technik

Modellhafte Firmenentwicklung im IPW

CrysTec Kristalltechnologie wird vom Mieter zum Eigentümer und errichtet markanten Neubau

Ein Unternehmen im Innovationspark Wuhlheide (IPW)

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Aus: INNOTECH 1-2003

Wenn Technologie-Firmen in der Nische ihren Markt gefunden haben und der Absatz kontinuierlich oder gar sprunghaft wächst, werden in der Regel die Räumlichkeiten der Start-Phase zu klein. Die Anmietung weiterer Räume am Standort oder der Umzug an eine neue Lokation sind die häufigsten Konsequenzen. Im Innovationspark Wuhlheide wurde im Fall CrysTec Kristalltechnologie GmbH ein neuer Weg beschritten. In beispielhafter Zusammenarbeit mit dem Bezirk Köpenick-Treptow und dem IPW-Management IMG konnte CrysTec erstmals eine Fläche des Innovationsparks in Erbbaupacht erwerben und dort ein eigenes Gebäude als neuen Firmensitz errichten.

Halbleiter-Fortschritte der Mikroelektronik treiben in der Informations- und Kommunikationstechnik Miniaturisierung und Leistungssteigerung ständig voran. Doch die dynamische Entwicklung der integrierten Schaltkreise und Speicherchips wäre nicht möglich ohne die "materielle Basis", auf denen die Halbleiterbahnen beruhen: die kristallinen Substrate, auf denen die leitfähigen Strukturen aufgebracht werden. Eine der wenigen Spezialfirmen in Deutschland zur Herstellung derartiger Substrate ist die CrysTec Kristalltechnologie GmbH, deren Firmenneubau derzeit das jüngste Gebäude im Innovationspark Wuhlheide (IPW) darstellt.

"Wir sind im breiten Sinn ein Materialdienstleister für den Forschungsbereich, vor allem für die Industrieforschung", umreißt Gründer und Geschäftsführer Knut Peters das Firmenprofil. Die CrysTec GmbH ist Lieferant für ein breites Spektrum von Ein- und Polykristallen, insbesondere von oxidischen Wafern für epitaktische Abscheidung von supraleitenden Filmen und metallischen Schichten, von Halbleiterwafern für Forschung und Entwicklung und von planoptischen Kristallkomponenten für den Ultraviolett- und Infrarot-Spektralbereich.
"Unser Unternehmen", erläutert Peters weiter, "verfügt über eine technische Ausrüstung, zu der das hochgenaue röntgenografisch orientierte Trennen von Kristallen, das Formatieren der Kristallplatten, das Läppen und Polieren in optischer und Waferqualität und eine leistungsfähige Oberflächenmesstechnik gehören".

Die CrysTec-Kompetenz in der Bearbeitung verschiedener kristalliner Materialien reicht zurück bis in die Forschungsarbeitung des früheren DDR-Werks für Fernsehelektronik (WF) in Oberschöneweide. Mit vier weiteren Kollegen gründete Dipl.-Kristallograph Peters 1995 im Innovationspark Wuhlheide das Unternehmen in seiner heutigen Form. Inzwischen hat es 15 Mitarbeiter und setzte 2002 rund 1,8 Mio Euro um. Die Kunden kommen in wachsendem Maße aus dem Ausland; schon jetzt erzielt CrysTec mehr als die Hälfte seines Umsatzes über den Export.

Die Krise der Chip-Branche in den letzten Jahren hat CrysTec durch Diversifizierung gemeistert. "Die Vielfalt der Produkte hält für uns den Markt stabil", erklärt Peters. Überdies liegt der Kern der Wertschöpfung weniger in der Menge als in der Art des verarbeiteten Materials. Hinzu kommt, dass durch immer neue Einsatzbereiche für Hightech-Kristalle der Markt ständig wächst.

An die 40 chemischen Verbindungen kann CrysTec zu Wafern verarbeiten. Gute Kontakte bestehen zum Institut für Kristallzüchtung, wo das Wuhlheider Unternehmen einige neuartige Materialien züchten lässt. Auch zu anderen Dünnschicht-Zentren in Berlin hält man Verbindung, wie dem Ferdinand-Braun-Institut (FBH), dem Hahn-Meitner-Institut (HMI), dem Heinrich-Hertz-Institut (HHI) sowie der Freien und der Technischen Universität Berlin. Im Innovationspark Wuhlheide selbst haben sich Kooperationen mit den Firmen OUT, micro resist technology, und Epigap ergeben.

Ihr neues Firmengebäude, errichtet in der Form des gewinkelten CrysTec-Logos, haben Peters und seine Mitarbeiter im Januar 2002 in Betrieb genommen. "Vorher waren wir auf 300 Quadratmeter Mietfläche doch recht beengt gewesen", berichtet der Geschäftsführer. Die dortigen technischen Arbeitsmöglichkeiten erwiesen sich für die expandierende Firma immer mehr als limitierender Faktor. So wurde der Plan eines Neubaus ins Auge gefasst, dessen 800 qm Nutzfläche von Anbeginn an auf die technologischen Abläufe der Kristallproduktion zugeschnitten waren. Die Baukosten beliefen sich auf 1 Mio Euro.

"Die Realisierung ist aus unserer Sicht sehr positiv verlaufen", stellt CrysTec-Chef Peters rückblickend fest. Vom Park-Management IMG konnten mehrere Flächen zur Auswahl vorgeschlagen werden. Wichtig war als bauliche Vorbedingung eine Anordnung des Gebäudes in Nord-Süd-Richtung, was klimatechnische Vorteile für die Kristall-Herstellung mit sich bringt. Gewählt wurde der Standort gegenüber dem Manfred-von-Ardenne- Gewerbezentrum. "Das Bauvorhaben ging schnell und unbürokratisch über die Bühne", lobt Peters und hebt die gute Zusammenarbeit mit der Baubehörde des Bezirks hervor.

"Jetzt ist CrysTec quasi Eigentümer im Campus, was eine neue Sonderform der Nutzung darstellt", ergänzt Marion Kohlenbach vom IPW-Management IMG. "Auf diese Weise können wir dazu beitragen, dass sich Unternehmen in der Wachstumsphase ungehindert entwickeln können, die Entwicklung zugleich mit einer Eigentumsbildung einhergeht und die Firmen dem Standort erhalten bleiben". Nach dem Efolg des CrysTec-"Piloten" soll diese Form der Unternehmens-Ansiedlung in Wuhlheide in weiteren Fällen praktiziert werden.

Manfred Ronzheimer

http://www.crystec.de

Contact: Knuth Peters
Crystec GmbH, Köpernicker Str. 325, D-12555 Berlin
Phone: +49 (0)30 6566 09-0 Fax: +49 (0)30 6566 0955
E-mail: CrysTec@aol.com


Jahreskonferenz der ADT e.V.

20 Jahre Innovationszentren in Deutschland - 15 Jahre ADT e.V.

Am 29. und 30. September 2003 findet die Jahrestagung des Bundesverbandes Deutscher Technologie- und Gründerzentren - ADT e.V. und das Jubiläum "20 Jahre Innovationszentren in Deutschland - 15 Jahre ADT e.V" im Innovationspark Wuhlheide - Manfred von Ardenne Gewerbezentrum - statt. Wir erwarten dazu ca. 200 nationale und internationale Gäste.

Programm hier
Anfahrt zur Veranstaltung (PDF)

Interview mit Prof. Reiblich zur ADT-Konferenz "20 Jahre Innovationszentren" - hier zu lesen


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