Verdienstkreuz an Prof. Dr. Ingolf V. Hertel
Verleihung durch Wissenschaftssenator Flierl beim Neujahrsempfang in Adlershof
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P R E S S E M I T T E I L U N G Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur 11. Februar 2004

Wissenschafts- und Kultursenator Dr. Thomas Flierl hat heute beim Jahresempfang der Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien in Berlin Adlershof, Prof. Dr. Ingolf V. Hertel das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.
Nach Studium und Promotion in Freiburg und hochschulwissenschaftlichen Tätigkeiten in Mainz und Kaiserslautern kam der promovierte Physiker Prof. Hertel 1978 nach Berlin, wo er dem Ruf der Freien Universität Berlin zum ordentlichen Professor für Experimentalphysik folgte.
Prof. Hertel hat seither die Berliner Wissenschafts- und Forschungslandschaft stark geprägt. Vor allem die Entwicklung des Standortes Adlershof ist eng mit seinem Namen verbunden. Als Gründungsdirektor des dort ansässigen Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI) und als Initiator und Sprecher der Initiativgemeinschaft Außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Adlershof (IGAFA) setzte er sich unermüdlich für die Profilierung des Standorts zu einem der Wissenschaftskompetenzzentren Berlins ein.
Der Bereich Optik entwickelte sich nicht zuletzt durch sein starkes Engagement zu einem wesentlichen Technologie- und Zukunftsfeld Berlins. Auf seine Initiative gründete sich das Netzwerk OpTec Berlin-Brandenburg, in dem ca. 40 Wirtschaftsunternehmen und mehr als 30 Forschungseinrichtungen der Region vereint sind.
Die Forschungsleistung der Bundeshauptstadt stärker zu vermarkten und die Kooperationsbeziehungen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen auszubauen, waren auch seine Schwerpunkte als Berliner Wissenschaftsstaatssekretär (1998-2000).
Aber auch die bundesdeutsche Forschungslandschaft wurde durch Prof. Hertel nachhaltig geprägt. Auf sein Wirken ist es maßgeblich zurückzuführen, dass Mitte der 90er Jahre nahezu 80 Forschungseinrichtungen unter dem Dach der sogenannten "Blauen Liste", heute Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried-Wilhelm-Leibniz (WGL), zusammen geführt wurden. Von 1995 bis 1998 war er deren erster Präsident.
Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Brunnenstraße 188/190, 10119 Berlin
PE Forschungsverbund Berlin e.V.
Ingolf Hertel erhält das Bundesverdienstkreuz
Bundespräsident Rau würdigt die Leistung des Wissenschaftlers für die Leibniz- Gemeinschaft und für Adlershof
Prof. Dr. Ingolf Hertel (62), Geschäftsführender Direktor des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI) in Berlin-Adlershof, hat das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Es wurde ihm beim Jahresempfang der Standortpartner in Berlin-Adlershof von Berlins Wissenschaftssenator Dr. Thomas Flierl verliehen.
Bundespräsident Johannes Rau würdigt damit Hertels Leistungen für den Aufbau des Wissenschaftsstandortes Berlin-Adlershof ebenso wie seinen Beitrag zur Entwicklung der Leibniz-Gemeinschaft. Hertel war von 1995 bis 1998 der erste Präsident der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL), die heute unter dem Namen Leibniz-Gemeinschaft firmiert. Außerdem beteiligte er sich neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler in der Berliner Landespolitik an wichtigen Weichenstellungen. So bekleidete er von 1998 bis 2000 das Amt des Staatssekretärs für Wissenschaft und Forschung.
Der Initiative für die Ehrung war von Hans-Olaf Henkel, Präsident der Leibniz- Gemeinschaft, ausgegangen. Er bat Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, Ingolf Hertel für das Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen. Hertel habe sich als Gründungspräsident der Leibniz-Gemeinschaft große Verdienste erworben, unterstreicht Henkel. Der Weg, "den die Leibniz-Gemeinschaft seit 1995 beschreitet, ist und bleibt mit dem Namen Hertel untrennbar verbunden".
Ingolf Hertel stammt aus Sachsen. Er wurde 1941 in Dresden geboren und ging in Radebeul zur Schule. Als er zehn Jahre alt war, zog seine Familie nach Freiburg im Breisgau, wo er nach der Mittleren Reife zum Physiklaborant ausgebildet wurde. In Lübeck absolvierte Ingolf Hertel eine Ingenieursausbildung, danach ging er zurück in den Süden, um an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität Physik zu studieren. Dort wurde er auch promoviert. Nach zahlreichen Stationen im In- und Ausland - "Ich habe das deutsche akademische Prinzip des ,Hausberufungsverbots' bis zum Exzess demonstriert" (Hertel) - kam 1978 der Ruf auf einen Lehrstuhl nach Berlin.
Nach einem weiteren Zwischenspiel in Freiburg kehrte er 1992 in die Hauptstadt zurück. Hier übernahm er den Posten des Geschäftsführenden Direktors am Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie im Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB). Von Beginn seiner Zeit in Adlershof an engagierte sich Ingolf Hertel für diesen Wissenschaftsstandort. So ist er seit 1992 Sprecher der Initiativgemeinschaft Außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Adlershof e.V. (IGAFA). Im Herbst 1998 wurde er vom damaligen Berliner Wissenschaftssenator Peter Radunski als Staatssekretär in die Politik berufen. Dieses Amt übte er mehr als ein Jahr lang aus. In diese Zeit fiel die Verlängerung der Hochschulverträge bis 2002, der Umzug der Naturwissenschaften der Humboldt-Universität nach Adlershof wurde beschleunigt und die Ansiedlung eines Verkehrsforschungsinstituts des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin in die Wege geleitet.
Als Wissenschaftler genießt Ingolf Hertel seit langem einen ausgezeichneten Ruf. Er kann auf mehr als zweihundert Veröffentlichungen zurückblicken; von Gutachtern wurden ihm Pionierleistungen ("pioneering work") bescheinigt. Er war Herausgeber maßgeblicher Fachjournale und ist ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW).
Sein Fachgebiet sind Laserpulse von extrem kurzer Dauer. Mit solchen energiereichen Lichtblitzen kann man chemische Reaktionen genauer als je zuvor untersuchen sowie Materialanalysen betreiben. Die Forschungen am MBI sind eingebettet in vielfältige Netzwerke, so etwa das Kompetenznetz "Optec Berlin-Brandenburg" (OpTecBB), dessen Vorstandsvorsitzender Ingolf Hertel seit September 2000 ist. Gerade die optischen Technologien gehören zu den unbestrittenen Forschungsschwerpunkten der Region Berlin.
Das Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie betreibt Grundlagenforschung auf dem Gebiet der nichtlinearen Optik und Kurzzeitdynamik bei Wechselwirkung von Materie mit Laserlicht und verfolgt daraus resultierende Anwendungsaspekte. Schwerpunkte des Forschungsprogramms sind die Realisierung neuer Quellen für ultrakurze und ultraintensive Lichtimpulse und deren Einsatz in Physik, chemischer Physik und Materialforschung. Das MBI ist in zahlreiche nationale und internationale Kooperationen eingebunden und wird von der Europäischen Union als Large Scale Laser Facility gefördert.
Das MBI im Internet: www.mbi-berlin.de (dort findet sich auch Ingolf Hertels persönliche Homepage: http://staff.mbi-berlin.de/hertel/)
Seine Zeit in Adlershof zählt der Physiker zur bewegendsten seines Berufslebens, die Entwicklung des Standortes ist für ihn eine "Erfolgsstory". Daran hatte Hertel einen wichtigen Anteil. Er selbst spricht von "einem Dutzend erfüllter Jahre in Berlin". Ingolf Hertel ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder.
Ansprechpartner: Josef Zens, Forschungsverbund Berlin, Tel: 030 / 63 92 33 38 (zens@fv-berlin.de)
Pressemitteilung OpTecBB - Mittwoch, 11.02.04 18:00
Stolz auf den Vorsitzenden
Der Vorstandsvorsitzende von OpTecBB, Prof. Dr. Ingolf V. Hertel, erhält das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse
Bundespräsident Rau hat Prof. Hertel das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen, das ihm durch Senator Flierl am 11. Februar 2004 in Berlin Adlershof überreicht wurde. Mit dieser Auszeichnung wird ein Wissenschaftler geehrt, der sich neben seiner wissenschaftlichen Arbeit mit außerordentlichem Engagement für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin- Brandenburg einsetzt. Prof. I.V. Hertel ist Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender des Kompetentennetzes Optische Technologien für Berlin und Brandenburg, OpTecBB, das sich im September 2000 als Verein konstituiert hat.
Mit seiner großen wissenschaftsorganisatorischen Erfahrung hat er nicht nur erreicht, dass Berlin-Brandenburg im nationalen Wettbewerb um die besten Konzepte zur regionalen Entwicklung der optischen Technologien als einer der Sieger hervorging, er hat dem Verein auch den Schwung gegeben, der ihn von anfänglich 14 Gründungsmitgliedern heute auf mehr als 80 Mitglieder zum größten deutschen Kompetenznetz wachsen ließ.
Fast 50 kleine, mittlere und große Unternehmen sowie die Forschungseinrich-tungen und Universitäten Berlins und Brandenburgs arbeiten innerhalb OpTecBB eng zusammen, um das eigenständige Profil der optischen Industrie in der Region weiter herauszubilden und Berlin-Brandenburg als wichtige Optikregion national und international zu etablieren. Die stärkere Verbindung und Zusammenarbeit der Wirtschaft mit der Forschung innerhalb des Netzwerks eröffnet große Chancen für die Region.
Der in Gang gesetzte Erfahrungsaustausch, eine wachsende Zahl gemeinsamer Projekte von Industriepartnern und Wissenschaftlern zeigt, dass das Konzept zur Clusterbildung greift. Prof. Hertel ist in diesem Prozess Initiator und Moderator. Die Aufnahme internationaler Kontakte, wie etwa zu der Region Paris, und die Beteiligung an großen internationalen Messen zeigen positive Wirkungen auf die Außendarstellung der Mitglieder von OpTecBB und der Region Berlin-Brandenburg.
Die Wahrnehmung von OpTecBB als effizientes Technologienetzwerk und als wichtiger Faktor in der Technologiepolitik der Länder Berlin und Brandenburg ist eng verknüpft mit dem Wirken von Prof. Hertel.
Diese hohe Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Hertel betrachtet OpTecBB auch als eine Würdigung seines Ehrenamtes, das er als Vorstandsvorsitzender von OpTecBB seit mehr als drei Jahren erfolgreich ausübt.
Herzliche Glückwünsche!
Kontakt:
Dr. Bernd Weidner, GeschäftsführerOpTecBB
Rudower Chaussee 25, 12489 Berlin
Telefon: (030) 63 92 17 20, Telefax: (030) 63 92 17 29
E-Mail: weidner@optecbb.de
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