Baugrund mit Stickstoff stabilisieren
Messer Griesheim schlägt Eiskörper-Methode zur Festigung des Untergrunds der Berliner Museumsinsel vor
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Presseinformation WMG Nr. 05/04 - Berlin Adlershof, 28. Januar 2004 - Auch hier zu lesen
Experten der Berliner Niederlassung der Messer Griesheim GmbH, Krefeld, wollen sich in diesem Jahr mit einem speziellen Verfahren an der Lösung eines hauptstädtischen Bauproblems beteiligen. Dabei geht es um die Suche nach der günstigsten Methode zur technisch offenbar schwierigen Verfestigung des Baugrundes unter der Museumsinsel, eine Maßnahme, die für deren weitere Sanierung erforderlich ist.
Ein Großteil der Museumsinsel ruht bekanntlich auf Pfählen aus dem 19. Jahrhundert, die stabilisiert werden müssen. Messer-Fachleute schlagen nun vor, entlang der Pfähle Stahlrohre einzubringen, in die flüssiger Stickstoff mit einer Temperatur von minus 196 Grad Celsius eingeleitet wird. Auf diese Weise sollen sich in der Tiefe zylindrische Eiskörper aus Sand und Torf bilden, die die gefährdete Statik des Untergrunds deutlich verbessern. "Die Methode, mit Stickstoff-gefrorenem Erdreich labile Baugründe zu stabilisieren, haben wir in vergleichbaren Fällen bereits mehrfach mit Erfolg praktiziert", wirbt Niederlassungsleiter Tobias Schönsee für die Offerte seines Unternehmens.
Messer Griesheim ist als Vertreiber von technischen Gasen, Gasgemischen sowie Reinst- und Edelgasen - darunter Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Helium und Acetylen - bekannt. Bundesweit von derzeit 21 Dependancen werden diese Gase vorrangig zu Produktions- und Kühlzwecken an Abnehmer in der Industrie und im Handwerk sowie an Forschungseinrichtungen und Kliniken verkauft. In Berlin machte die Firma besonders auf sich aufmerksam, als sie vor wenigen Jahren ihren Standort aus dem West- in den Ostteil verlegte und in Adlershof einen maroden aber unter Denkmalschutz stehenden Flugzeughangar aufwändig sanierte und damit für sich und den Stadtteil rettete.
Nach Unternehmensangaben sind für die Bau- und Erhaltungsmaßnahmen an dem aus der Luftfahrt-Gründerzeit stammenden Gebäude sieben Millionen Mark investiert worden; ein Neubau hätte weit weniger als die Hälfte gekostet. Der Hangar, eine architektonische Meisterleistung, hatte vor der Wende als Chemikalienlager gedient und war dann leerstehend weiter verfallen. "Wir haben Adlershof natürlich auch ganz bewusst deshalb gewählt, weil an diesem wichtigen Wissenschafts- und Produktionsstandort mittlerweile viele unserer Kunden ansässig und kurze Wege auch beim Service nicht von Nachteil sind", sagt der Berliner Messer-Vizechef Jörg Richter. Er hatte den Vertrieb im Ostteil der Hauptstadt und in Brandenburg seit 1990 mit aufgebaut und erinnert sich noch gut an Standortsuche und -wechsel, der nach zweijährigen Arbeiten an dem Architektur-Kleinod Ende des letzten Jahrzehnts stattfinden konnte. "Etwas auch für die Erhaltung historischer Bausubstanz zu tun, das haben wir als Aufgabe und Verpflichtung gesehen."
In den Raum bietenden Hangar zogen die für Ost- und Nordwestdeutschland zuständige Messer Griesheim-Regionalleitung, das Verkaufsteam für Berlin und Brandenburg - das inzwischen rund 8000 Firmenkunden betreut - sowie eine Helium-Abfüllung und -Wiederaufbereitung und ein Gase-Center ein. Von dort aus wird Helium, das teure Edelgas aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Wyoming, an die Abnehmer in der Region geliefert. Überwiegend wird es zur Kühlung moderner Gerätetechnik verwendet, so beim Elektronenspeichering BESSY und in anderen Adlershofer Forschungsinstituten, in medizinischen Einrichtungen und bei Industriepartnern wie Siemens, Berlin-Chemie, im Stahlwerk Hennigsdorf und im BASF-Chemiewerk Schwarzheide.
Das nichtbrennbare Gas ist in den zurückliegenden Jahren nach Aussage der Fachleute immer begehrter, jedoch auch knapper und damit kostbarer geworden. Es wird aus Erdgas separiert und nur in den USA, in Russland, Algerien und vereinzelt in Polen gewonnen. "Die Anwender setzen es deshalb in technologischen Kreisläufen ein. Von Zeit zu Zeit muss es dann gereinigt werden", erläutert Schönsee eine Dienstleistung seiner Firma. Die Niederlassung des Krefelder Unternehmens verkauft jährlich etwa 200 000 Liter Helium - ein regionaler Marktanteil von 25 bis 30 Prozent - und bereitet das Meiste davon auch wieder auf.
Doch das Geschäft mit technischen Gasen ist wirtschaftlich nicht ohne Risiko: "Wir bemerken die gewisse Deindustrialisierung in Brandenburg und Berlin sofort an den Einzelbeispielen", bedauert der Diplombetriebswirt. In der Wirtschaft nötig seien wieder Optimismus und Aufbruchstimmung, wie sie etwa bis zur Mitte der 90er Jahre geherrscht hätten, meint sein Stellvertreter.
Wie im Januar bekannt wurde, sollen die Messer Griesheim- Aktivitäten in Deutschland, Großbritannien und den USA an den französischen Weltmarktführer Air Liquide übergehen. Dies könnte Mitte des Jahres der Fall sein, falls die Wettbewerbsbehörden dem zustimmen. "Auch unter geänderten Vorzeichen werden wir allen unseren Kunden wie gewohnt Qualitätsprodukte und zuverlässigen Service bieten. Das gerade hat uns für den Erwerber interessant gemacht", kommentiert Schönsee die Transaktion im Hinblick auf die Klientel des Adlershofer Gasversorgungsbetriebes.
Kontakt
Tobias Schönsee
Messer Griesheim GmbH
Badestraße 2, 39114 Magdeburg
Telefon: (0391) 591 71 01, Telefax: (0391) 591 71 11
E-Mail: tobias.schoensee@messer.de
Nachrichtenbüro Thomas Wolter i. A. Bereich Kommunikation WISTA-MANAGEMENT GMBH Rudower Chaussee 17 12489 Berlin
Telefon: (030) 63 92 22 15, (030) 63 92 22 25 Telefax: (030) 63 92 21 99
Berliner Morgenpost, Sonntag, 08. Februar 2004
Neues Museum kriegt kalte Füße
Hoher Grundwasserspiegel gefährdet Tiefbauarbeiten: Boden unter dem Gebäude wird vereist
Auszug:
Das Vereisungsverfahren wird im Tiefbau häufig verwendet, um Bauwerke zu sichern. Die Krefelder Firma Messer Griesheim, die sich auch um die Ausführung der Arbeiten am Neuen Museum beworben hat, würde entlang der Holzpfosten Löcher bohren, in die Stahlrohre eingesetzt werden. Diese "Gefrierlanzen" bestehen aus einem inneren und einem äußeren Rohr. Durch das innere Rohr wird flüssiger Stickstoff mit einer Temperatur von minus 196 Grad Celsius auf den Boden der Gefrierlanze geleitet. Das Wasser im Erdreich gefriert, und es bildet sich um jede einzelne Gefrierlanze ein Frostkörper. Nach und nach wachsen die Frostkörper der Gefrierlanzen zusammen und bilden somit eine solide Frostwand.
Sobald die neuen Stahlbetonpfähle in den Boden eingelassen worden sind, werden die Gefrierlanzen wieder entfernt, der Boden taut auf, und das Neue Museum steht dann auf sicheren Füßen.
Mit der Vereisung soll im Oktober oder November begonnen werden. Wer den Auftrag bekommt, steht in vier Wochen fest. Weil das Verfahren noch läuft, machen die Verantwortlichen keine Angaben zu den Kosten. Allerdings werde man laut Barbara Große-Rhode, Referatsleiterin im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und zuständig für die Museumsinsel, trotz der Vereisung im Gesamtkostenplan von 230 Millionen Euro bleiben.
Museumsinsel- Masterplan : www.museumsinsel-berlin.de
Messer Presse Technik - - Presse Wirtschaft
Krefeld, 08.10.2003: Endspurt für 3. Internationalen Messer Innovationspreis
Reuters, Dienstag 20 Januar, 2004 13:35 CET
Messer Griesheim verkauft Großteil der Geschäfte an Air Liquide
Der Industriegase-Spezialist Messer Griesheim trennt sich von rund zwei Dritteln seines Geschäfts und erhält für den verbleibenden Teil eine komplett neue Eigentümerstruktur.Messer verkaufe seine Landesgesellschaften in Deutschland, Großbritannien und in den USA für rund 2,7 Milliarden Euro an den französischen Branchenführer Air Liquide, teilte Messer Griesheim am Dienstag mit. Der Kaufpreis schließe übernommene Schulden ein. Gleichzeitig geben die Finanzinvestoren Allianz Capital Partners und Goldman Sachs ihren zusammen rund 67-prozentigen Messer-Anteil an die Holdinggesellschaft der Messer-Familie ab. Diese will das bei Messer verbleibende Geschäft weiter führen.
SZ 21.01.2004 17:05 Uhr
Air Liquide plant Stellenabbau und Teilverkäufe nach Messer-Griesheim-Deal
Messer Griesheim - Gas aktuell Nr 56 Nov/Dez 1998
Messer Griesheim stellt neues Gasezentrum in Berlin-Adlershof vor (1998)
Messer Griesheim stellt neues Gasezentrum in Berlin-Adlershof vor
Hochmoderne Infrastruktur für Industriegase
Prominente Gäste bei der Eröffnung, v. links: Eberhard Diepgen, Stefan Schaefer, Dr. Lothar Späth, Wolfgang Knifka Ein Hangar als Firmengebäude: gelungene Synthese zwischen Tradition und Moderne
In Anwesenheit von Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister von Berlin, und Wolfgang Knifka, Geschäftsführer der WISTA Management GmbH, stellte Messer Griesheim am 24. September 1998 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft das neue Gasezentrum in Berlin- Adlershof vor. WISTA, das ist der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin- Adlershof mit Forschungsschwerpunkten in den Bereichen neue Werkstoffe, Optik, Lasertechnik, Photonik, Mikrosystemtechnik und -elektronik sowie Informatik, Umwelttechnik und Analytik. Hauptgründe für die Investition und den Umzug aus dem Stadtteil Charlottenburg waren die unmittelbare Versorgung der Institute und Unternehmen am WISTA sowie der Dialog und Technologietransfer mit den Anwendern vor Ort.
Messer Griesheim ist in Berlin bereits seit fast 80 Jahren vertreten. Das neue Gasezentrum am Standort Adlershof befindet sich in einem denkmalgeschützten ehemaligen Hangar des früheren Flugplatzes Johannisthal-Adlershof. Das Gebäude sowie Exponate zum Thema Luftfahrt sind sichtbare Zeugen des historischen Erbes, das Messer Griesheim bewahren möchte. Für den Ausbau des Gebäudes sowie die technischen Einrichtungen wurden sieben Mio. DM investiert. 40 Mitarbeiter betreuen Anwender aus dem WISTA, Berlin und Brandenburg.
Zusätzlich zur gesamten Gasepalette und der dazugehörigen Hardware bietet das neue Gasezentrum spezielle Einrichtungen für die benachbarten Institute und Unternehmen. Vorgesehen ist unter anderem die sichere und umweltfreundliche Stickstoff-Versorgung per Rohrleitung. Das bedeutet weniger Tanks und weniger Lieferverkehr auf dem WISTA-Gelände.
Hinzu kommt eine hochmoderne Anlage zur Verflüssigung von Helium, das für viele Anwendungen in Forschung und Entwicklung unverzichtbar ist. Nach Gebrauch geben die Institute das wertvolle Heliumgas über eine zweite Rohrleitung an das Gasezentrum zur erneuten Verflüssigung und Nutzung zurück.
WN1859
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