Vorreiterrolle in der Nanobiotechnologie
BMBF stärkt mit 10 Millionen Euro zukunftsträchtiges Innovationsfeld
--------------------------------------------------------------------------------------------
BMBF-Aktuell - Berlin, 2004-04-12
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) baut mit seiner Förderung die Spitzenposition Deutschlands in der Nanobiotechnologie aus. Für 13 neue Vorhaben stehen zehn Millionen Euro zur Verfügung, teilte das Ministerium am Montag in Berlin mit.
Die Themenpalette der neuen Projekte reicht von neuartigen Hochdurchsatzverfahren für die automatisierte Wirkstoffsuche über den Einsatz von Nanopartikeln bei der Krebsbehandlung bis hin zu biofunktionalen Schichtsystemen für Medizintechnik und regenerative Medizin. Das BMBF stellt für die Nanobiotechnologie bis zum Jahr 2006 Mittel im Umfang von bis zu 50 Millionen Euro bereit. Bisher wurden 27 Verbundvorhaben mit einer Gesamtfördersumme von 24,5 Millionen Euro bewilligt.
Die Nanobiotechnologie hat sich in der Vergangenheit immer mehr zu einem eigenständigen interdisziplinären Forschungsgebiet entwickelt, das Perspektiven in der medizinisch/pharmazeutischen Anwendung und für den technischen Einsatz von Biomaterialien erwarten lässt. Deutschland besetzt auf diesem Gebiet eine Spitzenposition im internationalen Vergleich. Neben der hohen Anzahl an Publikationen und Patenten konnten sich deutsche Unternehmen inzwischen erfolgreich auf dem Markt positionieren.
Das BMBF fördert die Nanobiotechnologie seit dem Jahr 2000 und unterstützt den Aufbau dieses zukunftsträchtigen Innovationsfeldes an der Schnittstelle zwischen Nano- und Biotechnologie in Deutschland.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Projektträger Jülich (PTJ), Dr. Hache,
Tel.: 030-20199-407; Telefax: 030-20199-470, E-Mail: A.Hache@fz-juelich.de
und im Internet unter: http://www.bmbf.de/de/1155.php oder www.nanobio.de
Bundesministerium für Bildung und Forschung Pressereferat Hannoversche Straße 28-30 10115 Berlin Telefon: (01888) 57-50 50 Telefax: (01888) 57-55 51 mailto:presse@bmbf.bund.de Internet:http://www.bmbf.de
Gegenstand
Die Bio- und Nanotechnologie gehören zu den zukunftsträchtigsten Technologien des 21. Jahrhunderts. Im Zuge der Miniaturisierung hat sich an deren Schnittstelle eine neue richtungsweisende Schlüsseltechnologie herausgebildet - die Nanobiotechnologie. Sie schlägt die Brücke zwischen der unbelebten und belebten Natur und zielt darauf ab, biologische Funktionseinheiten in grundlegender Hinsicht zu verstehen sowie funktionale Bausteine im nanoskaligen Maßstab unter Einbeziehung technischer Materialien, Schnittstellen und Grenzflächen kontrolliert zu erzeugen. Um dieses neue Forschungsfeld in Deutschland aufzubauen und international wettbewerbsfähig zu gestalten, wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF die Fördermaßnahme "Nanobiotechnologie" eingerichtet.
In der Natur existieren selbstorganisierte biologische Systeme, die koordinierte und hochkomplexe Prozesse im Nanometerbereich schnell und in der Regel zuverlässig durchführen. Über diesen Zusammenhang läßt sich für die Nanobiotechnologie folgende Zielsetzung formulieren:
Bio2Nano: Prinzipien der Biologie sowie biologische nanoskalige Objekte sollen zur Entwicklung leistungsfähiger nanotechnologischer Verfahren und Systeme nutzbar gemacht werden.
Mit dieser Vorgabe könnte sich die Nanobiotechnologie für viele (potentielle) technische Anwendungen als notwendige Schlüsseltechnologie erweisen, z.B. für die Bereitstellung von bottom-up-Produktionsverfahren (etwa um molekularelektronische Strukturen aufzubauen), nanoskaligen neuroelektronischen Schnittstellen, oder funktionalen hybriden Systemen bzw. biologischen Schichten.
Der andere Forschungszweig der Nanobiotechnologie ist vor allem darauf ausgerichtet, den nanoskaligen Bereich für Verfahren innerhalb der life sciences zu erschließen:
Nano2Bio: Miniaturisierung, Unterstützung bzw. Kontrolle biotechnologischer und biologischer Prozesse durch Anwendung nanotechnologischer Verfahren.
Im pharmazeutischen Bereich, der Medizintechnik und Biotechnologie ist die Miniaturisierung ein gefragter Parameter, der möglicherweise erst durch Einbeziehung der Erfahrungen und Entwicklungen im physikalisch und chemisch dominierten Bereich der Nanotechnologie zur Entfaltung kommen kann. Als Beispiele können in diesem Zusammenhang die Biochip-Technologie, in vivo Früherkennungs- bzw. Behandlungsverfahren, nanopartikelgestützte Gentherapie oder auch das tissue engineering angeführt werden.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF hat im April 2000 den Förderschwerpunkt "Nanobiotechnologie" aufgelegt. Damit werden bis zum Jahr 2006 Mittel im Umfang von ca. 50 Millionen Euro bereitgestellt.
Förderschwerpunkte der nanobiotechnologischen Forschung im Überblick:
* Manipulationstechniken für biologische bzw. funktionsanaloge biochemische nanoskalige Objekte: Schneiden, Fügen und Positionieren auf der Nanometerskala zur Herstellung und Handhabung maßgeschneiderter biologischer Moleküle etwa zum therapeutischen bzw. diagnostischen Einsatz.
* Analyse- und Charakterisierungsverfahren mit Auflösungsvermögen im Nanometerbereich für biologische (z.B. medizinisch/diagnostische) Fragestellungen sowie die Nutzung biologischer Eigenschaften für nanoanalytische Fragestellungen.
* Nanotechnologische Nutzung biologischer Adaptions-, Reparatur- und Selbstorganisationsfähigkeiten, z.B. für Strukturierungstechniken und Konstruktion vernetzter molekularer Systeme.
* Reaktionstechniken zur Charakterisierung von Struktur-Wirkungsbeziehungen biologischer und funktionsanaloger biochemischer Systeme und deren Nutzung.
* Design und Einsatz von molekularen und zellulären Werkzeugen, Maschinen (biologische Schalter, Aktuatoren, Motoren) und Transportsystemen.
* Entwicklung von Signal- und Energiewandlern, sowie von Bauteilen zur Informationsverarbeitung bzw. Datenspeicherung auf der Ebene einzelner biologischer oder bioanaloger Moleküle.
* Interfacetechnologie: Nanoskalige Verknüpfung von technischen und biologischen Systemen (z.B. halbleitende Bauelemente mit biomolekularen Funktionseinheiten); sowie Veknüpfung von mikro- mit nanoskaligen Funktionselementen
FuE-Projekte der bmb+f Fördermaßnahme "Nanobiotechnologie" alphabetisch geordnet
Mehrschalige Nano-Carrier (MNC) für die zellspezifische Thermochemotherapie von Krebs
Dr. Andreas Jordan, MagForce Applications GmbH, andreas.jordan@charite.de
Multifunktionale "Künstliche Zellen" als Transporter, Sensoren und Nanoreaktoren
Dr. Andreas Voigt, Capsulution NanoScience AG, andreas.voigt@capsulution.com
Nanoverkapselte Enzymkristalle für Affinitätstests
Dr. Matthias Seydack, Biognostic AG Berlin, seydack@biognostic.de
Neues europäisches Internetportal für Nanotechnologie:
http://www.nanoforum.org/
Veranstaltungshinweise finden Sie im Netz unter:
* www.nanonet.de (Veranstaltungen für den Bereich Nanobiotechnologie und Nanotechnologie)
* www.i-s-b.org (Veranstaltungen für den Bereich Biotechnologie)
* www.nanobionet.de (koordiniert von der Zentrale für Produktivität und Technologie, Saar e.V., Veranstaltungen im Bereich Nanobiotechnologie, zugeschnitten auch auf Investoren und Industrie)
* www.nanoforum.org (internationale Veranstaltungen für den Bereich Nanobiotechnologie und Nanotechnologie inkl. Veranstaltungen des EU-Netzwerkes nanoforum)
Nano-Programm ist selbst ein Zwerg
Kritik von Opposition und Grünen an Bulmahns Innovationsoffensive Nanotechnologie
BerliNews, 11. 3. 2004 - IP8721a
Nanotechnologie erobert Märkte
Bundesregierung startet Innovationsinitiative mit 200 Mio Euro
BerliNews, 10. 3. 2004 - IP8721
BTN1559
1084 Seitenabrufe seit dem 09.08.2007




