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Medizin

Plattform "Ernährung und Bewegung"

Breites Bündnis zur Bekämpfung des Übergewichts, vor allem bei Kindern und Jugendlichen

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Pressemitteilung Nr. 158 vom 25. Juni 2004 - auch hier zu lesen

In Berlin hat sich heute die Plattform "Ernährung und Bewegung" gegründet. Gründungsmitglieder des eingetragenen Vereins sind:
die Bundesregierung vertreten durch das Bundesverbraucherministerium, die Lebensmittelwirtschaft vertreten durch den Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, der Bundeselternrat, der Deutsche Sportbund/die Deutsche Sportjugend, die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die Spitzenverbände der Gesetzlichen Krankenkassen vertreten durch den Bundesverband der Innungskrankenkassen und die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft.

Dazu erklären die Gründungsmitglieder:

"Mit dieser Plattform wollen wir ein Bündnis aller gesellschaftlicher Gruppen schaffen, die dazu beitragen können, dass insbesondere Kinder und Jugendliche einen gesunden Lebensstil führen, sich bewusst ernähren und ausreichend bewegen. Dazu soll unter Einbezug der vielen schon bei uns bestehenden Initiativen privater und öffentlicher Organisationen und Einrichtungen eine Gesamtstrategie entwickelt werden, mit der dem bedrohlichen Anstieg von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen effektiver als bisher begegnet werden kann. Basis dieser Strategie sind wissenschaftliche Erkenntnisse. Erst eine breite Plattform ermöglicht es, dass mit dieser Gesamtstrategie die relevanten Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen erfasst werden, in denen die wesentlichen Ursachen für das Übergewicht liegen. Wir streben eine dauerhafte gesellschaftliche Bewegung an, um in der Bevölkerung, bei Eltern, Kindern und Jugendlichen ein nachhaltiges Bewusstsein für die Bedeutung von Ernährung und körperlicher Aktivität zu schaffen.
Die Gründung der Plattform entspricht der von der WHO zur Bekämpfung des Übergewichts geforderten Strategie, alle gesellschaftlichen Gruppen an einen Tisch zu holen. Entsprechend sind wir bereits jetzt im Gespräch mit weiteren "Akteuren", wie den Bundesländern, um sie zum "Mitmachen" zu gewinnen.

Übergewicht ist heute eine wesentliche Ursache für eine Vielzahl ernster Gesundheitsstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, igerade auch in sozial schwächeren Bevölkerungsschichten und in Migrantenfamilien. Hauptursache ist die Imbalance von Energiezufuhr und Energieverbrauch, verursacht durch mangelnde körperliche Aktivität im Verhältnis zu einer zu hohen Energiezufuhr. Deshalb rufen wir dazu auf, sich an der Plattform Ernährung und Bewegung zu beteiligen. Das gebietet die Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder."

In Deutschland sind nach neuesten Studien des Robert-Koch-Instituts rund zwei Drittel der männlichen Bevölkerung und etwa die Hälfte der weiblichen Bevölkerung übergewichtig oder fettleibig. Die Tendenz ist steigend.
Die Folgen des Übergewichts sind - auch für das Gesundheitssystem - gravierend: Bereits heute werden 71 Milliarden Euro jährlich für die Behandlung ernährungsbedingter Erkrankungen ausgegeben.

Die Plattform wird am 29. September in Berlin in einem Gründungskongress ihre Programmatik der Öffentlichkeit vorstellen.

Verein "Plattform für Ernährung und Bewegung e.V." gegründet
PE Fr, 25.06.2004 - auch hier zu lesen


auch hier

Plattform "Ernährung und Bewegung"

Gemeinsame Erklärung zwischen Bundesverbraucherministerium und der Lebensmittelwirtschaft über die Errichtung einer gesamtgesellschaftlichen Plattform zur Förderung von Maßnahmen der Ernährungsaufklärung und der Steigerung der körperlichen Aktivität bei Kindern und Jugendlichen zur Prävention von Übergewicht

Zur Bündelung der Kräfte aller beteiligten gesellschaftlichen Akteure und zur Organisation konkreter Maßnahmen soll eine Plattform "Ernährung und Bewegung" errichtet werden, an der sich neben dem BMVEL, der Lebensmittelwirtschaft und dem Sportbereich auch weitere Partner aus allen relevanten Bereichen beteiligen sollen.
Das BMVEL, stellvertretend für die Bundesregierung, und Vertreter der Lebensmittelwirtschaft haben sich darauf verständigt, auf dieser Basis den Dialog zu dieser gesamtgesellschaftlichen Fragestellung fortzuführen. Die dort zu verabredenden Maßnahmen sollen der Ernährungsaufklärung dienen und Initiativen beinhalten, die zu vermehrter Bewegung und sportlicher Aktivität von Kindern und Jugendlichen beitragen. Entscheidend ist hier, entsprechende Initiativen und Projekte miteinander zu verzahnen.

Eine Arbeitsgruppe - zunächst aus BMVEL und Lebensmittelwirtschaft bestehend - wird unverzüglich damit beginnen, Inhalte und Zielsetzung der Plattform "Ernährung und Bewegung", die Möglichkeiten ihrer Verbreiterung sowie Vorschläge zu ihrer Realisierung zu erarbeiten.
Darüber hinaus wird die Diskussion um die Lebensmittel der Zukunft und die internationalen Marktchancen innovativer Produkte zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik weitergehen.

Die Vertreter der Wirtschaft und das BMVEL stimmen darin überein, dass das gesamtgesellschaftliche Problem des zunehmenden Übergewichts zu gravierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen und ihren Familien führen kann und dementsprechend eine wachsende Belastung des Gesundheitssystems verursacht. Deshalb geht es jetzt darum, alle Kräfte zu bündeln, um mit einem weitestgehend abgestimmten Vorgehen aller gesellschaftlichen Akteure eine möglichst effektive und zielgerichtete Prävention von Übergewicht und Adipositas zu erreichen. Deshalb sollen Aktivitäten und Maßnahmen in den Bereichen Familie, Kindertagesstätten, Schule und Freizeit so intensiv wie möglich miteinander vernetzt werden.

Übermäßiges Körpergewicht ist heute eine wesentliche Ursache für Gesundheitsstörungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Übergewicht ist in den letzten Jahren hierzulande deutlich gestiegen. Insbesondere sind Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Bevölkerungsschichten betroffen. Die Entstehung von Übergewicht und seiner krankhaften Form, der Adipositas, ist auf multikausale Faktoren zurückzuführen. Die Hauptursache für Übergewicht ist die Imbalance von Energieaufnahme und Energieverbrauch, verursacht durch mangelnde körperliche Aktivität im Verhältnis zu einer zu hohen Energiezufuhr.

Die Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Bewegung sowie über Lebensmittel und ihre Zubereitung sind in weiten Teilen der Bevölkerung unzureichend. Zudem entspricht die Verpflegung in vielen Kindertagesstätten und Schulen nicht den Anforderungen an eine ausgewogene Ernährung.


Übergewicht ist ein Gesundheitsrisiko

Mi, 09.06.2004 - auch hier zu lesen

Der Anteil übergewichtiger Menschen nimmt in Deutschland ständig zu. Das betrifft vor allem immer mehr Kinder und Jugendliche. Deshalb startet die Bundesregierung eine "Initiative für eine neue Ernährungsbewegung in Deutschland".
In dem von Bundesministerin Renate Künast im Kabinett am 9. Juni vorgelegten Bericht geht es vor allem um verschiedene Maßnahmen für die Verbesserung der Ernährungsaufklärung von Kindern und Jugendlichen. Hintergrund für die "Initiative für eine neue Ernährungsbewegung in Deutschland" ist die Besorgnis erregende Zunahme von Übergewicht in der deutschen Bevölkerung.

Bundesministerin Künast führt die negativen Tendenzen auf den veränderten Lebensstil zurück. Vor allem Kinder und Jugendliche verbringen mehr Zeit vor Computern oder Fernsehgeräten, bewegen sich dementsprechend weniger und greifen zu Nahrungsmitteln mit zu viel Zucker und Fett. Damit gerät die Energiebilanz aus dem Gleichgewicht: Es wird mehr Energie zugeführt als verbraucht.
Renate Künast fordert deshalb alle Beteiligten auf, diesen Kreislauf zu durchbrechen und einen neuen Lebensstil zu entwickeln. Im Mittelpunkt der Maßnahmen und Projekte steht ein koordiniertes Vorgehen, das von der frühkindlichen Bildung bis zur Freizeitgestaltung und der Entwicklung neuer, dem heutigen Lebensstil angepassten Lebensmittel reicht.

Übergewicht belastet auch das Gesundheitssystem erheblich
In Deutschland sind nach den neuesten Studien des Robert-Koch-Institutes rund zwei Drittel der männlichen Bevölkerung und etwa die Hälfte der weiblichen Bevölkerung übergewichtig oder fettleibig. Das Erschreckende dabei ist, dass der Anteil von Kindern und Jugendlichen immer mehr zunimmt. Das bedeutet in erster Linie die Gefahr von Erkrankungen und Verlust der Lebensqualität für die Betroffenen.
Bereits im Kindesalter lassen sich gesundheitliche Auswirkungen von Übergewicht feststellen. So haben immer mehr Kinder beim Schuleintritt motorische Defizite und Koordinationsstörungen. Darüber hinaus bedeutet Übergewicht in aller Regel eine seelische Belastung und kann die Lernfähigkeit von Kindern und Jugendlichen stark beeinträchtigen. Insgesamt sind damit erhebliche Folgekosten für unser Gesundheitssystem verbunden. Bereits heute werden 71 Milliarden Euro jährlich als Folgekosten für die Behandlung ernährungsbedingter Erkrankungen ausgegeben, sagte Bundesministerin Künast.

Maßnahmen im Kampf gegen die Übergewichtigkeit
Das Bundesverbraucherschutzministerium hat die Problematik seit 2001 bereits in verschiedenen Projekten aufgegriffen. Ein aktuelles Beispiel ist die, gemeinsam mit der deutschen Ernährungswirtschaft gegründete "Plattform Ernährung und Bewegung e.V." Sie fördert einerseits die Verbreitung von Informationen über gesunde Ernährung nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei Betreuungspersonal, zum Beispiel in Kindergärten. Andererseits werden Aktionen, die Kinder und Jugendliche zu mehr Bewegung motivieren sollen, unterstützt.
Das Thema "Ernährung und Übergewicht" ist ein auch ein Thema der Gerechtigkeit, der Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft und damit der Zukunftsfähigkeit Deutschlands und zuletzt auch eine Kostenfrage. Die Trendumkehr bei der Entwicklung von Übergewicht in unserer Gesellschaft muss langfristiges Ziel sein. Es muss öffentlich diskutiert werden, damit alle gesellschaftlichen Akteure zur Bekämpfung von Übergewicht und Adipositas beitragen. Die vielfältigen Ursachen für Übergewicht verlangen auch nach einer breiten Diskussion zum Thema "Besser essen - Mehr bewegen". Am 17. Juni 2004 wird dieses Thema auch Gegenstand einer Regierungserklärung im Bundestag sein.

http://www.was-wir-essen.de

Portal "Fit Kid"
FIT KID ist eine Aktion im Rahmen der Kampagne "KINDER LEICHT - BESSER ESSEN, MEHR BEWEGEN.", des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.

Mehr zu "Kinder und Ernährung" (Ministerium)

COMPASS Ernährung
des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
Hier werden Sie dreimal im Jahr über Verbraucherthemen, vor allem über gesunde Ernährung sowie Sicherheit und Qualität unserer Lebensmittel, "aus erster Hand" informiert.


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