IBB strukturiert Wirtschaftsförderung neu
Mittelständische Unternehmen sollen im Fokus des zukünftigen Fördergeschäfts stehen
--------------------------------------------------------------------------------------------

Pressemitteilung IBB und Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Berlin, 8. Juli 2004
Die Investitionsbank Berlin (IBB) richtet ihre Wirtschaftsförderung neu aus. Während Unternehmen in zukunftsträchtigen Branchen künftig mit individualisierten Förderprodukten bedient werden sollen (Kompetenzfeldförderung), stehen Kunden in traditionellen Branchen vor allem standardisierte Förderprodukte zur Verfügung (Breitenförderung). "Unter zukunftsträchtigen Branchen verstehen wir die Bereiche Biotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie, Medien, Medizin- sowie Verkehrstechnik und Tourismus", sagte Prof. Dr. Dieter Puchta, designierter Vorstandsvorsitzender der IBB, auf einer Pressekonferenz in Berlin. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit des Standortes Berlin deutlich zu stärken und hochwertige, nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen.
Er betonte, dass vor allem mittelständische Unternehmen im Fokus des zukünftigen Fördergeschäfts der IBB stehen. Im Interesse der Kunden wird die IBB dabei verstärkt mit den Hausbanken bzw. anderen Förderinstituten wie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Europäischen Investitionsbank (EIB) zusammenarbeiten.
Puchta kündigte an, dass sein Institut bei der monetären Förderung den Einsatz von Darlehen und Beteiligungen deutlich erhöhen werde. Als Ziel nannte er die Steigerung des gesamten Kreditvolumens auf bis zu 500 Mio. Euro pro Jahr ab 2010.
Wirtschaftssenator Harald Wolf erklärte: "Bei der Neuausrichtung der Berliner Wirtschaftsförderpolitik spielt die selbstständige IBB eine zentrale Rolle. Sie soll als Förderbank für die mittelständisch geprägte Berliner Wirtschaft für Wachstum und Beschäftigung wirken. Dabei setzen wir gezielt auf die strategischen Wachstumsfelder der Zukunft. Die neue IBB wird dabei auch den Wechsel in der Wirtschaftsförderung weg von Zuschüssen hin zu rückzahlbaren Darlehen und Beteiligungen vollziehen."
Bei der Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung hat die IBB bereits einen ersten Meilenstein gesetzt. So bietet die Bank ab sofort technologieorientierten Unternehmen das "Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien" (ProFIT) an. Die Förderung erfolgt bei "ProFIT" in erster Linie über Darlehen und Beteiligungen.
Kurz vor der Markteinführung steht Puchta zufolge ein neues "Mittelstandskreditprogramm". "Mit diesem Programm werden wir voraussichtlich ab Oktober eine Lücke in unserer Produktpalette schließen", sagte er und fügte hinzu, dass die IBB gerade hier eine konsequente Zusammenarbeit mit den Hausbanken anstrebe.
Das Programm setzt sich nach seinen Worten aus drei Komponenten zusammen. So werde es Mikrokredite für Existenzgründer und sehr kleine Unternehmen geben. Speziell zur Förderung von Existenzgründungen werde die IBB die Durchleitung von Programmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufnehmen. Als dritte Komponente nannte Puchta das "IBB-Wachstumsprogramm", das sich an kleine und mittlere Unternehmen mit einer Betriebsstätte in Berlin richten und primär über Hausbanken vertrieben werden soll. Für die Hausbanken ergebe sich aus dem Programm eine Risikoteilung mit der IBB im gleichen Verhältnis, was diesen Geschäfte ermögliche, die sonst aus Sicht der Geschäftsbanken nicht durchführbar wären.
Das gesamte geplante Fördervolumen des Mittelstandskreditprogramms für 2005 bezifferte Puchta mit mehr als 50 Mio. Euro. Dabei entfielen auf das neue IBB-Wachstumsprogramm 35 Mio. Euro, auf die KfW-Durchleitung 20 Mio. Euro und auf Mikrokredite 1,5 Mio. Euro. Um die nachhaltige Finanzierung des Mittelstandsprogramms zu sichern, kündigte Puchta den Einsatz revolvierender Fonds an. "Diese Fonds, wie sie bereits beim ProFIT-Programm eingesetzt werden, bedeuten eine wirkliche Neuerung in der Berliner Wirtschaftsförderung. Durch eine Kofinanzierung der IBB binden wir EU-Mittel und werden durch dieses Instrument unabhängig von möglichen Restriktionen des Berliner Landeshaushalts."
Bereits heute macht sich die IBB Gedanken über weitere zukünftige Förderfelder. So plant die Bank ein stärkeres Engagement bei der Finanzierung öffentlicher Unternehmen sowie bei Auslandsfinanzierungen und im Risikotransfer.
Für Fragen wenden Sie sich bitte an:
Investitionsbank Berlin
Vorstandssekretariat/Kommunikation
Uwe Sachs
Telefon: (030) 2125 - 2950
http://www.investitionsbank.de
InnovationsNews macht die Berliner High-Tech-Landschaft transparent.
Sichern Sie sich Ihren Informationsvorsprung, abonnieren Sie kostenlos
unseren Newsletter.
http://www.investitionsbank.de/innonews-anmeldung
Grundstein für moderne Wirtschaftsförderung
Wirtschaftssenator Wolf zur Verabschiedung des IBB-Gesetzes
BerliNews, 14.5.2004 - ZN3516
IBB aus der Bankgesellschaft herauslösen
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Ausgründung der Investitionsbank nutzen, um aufzuräumen
BerliNews, 17. 3. 2004 - ZN3366
IBB-Gesetz eingebracht
Senat beschließt Entwurf des Gesetzes zur rechtlichen Verselbstständigung der Investitionsbank Berlin
BerliNews, 24. 2. 2004 - ZN3315
Berichte zur Wirtschaftspolitik in BerliNews
ZN3693
1099 Seitenabrufe seit dem 09.08.2007



