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Verkehrstechnik

Absturz des Adlers

Flugzeugbauer Aquila in Schönhagen trotz guter Auftragslage insolvent

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Berlin, den 19.01.2005, Pressemitteilung:
http://www.aquila-aero.com/deutsch/Pressemitteilung.Inso-Anmeldung.pdf

Die AQUILA Technische Entwicklungen GmbH mit Sitz in Schönhagen bei Berlin hat soeben Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen gestellt. Die Gesellschaft produziert und vertreibt das zweisitzige einmotorige Flugzeug AQUILA A 210 in Faserverbundbauwelse. Das Flugzeug eignet sich hervorragend für die Schulung sowie als Kleinflugzeug für den privaten und den gewerblichen Gebrauch.

Das Amtsgericht Potsdam hat den Rechtsanwalt Dr. Bruno M. Kübler, Seniorpartner der bundesweit tätigen Insolvenzkanzlei KÜBLER, zum vorläufigen lnsolvenzverwalter bestellt. Erste Gespräche mit der Geschäftsführung, den Mitarbeitern, den Gläubigern und den Gesellschaftern über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens konnten bereits geführt werden.

Aufgrund erheblicher Lohnrückstände musste der Betrieb bereits vor Einleitung des Insolvenzverfahrens eingestellt werden. Gemeinsam mit der Geschäftsführung, den Gesellschaftern und dem Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg werden die Möglichkeiten einer kurzfristigen Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes erörtert. Dies ist umso dringender erforderlich, als der Auftragsbestand bei Antragstellung gut war und Kunden auf Auslieferung der bestellten Flugzeuge zu den vertraglich vereinbarten Terminen drängen. Dar vorläufige Verwalter stellte klar, dass eine kurzfristige Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes und eine alsbaldige Eröffnung des Insolvenzverfahrens nur in Betracht komme, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um diesen einzigen Flugzeughersteller Brandenburgs zu erhalten.

In den nächsten Tagen werden weitere Gespräche mit den verfahrensbeteiligten Banken, den Gesellschaftern und auch potentiellen Investoren geführt, die von entscheidender Bedeutung für den weiteren Verlauf des Insolvenzantragsverfahrens sind.

Ansprechpartner Dr. Bruno M. Kübler Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht Sozietät KÜBLER Einemstraße 24, 10785 Berlin TeI. 030/264768-0 Fax 030/264768-40 kuebler@kuebler-gbr.de
www.kuebler-gbr.de


Flugzeugbauer Aquila meldet Insolvenz an
Liquiditätsprobleme trotz Erfolgs mit Zweisitzer
Der Tagesspiegel, 15.1.2005

Flugzeugbauer Aquila pleite - Land bietet Hilfe an
Berliner Morgenpost, 17.1.2005

Märkische Allgemeine Zeitung, 18.01.2005
Insolvenz ist nicht das Aus
Leichtflugzeug-Produktion von Aquila weckt Interesse bei Investoren

Flugzeugwerft stoppt Produktion
Aquila in Schönhagen trotz guter Auftragslage insolvent - Land will helfen - "Namhafte Investoren stehen bereit"
Die Welt, 19.1.2005

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Der am Flugplatz Schönhagen (Landkreis Teltow-Fläming) angesiedelte Flugzeughersteller Aquila (= aquila, lateinisch für Adler) hat einen Insolvenzantrag gestellt.Nicht fehlende Aufträge, sondern ein akuter Liquiditätsengpaß hat die Firma in die Insolvenz getrieben.Inzwischen ruht nun auch die Produktion. Das bestätigte Geschäftsführer Markus Wagner.Betroffen sind 40 Mitarbeiter.
Gemeinsam mit zwei Studienkameraden der Technischen Universität Berlin hatte Wagner die A 210 ab 1995 entwickelt. Im Jahr 2000 bezog das Unternehmen in den Technologiepark Schönhagen.

Das vorläufige Aus für den Hersteller des Kleinflugzeuges A 210 kam überraschend. Mit Aufträgen für 25 Maschinen im Gesamtwert von rund 3,5 Millionen Euro war die Jahresproduktion gesichert. 27 Exemplare des innovativen, einmotorigen Zweisitzers wurden bereits in verschiedene europäische Länder geliefert. Ohne die langen Lieferfristen hätte es noch weitaus mehr Kunden gegeben. Allein im vergangenen Jahr sind 20 Maschinen nach Frankreich verkauft worden. 25 weitere Bestellungen aus ganz Europa im Wert von 3,5 Millionen Euro liegen vor. Das entspricht einer kompletten Jahresproduktion. Erst im vergangenen Jahr erhielt die zweisitzige Maschine die Musterzulassung für den amerikanischen Markt, was Geschäftsführer Wagner seinerzeit als Durchbruch betrachtete.

Man habe schon länger unter Liquiditätsproblemen gelitten, sagte Markus Wagner, einer der drei Geschäftsführer. Auch die wegen der großen Nachfrage geplante Verdoppelung der Produktionskapazität war an den finanziellen Schwierigkeiten gescheitert. Zuletzt habe es auch noch Streit zwischen den Gesellschaftern - neben den drei Gründern eine Bank, ein Luftfahrtunternehmen, eine Vermögensverwaltung und ein privater Investor - gegeben.
Der Grund für die aktuelle Finanzmisere liegt offenbar in der komplizierten Struktur der Aquila GmbH. Ihr gehören mehr als ein Dutzend Gesellschafter an, die sich, als sich im vergangenen Jahr der Engpaß abzeichnete, nicht auf ein Finanzierungsmodell einigen konnten.
Schließlich konnte Aquila Materialien nur noch gegen Vorkasse einkaufen.

Die Nachricht von der Insolvenz kam für Insider nicht überraschend. Bereits am 4. Januar 2005 hatte das Amtsgericht Potsdam für den Hersteller von modernen Leichtflugzeugen einen Insolvenzverwalter eingesetzt, diesen Beschluss jedoch noch am gleichen Tag widerrufen. Am 12. Januar wurde die mit mehreren Innovationspreisen geehrte Schönhagener Firma dann endgültig unter Insolvenzverwaltung gestellt.

Bereits seit Monaten hatte sich die Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Teltow-Fläming um eine Rettung des Unternehmens bemüht. Geschäftsführer Herbert Vogler sieht einen der Gründe für die kritische Entwicklung in der komplizierten Gesellschaftskonstruktion der GmbH mit mehr als einem Dutzend Gesellschafter. "Wir haben mehrmals versucht, Geldgeber aufzutreiben, aber einige Gesellschafter haben die Geschäftsführer regelrecht hängen lassen", beschreibt Vogler die Schwierigkeiten.

Insolvenzverwalter Bruno Kübler, Berliner Rechtsanwalt, sieht angesichts des Markterfolges der A 210 gute Chancen, den Betrieb zu retten. Er hofft jetzt auf neue Investoren und die Unterstützung des Landes.

Das Brandenburger Wirtschaftsministerium hat seine Bereitschaft zur Hilfe angekündigt. "Wenn der Insolvenzverwalter ein schlüssiges und überzeugendes Sicherungskonzept vorlegt, ist das Ministerium zur Unterstützung bereit", sagte Ministeriumssprecher Steffen Kammradt. Es gehe darum, die Arbeitsplätze in der Region und "eine der entscheidenden Leitbranchen unseres Landes" zu erhalten; Luftfahrzeuge gehören zu den bedeutendsten Exportgütern Brandenburgs. Das Ministerium sei in Kontakt mit dem Insolvenzverwalter.

Der aktuelle Kapitalbedarf betrage rund eine Million Euro; weitere drei Millionen wären für die geplante Zweigproduktion in den USA erforderlich. Rund zehn Millionen Euro würde die Weiterentwicklung der A 210 zum Viersitzer kosten.
Dem Vernehmen nach sind etwa zwei Millionen Euro notwendig, um den Betrieb überhaupt in Gang zu halten. Weitere drei Millionen Euro werden für die Errichtung eines geplanten Produktionsstandortes in den USA veranschlagt. Und geschätzte zehn Millionen Euro würde es kosten, auf der Basis der zweisitzigen A 210 ein Flugzeug für vier Passagiere zu entwickeln.

Dass bei Aquila nun die Lichter ausgehen könnten, befürchtet die Geschäftsführung der Schönhagener Flugplatzgesellschaftaber nichtg. "Aquila war immer eine Vorzeigefirma an unserem Standort", sagt Pressesprecherin Sun Jensch, "und ihr attraktives, zeitgemäßes Flugzeug hat nach wie vor große Chancen am Markt." Mehrere mögliche Investoren stünden bereit, um die Produktion am Standort Schönhagen weiter zu führen, was besonders mit Blick auf den osteuropäischen Markt sinnvoll sei, betont Jensch.

Kleinflugzeug Aquila A 210: Besonders leicht, besonders leise, besonders sparsam: Die in Schönhagen entworfene Aquila A 210 gilt als eines der modernsten Kleinflugzeuge der Welt. Durch ihre charakteristische Plexiglaskuppel erinnert die Maschine an ein überdimensionales Insekt. Der erste Start erfolgte im Jahr 2000 nach fünf Jahren Konstruktionsarbeit. Bis zu 305 Stundenkilometer schnell kommt das Flugzeug mit einer Tankfüllung von Berlin bis Rom - bei einem Verbrauch von nicht mehr als acht bis zehn Litern je 100 Kilometer ganz gewöhnlichen Autobenzins. 120 000 Euro plus Mehrwertsteuer kostet eine neue Maschine in der Grundausstattung.


Schöner zahmer Adler

Das Projekt Aquila A210 / Flugbericht von Dieter Vogt

Von der Website : www.aquila-aero.com

Mit großen Erwartungen fuhren wir ins Land der Teltower Rübchen, aber natürlich nicht zu den Rübenbauern, sondern zu den Flugzeugbauern. Der Landeplatz liegt südlich von Berlin und hat den schmeichelhaften Namen Schönhagen. Es gibt dort noch alte, dunkle Fliegerschulgebäude der DDR, und gleich daneben die ersten Hochglanzfassaden der neuen deutschen Gründerzeit. In diesem Jahr entstand eine Produktionshalle für die Aquila 210. Ein Leichtflugzeug, das man zu Schönheitswettbewerben schicken kann. Als der Prototyp auf der Luftsportmesse Aero `99 in Friedrichshafen erschien, war er sogleich umschwärmt.

Am 5. März 2000 zeigte die Aquila in Schönhagen, dass sie nicht nur hübsch herumstehen kann. Testpilot Heiner Neumann kehrte vom Erstflug mit den Worten zurück, so leicht wie die Aquila habe es ihm noch keine gemacht. Seitdem war sie 220 Stunden in der Luft. Den größten Teil des Pflichtprogramms für die Musterzulassung hat sie hinter sich. Nun bekam sie einen Tag frei für eine kleine Kür. Wer sich schon einmal in ein funkelnagelneues Flugzeug setzen durfte, kennt ja das gewisse Herzklopfen vor dem Start. Übrigens gibt es nur dieses eine Exemplar der Aquila. Es repräsentiert ungefähr 2,2 Millionen Mark Entwicklungskosten - eine Summe, die geeignet ist, den Puls des Piloten noch mehr zu beschleunigen.

Die Aquila ist das Werk dreier junger Diplomingenieure. Sie haben sich von ihrem Studium an der Technischen Universität Berlin ermutigen lassen, eine alte Frage neu zu beantworten. Wie baue ich ein Leichtflugzeug, das schneller, sparsamer, leiser und womöglich preisgünstiger ist als all die Modelle von gestern und heute? 1995 fing fingen sie an. Alfred Schmiderer, Peter Grundhoff und Markus Wagner setzten sich an ihre Computer und konstruierten einen zweisitzigen Tiefdecker, geeignet für Training und Reisen.Die Aquila ist ein Kind elektronischer Entwurfs- und Fertigungstechnik. Sie besteht überwigend aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Zeitgemäß landete sie in der neuen Motorflugzeugkategorie VLA ( Very Light Aircraft) mit vereinfachter Zulassung.

Es ist kein Wunder, dass die Computer nach der Abwägung aller Wünsche ein Flugzeug auswarfen, das eine ferne Verwandtschaft mit der Diamond Katana nicht verleugnet. Die österreichische Katana war die VLA - Wegbegleiterin.Die brandenburgische Aquila hat trotz der Anklänge an die Konkurrentin ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Sie dankt es vor allem der Flügelform: einem Dreifachtrapez mit zurückweichender Vorderkante. Das sah man bisher nur bei Dornier und beim Discus. Die Tragfläche in Sandwichbauweise hat eine Kohlefaserholm; ihr Laminarprofil wurde maßgeschneidert. Die Flügelenden sich zu Winglets, die nicht nur eine modische Floskel sind. Das Kreuzleitwerk hat eine wohlgeformte Seitenflosse von beruhigender Größe.

Aussehen und Leistungsdaten versprechen ein sportliches Fluggerät. An die Sportlichkeit der Piloten werden dabei nur geringe Anforderungen gestellt, ist doch der Einstieg über den Flügel sehr bequem. Auch wer schon in die breiteren Jahre gekommen ist, findet Platz genug, um sich und seine Navigationskarte zu entfalten. Die geräumige Kabine gibt der Aquila aus mancher Perspektive ein leicht schwangeres Aussehen. Man sitzt nebeneinander unter einer Haube mit exzellenter Rundumsicht. Die Anordnung der Armaturen ist noch nicht endgültig. Aber wir bekommen eine vorbildliche Checkliste, nach deren Lektüre wir langsam zur Startbahn 25 rollen. Das gesteuerte Bugrad hält gegen einen strammen Seitenwind akkurat die Mittellinie. Außer den Fahrwerkschwingen, robusten Blattfedern gibt es nicht viel Metall an diesem Flugzeug. Schon beim Gasgeben hat man völlig vergessen, dass die Aquila ein absoluter Neueinsteiger am Himmel ist. Sie reagiert unheimlich normal. Das spricht für sie. Unter der Haube hat sie den Klassenprimus unter den leichten Vierzylinder- Motoren, den Rotax 912S. Die Leistung ( 73 kW/ 100 PS) wird auf einen hydraulisch verstellbaren Propeller übertragen. Nach knapp 200 Meter Rollstrecke kann man das Bugrad heben, und die Aquila steigt weg. Das Variometer hält sich an den Werbeprospekt: 4,80 Meter in der Sekunde. Über der ereignislosen, von großen Wäldern bedeckten märkischen Landschaft gehen wir auf Südkurs. Im Reiseflug ( 75 Prozent Leistung) erreicht die Aquila etwa 235 km/h. Für diese Geschwindigkeit wurde eine Reichweite von 1380 Kilometer errechnet. Die beiden Flügeltanks fassen je 60 Liter, wahlweise Flug- oder Autosuperbezin.

Zu den besten Errungenschaften des moderne Flugzeugbaus gehört die Gutmütigkeit seiner Produkte. In der Aquila kann man sich kaum noch vorstellen, mit welchen Tücken frühere Flugzeuggenerationen ihre Piloten erschrecken konnten. Mit gezogenem Knüppel durchpflügt man die Luft im Sackflug und liest auf dem Fahrtmesser 80-85 km/h ab. Eine eindrucksvolle Demonstration der Langsamkeit. Es ist die besondere Flügelgeometrie, die zusammen mit Fowlerklappen und Winglets den Strömungsabriss hinauszögert. Allerdings dürfen wir weitere Grenflugzustände beim jetzigen Entwicklungsstand der Aquila nicht herbeiführen.

"Es braucht Mut", schrieb der "aerokurier" beifällig über das Projekt. Und es braucht Geld. Schmiderer, Grundhoff und Wagner gründeten 1996 die Aquila technische Entwicklungen GmbH, deren Geschäftsführe sie wurden, und bezogen ein leerstehendes Gebäude am Flugplatz Schönhagen. Sie bekamen Fördergelder des Landes und des Bundes. Bevor noch der Vogel geschlüpft war, gab es auch Zeichen der Anerkennung. Beim Wettbewerb des Landkreises Teltow- Fläming ( "TF innovativ `99) landeten sie auf dem ersten Platz. Auf den Existenzgründertagen in Berlin wurden sie Landessieger. In der neuen Halle , die mitsamt Büros 2,9 Millionen Mark gekostet hat, fängt nächstes das Geldverdienen an. Derzeit werden die Formen für den Serienbau gefräst. Sollte sich das lebhafte Interesse der Fliegerwelt in Kaufverträgen niederschlagen, können bis zu 50 Flugzeuge im Jahr geliefert werden. Den zunächst angesetzten Nettopreis musste man indessen korrigieren: 220 000 Mark.

Aquila, der Adler. Wir kreisen über der Hauptstadt des Landes, das den Adler im Wappen hat. Ist ein Raubvogel der richtige Namenspatron für einen Wandervogel? Die Aquila vereint scheinbar gegensätzliche Eigenschaften: Temperament und Gutmütigkeit. In ihren Leistungen übertrifft sie herkömmliche E-Klasse-Zweisitzer. Und bietet, was noch bemerkenswerter ist, auch deren Reisekomfort. Kurz vor Sonnenuntergang rollt die Aquila in Schönhagen aus. Wahrscheinlich hat man sie bei diesen Lärmgrenzwerten gar nicht kommen hören. Im Schlepp eines Autos überquert sie das noch unbebaute, aufgewühlte Flugplatzgelände und kehrt in ihre Halle zurück. Demnächst sollen viele Aquilas den umgekehrten Weg nehmen.

Unternehmensprofil

Gründung
Im August 1996 geht die AQUILA Technische Entwicklungen GmbH aus der Ingenieurgemeinschaft Schönhagen (seit 01.10.1995) hervor. Die Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens sind: Dipl. Ing. Peter Grundhoff, Dipl. Ing. Alfred Schmiderer, Dipl. Ing. Markus Wagner

Beschäftigte
1996: 3
1998: 8
1999: 10
2000: 12
2001: 20
2002: 32
2003: 38

Chronologie der AQUILA A 210 - Entwicklung
Seit 1995 Entwicklung der AQUILA A 210.
1997 Einrichtung einer vorübergehenden Produktionsstätte in den ehemaligen Werkstätten der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) in Schönhagen und Beginn des Formenbaus.
1998 werden erste Teile für den Prototypen gefertigt.
Im November 1998 findet ein erfolgreicher Belastungsversuch der Tragflügelstruktur an der Technischen Universität Berlin statt.
Standschwingversuch im Rahmen der Nachweisführung im August 1999.
Januar 2000 Baubeginn für eine eigene Produktionsanlage innerhalb des Luftfahrttechnologieparks auf dem Flugplatzgelände Schönhagen.
2./3. Februar 2000 Begutachtung des Prototypen durch das Luftfahrt Bundesamt.
Am 05. März 2000 hebt Testpilot Heiner Neumann um 08:32 Uhr MEZ zum erfolgreichen Erstflug vom Flugplatz Schönhagen ab.
Fortführung der Flugerprobung.
Die AQUILA Technische Entwicklungen GmbH wird mit dem Preis: Gründerchampion 2000 ausgezeichnet.
Präsentation auf der ILA 2000 mit Teilnahme am Flugprogramm.
Im Oktober 2000 Bezug der neuen Produktionshalle mit 1700 m² Produktions- und 500 m² Bürofläche.
Die IHK Potsdam verleiht den Unternehmensinnovationspreis 2000 an das Unternehmen.
Die Zulassung des Entwicklungsbetriebes wurde im Januar 2001 erteilt.
Die Flugerprobung der A 210 wurde im März 2001 abgeschlossen.
Die Musterzulassung für die A 210 wurde im September 2001 erteilt.
Die Zulassung als Herstellungsbetrieb wurde im Februar 2002 erteilt
Die Zulassung als JAR-145 Wartungsbetrieb wurde im Februar 2002 erteilt.
Das erste Serienflugzeug wurde im Juli 2002 ausgeliefert.
Ende 2002 nach Erhalt der holländischen Zulassung wurde die erste AQUILA ins Ausland geliefert.
2003 ist die Zulassung in Frankreich, Australien und der Schweiz erfolgt.
Am 4. November 2003 hat die FAA die Zulassung in den USA erteilt!

Aussichten und Ziele
Die Produktionskapazität wird auf 50 Einheiten pro Jahr gesteigert.
Weitere Zulassungen werden für Österreich, England und Skandinavien in 2003 beantragt.
Ergänzende Zulassungen für den Betrieb eines Autopiloten und den Flugzeugschlepp.

AQUILA A210 Beschreibung
Die AQUILA A 210 ist ein in Faserverbundbauweise gefertigtes, einmotoriges Flugzeug für den Reiseflug, die Schulung und den Schleppbetrieb von Segelflugzeugen. Ausgestattet ist sie mit zwei Sitzen in Side-by-Side Anordnung, einem Tragflügel in Tiefdeckeranordnung und einem Kreuzleitwerk.Entwickelt und hergestellt wird sie von der AQUILA Technische Entwicklungen GmbH mit Sitz in Schönhagen bei Berlin. Auslegung: Der Tragflügel besitzt ein sehr widerstandsarmes, speziell für dieses Flugzeug von der DLR Braunschweig ausgelegtes Laminarprofil mit Fowlerklappe der Horstmann-Quast (HQ)- Reihe. Der Grundriß des Tragflügels, ein Dreifachtrapez, bietet bei minimalem Widerstand im Reiseflug, bis hin zur Überziehgeschwindigkeit, sehr gute Flug- und Handlingeigenschaften. Die elektrisch betriebene Fowlerklappe ist sehr wirksam und erzeugt in der Landestellung einen hohen Maximalauftrieb. Dies führt zu geringen Landegeschwindigkeiten und sorgt durch eine ausreichende Widerstandsentwicklung für kurze Landestrecken. In der Startstellung erzeugt sie genügend Auftrieb um das Flugzeug gefahrlos von kurzen, unbefestigten Pisten zu betreiben. Die Schalenstruktur des Tragflügels ist als GFK/Hartschaum-Sandwich gefertigt. Der Holm sowie die Kraftausleitungen sind in CFK ausgeführt.

Die Leitwerke sowie alle Klappen und Ruder sind als GFK/Hartschaum Sandwich mit CFK Verstärkungen hergestellt.
Der Rumpf ist als GFK-Schale mit CFK-Stringern und GFK/CFK Spanten ausgeführt. Das geräumige geschlossene Cockpit bietet in seiner Side-by-Side Anordnung der Sitze, auch für große Piloten ausreichend Platz und gewährleistet, aufgrund der Vollverglasung, in alle Richtungen eine exzellente Sicht. Dies ist besonders für den Schulungs- und Trainingsbetrieb von großem Vorteil. Hinter den verstellbaren Sitzen befindet sich der Gepäckraum, der seitlich über eine Klappe bequem befüllbar ist und von seinen Ausmaßen höchsten Ansprüchen genügt.

Fahrwerk : Das feststehende Dreibeinfahrwerk besteht aus dem Hauptfahrwerk in robuster Stahlschwingenkonstruktion und dem sehr komfortabel gefederten, lenkbaren Bugfahrwerk. Drei große Räder gleicher Dimension lassen einen Betrieb auch im hartem Schulungseinsatz und von unebenen Pisten zu.
Die einzeln ansteuerbaren Bremsen am Hauptfahrwerk und das über die Seitensteuerung lenkbare Bugfahrwerk, ermöglichen Rollmanöver auf engstem Raum.

Antrieb : Der hydraulisch verstellbare Constant-Speed Propeller mt-propeller MTV-21-A/175-05 wird von einem 4-Takt / 4-Zylinder Kolbenmotor des Typs ROTAX 912S (100 PS) angetrieben. Die beiden je 60 l fassenden Integraltanks in den Tragflächen, gepaart mit einem geringen Verbrauch, ermöglichen dank der hohen Reisegeschwindigkeit eine in dieser Flugzeugklasse ungewöhnlich große Reichweite. Die Möglichkeit, den Motor mit bleifreiem Eurosuperbenzin zu betreiben, erhöht die Wirtschaftlichkeit zusätzlich. Durch die Unterschreitung zukünftiger Lärmgrenzwerte ist ein Betrieb auf allen Flugplätzen problemlos.

Elektrik : Das elektrische System ist als 14-Volt Versorgung mit Generator und einer Batterie ausgelegt. Alle elektrischen Verbraucher sind über Einzelschaltkreise kontrollierbar und über Wippenschalter bzw. Sicherungsautomaten an die Versorgung angeschlossen. Ein Zündschalter bedient die zwei getrennten Zündkreise.

Zulassung: Die AQUILA A 210 ist ein Motorflugzeug, dass nach der Bauvorschrift JAR-VLA zugelassen ist. Sie ermöglicht einen uneingeschränkten VFR-Day Flugbetrieb. Der Betrieb zum Schleppen von Segelflugzeugen wird ebenfalls zugelassen


Höhenflug der Aquila
Innovationspreis der IHK Potsdam für Flugzeug aus Schönhagen
BerliNews, 29. 11. 2000 - IP 6012

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