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Wirtschaftspolitik

Ein Jahr EU-Osterweiterung

Berliner Unternehmen sehen deutlich positive Auswirkungen - WFBI/IHK-Befragung

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PE WFBI 29.4.2005 10:49

BERLINER BEWERTUNG DEUTLICH POSITIVER ALS DER BUNDESDURCHSCHNITT
Berliner Unternehmen sind in den Beitrittsstaaten erheblich engagierter und bewerten die unternehmerischen Auswirkungen der EU-Erweiterung deutlich positiver als der Bundesdurchschnitt. Kostenaspekte spielen für Berliner Firmen bei der Rekrutierung von Arbeitskräften aus den Beitrittsstaaten nur eine untergeordnete Rolle.

Ein Jahr nach der EU-Erweiterung führten 18 Industrie- und Handelskammern bei Unternehmen im gesamten Bundesgebiet eine Befragung zu den Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit deutscher Unternehmen in den neuen Mitgliedsländern durch. Grundlage der Auswertung sind die Antworten von gut 2.400 Unternehmen.

In Berlin hat die Wirtschaftsförderung Berlin International (WFBI) in Zusammenarbeit mit der IHK Berlin und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertrag (DIHK) 750 außenwirtschaftlich orientierte Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen befragt. Die Berliner Ergebnisauswertung stützt sich auf rund 60 Antworten.

"Ganz offensichtlich können Berliner Unternehmen stärker von der EU-Erweiterung profitieren als der Bundesdurchschnitt" freut sich Roland Engels, Geschäftsführer der WFBI, in einer ersten Zwischenbilanz. "Bei den außenwirtschaftlich orientierten Berliner Unternehmen liegt der Anteil derjenigen, die aktuell Geschäfte mit Partnern in den Beitrittstaaten abwickeln, bei fast 70 Prozent und damit um rund 20 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Mehr als 80 Prozent der Berliner Firmen, die bereits vor der EU-Erweiterung Kontakte nach MOE hatten, haben ihre Geschäftstätigkeit nach dem 1. Mai 2004 weiter ausgebaut; rund 45 Prozent der Unternehmen, die bis zur EU-Erweiterung keine Partner in den Beitrittstaaten hatten, verfügen jetzt über Geschäftskontakte. Diese Quote ist annähernd doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt!" Für Engels bestätigt das Umfrageergebnis nicht nur die gemeinsam mit dem Senat verfolgte außenwirtschaftliche Fokussierung auf Mittel- und Osteuropa. "Das Umfrageergebnis untermauert auch die Aussage, dass Berlin der ideale Standort für alle Unternehmen ist, die in den MOE-Staaten geschäftlich aktiv werden möchten".

Berliner Unternehmen sehen in der EU-Erweiterung für sich deutlich mehr positive Aspekte als Unternehmen im Bundesdurchschnitt. Dies gilt speziell für das produzierende Gewerbe und den Dienstleistungssektor. Als besonders vorteilhaft wird der Wegfall von Zöllen, die Reduktion der Transaktionskosten und die Vereinheitlichung von Standards empfunden. Bei den Nachteilen überwiegt bundesweit die Furcht vor sich verstärkendem Wettbewerbsdruck in Deutschland. Geschäftshemmnisse werden primär im Bereich von Rechtssicherheit und Bürokratie gesehen, des weiteren bei der Informationsbeschaffung, in sprachlicher Hinsicht und bei der Identifikation verlässlicher Partner.

Die Zielsetzung der Berliner Unternehmen bei der Einstellung von Arbeitskräften aus MOE unterscheidet sich ebenfalls grundlegend vom bundesweiten Durchschnitt. Fast 60 Prozent der befragten Berliner Firmen wollen so länderspezifisches Know-how in ihr Unternehmen integrieren, 26 Prozent wollen den Fachkräftemangel ausgleichen und nur für 14 Prozent geht es um Kostengesichtspunkte. Bundesweit stehen niedrigere Lohnkosten mit rund 60 Prozent klar an erster Stelle.

Brandenburgische Unternehmen sehen die EU-Erweiterung ähnlich positiv wie die Firmen in der Hauptstadt. Allerdings stehen nach den Ergebnissen der Umfrage der IHK Potsdam bei der Einstellung von Arbeitskräften aus den MOE-Staaten so wie im Bundesdurchschnitt ganz klar die Lohnkostenaspekte im Mittelpunkt.

Christina Hufeland Wirtschaftsförderung Berlin International GmbH Berlin Business Development Corporation Ludwig Erhard Haus Fasanenstr. 85 D - 10623 Berlin Fon: +49 30 399 80 - 216 Fax: +49 30 399 80 - 239 Mail: mailto:Christina.Hufeland@wfbi.de Web: http://www.wfbi.de/


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