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Innovationspolitik

Koffermode auf Partnersuche

Zwischenbilanz der Initiative "Top 100 Erfindungen aus Berlin-Brandenburg"

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PE 16.11.2005

Obwohl die Kreativität von Privaterfindern aus Berlin und Brandenburg weiterhin unerschöpflich ist, kommen die wenigsten Ideen tatsächlich auch als Produkte auf den Markt. Dieses Fazit zieht die Erfinderinitiative "Top 100", ein Zusammenschluss mehrerer INSTI-Erfinderclubs aus der Region. Von 30 aktuellen Schutzrechten, die im Rahmen der Aktion "Berlin-Brandenburg sucht 100 aktuelle und vermarktbare Erfindungen" bisher eingereicht wurden, werden die wenigsten mit nachhaltigem Erfolg vermarktet. "Der große Rest, sucht nach Geldgebern und Partnerunternehmen, um endlich voranzukommen", bilanziert Peter Stepina, Chef des 1976 von ihm gegründeten ältesten deutschen Erfinderstammtisches in Berlin. Dazu gehörten ein unplatzbarer Luftballon für Krabbelkinder von Gesa Wohlleben oder eine Idee von Ali Yumusak für bebilderte bzw. beschriftete Latexkondome.

Zu den wenigen Innovationen, die in jüngster Zeit in Eigenregie das Licht der Welt erblickt haben, gehören die mit wechselnder Flammenzahl brennenden Kerzenkunstwerke der deutsch-irakischen Erfinderin Maha Alusi aus Berlin-Dahlem (www.alusi.biz), ein Verfahren zur industriellen Herstellung von geschälten Kartoffeln (www.invatpat.de), ein Transport-Trolley als Fahrradanhänger (www.kinzel-ag.de) sowie vom Charlottenburger Erfinder der Leichtmetallroller Sighart Straka ein mehrspuriger Tretroller mit einer Lenkachse (www.hillcart.com). Auch Alexander Erdmann, der über einen TV-Beitrag einen Produzenten für seinen universellen Leseständer (www.lesestaender.de) im Sächsischen fand, hat es mit seiner Produktneuheit ebenso geschafft wie der Berliner Michael Kobzan, der seine "eingepackte" Fahrradkette (www.velociped.ch) von einer Firma in Bielefeld vermarkten lässt.

Das Fehlen einer Schnittstelle zwischen Erfindern und Mittelständler schlägt sich auch in der Wunschliste der freien Erfinder aus der Hauptstadtregion nieder. So steht die Suche nach Produktions- bzw. Lizenzpartnern auch aus Sicht von Technologieberater Siegfried Helling weiterhin an erster Stelle. "Auf sich allein gestellt und im Schatten der Öffentlichkeit fehlt den zu Dutzenden zählenden freien Erfindern allein die Kraft für große Würfe", so die Erfahrung des Mitarbeiters der Technologiestiftung Berlin. Umso mehr sollte dazu auch die Unterstützung durch INSTI-Partner im Rahmen einer kostenfreien Erstberatung für freie Erfinder (www.insti.de "Erfinderfachauskunft") genutzt werden.

Die meisten auf der Internetseite www.patente-erfindungen.de zusammengetragenen Berlin-Brandenburger Erfindungen suchen solche und ähnliche Partnerschaften. Multi-Erfinder Reinald Ramm aus Werder hält u. a. für einen besonders pfiffigen Bob-Schlitten bzw. für eine Erdbeer-Erntemaschine nach Herstellern Ausschau. Der Berliner Jürgen Beier und aus Birkenwerder Diplomingenieur Bernd Monno würden gern für ihren KrawattenKnotenSchmuck (www.tieknot.de.vu) bzw. für das Ganzkörperfahrrad mit zusätzlichem Handantrieb (www.exycle.de) Lizenzen vergeben. In diesem Punkt sind sie sich mit Felix Gonzalez Arranz, einem Mitarbeiter der Spanischen Botschaft in Berlin, und Modeschöpferin Gerlinde von Steht einig. Die Beiden würden ihre Kreationen - einen Keramikbräter zur aromatischen Zubereitung von Geflügel bzw. einen Leichtkoffer mit drei multifunktionalen Kombi-Kleidungsstücken (www.peppart.com) - ebenfalls in großem Stil produziert sehen.

Top 100-Erfindungen aus Berlin-Brandenburg gesucht

Die Berlin-Brandenburger Erfinderinitiative "TOP 100" sucht bis zum Jahresende neue Patente und Gebrauchsmuster aus der Region. Wie der Zusammenschluss mehrerer INSTI:-Erfinderclubs in einer ersten Pressemitteilung betonte, soll mit Blick auf den zu vermutenden Dornröschenschlaf vieler Innovationen eine Web-Datenbank mit 100 aktuellen, bereits beim Patentamt angemeldeten Ideen angelegt werden. Die Neuheiten mit Angaben zu Erfinder, Schutzrechtsnummer, Branche und ggf. der Mitteilung, wo dem Patentinhaber der Schuh besonders drückt, werden ab September auf der Seite www.patente-erfindungen.de veröffentlicht. "Wir wollen so die öffentliche und Aufmerksamkeit auf neuartige Lösungen von freien Erfindern und Kleinunternehmen richten und so ggf. zur schnelleren Vermarktung der vorgeschlagenen Konzepte beitragen", sagte Mitinitiator Siegfried Helling von der Technologiestiftung Berlin, der zugleich Pate eines INSTI-Erfinderclubs in Berlin ist.

Der Erfinderaktionsgemeinschaft "TOP 100" gehören neben vier Erfinderclubs auch die Berliner Patentanwaltskanzlei www.berlin-patent.de sowie das auf Innovationen spezialisiertes Pressebüro www.InnoMedia-Berlin.de an. In beiden Bundesländern arbeiten laut INSTI-Projektmanagement, das mit Mitteln aus dem BMBF zum besseren Erfinderklima in Deutschland beitragen will, insgesamt zehn schulische, öffentliche oder universitäre Erfinderclubs.

Die Bundesländer Berlin und Brandenburg gehörten mit lediglich 1.252 zum Patent angemeldeten Erfindungen auch im vorigen Jahr wieder eher zu den innovativen "Entwicklungsländern". Der Patentanteil 2004 von unter drei Prozent am Bundesaufkommen lässt hingegen kaum vermuten, dass der märkische Ballungsraum über eine besondere Dichte von Universitäten, Fachhochschulen, Technologieparks und FuE-Firmen und damit über beste Voraussetzungen für Innovationen verfügt.

Kontakt: www.patente-erfindungen.de, Pressekontakt: Herr Oertel 0177 3060533 (u. a. auch für Fotos bzw. Interviews), erfinder@innomedia-berlin.de


http://www.patente-erfindungen.de/erfindungen_100_home.htm

Velotaxi als Werbeträger
Universal-Leseständer Badewanne/Schreibtisch/Notenständernder usw
KrawattenKnotenSchmuck
Ganzkörperfahrrad mit zusätzlichem Handantrieb
Individuelle Postkarten mit Ihrem Foto
Elektrisches Saiteninstrument = Musikinstrument ohne Kopfplatte
Fahrrad-Kettenschutz
Spezieller Bob-Schlitten/ Erdbeer-Erntemaschine/ Tornado-Turbine
Verfahren zur ind. Herstellung von geschälten Kartoffeln/Obst usw
Oberflächenbeschichtung mit endothermischen Effekten
MobilToilettenTechnologie aus Wellpappe (mobil, anschlußfrei)

Kerzen mit wechselnder Flammenzahl, komponierten Düften und Farben!

Ostern entwickelt, Weihnachten schon auf dem Markt: Die "Shama"-Kerze als Symbol für Leben und Vergänglichkeit brennt im Laufe ihres feurigen Daseins - und das beträgt immerhin neun Stunden - mit ein bis vier Flammen und ist eine brandaktuelle Innovation aus Berlin.
Mit dem kreativen Erstling legt die Deutsch-Irakerin Maha Alusi, die nicht nur neuartige Wachsprodukte, sondern dazu auch ein viel versprechendes Herstellungsverfahren entwickelt hat, zugleich den Grundstein für ihre neue Selbständigkeit als Unternehmerin.

Ihr Label "alusi", so die Pläne der erfolgreichen 38-jährigen Architektin, soll bereits im kommenden Jahr von Deutschland aus in Europa und in der arabischen Welt Fuß fassen. Noch vor Weihnachten kommen die ersten Hand gefertigten Designerkerzen mit eigener Seriennummer, Faltbüchlein und Philosophie auf den Markt. Die Geschenkkerze, deren Gestalt an orientalische Ornamentik erinnert, unterscheidet sich von allen bekannten Vorgängern in Form, Innenleben und der Art der Verbrennung. 38 Euro kostet die "alusi"-Startkreation, die in rund neun Stunden Lebensdauer auf unvergleichliche Weise mit mehrfach wechselnder Flammenzahl begeistert: Aus einer werden drei, dann vier, dann zwei und zum Schluss wieder eine.

Mit ihren Lichtkompositionen aus Wachs folgt die von der Technologiestiftung Innovationsagentur Berlin betreute Gründerin ihrem ganz eigenen Credo: "Wir können die Zeit nicht anhalten, aber wir können ihre einzelnen Momente genießen." Zu Maha Alusis nächsten Projekten zählen so genannte Bausteinkerzen, die ihre Flammen im Raum dreidimensional verzweigen, sowie Wachsinnovationen, die zeit-, farb- und später auch geruchsdefiniert "abbrennen" sollen. Auf diese Weise will die Erfinderin aus Dahlem den vergänglichen Charakter der Zeit in erlebbare Kunst verwandeln.

Maha Alusi, die maßgeblich an der Ausgestaltung des deutschen Pavillons auf der Expo 2000 beteiligt war, experimentiert oft schon in den frühen Morgenstunden im hauseigenen Labor. Nicht selten überrascht sie ihr inzwischen dreiköpfiges Team bereits beim Frühstücken mit neuen Ideen. Die Produkt-Neuschöpfungen an der Schnittstelle zwischen innovativer Technik und Kunst werden dann nach ihren Vorstellungen zum Teil in einer Berliner Behindertenwerkstatt hergestellt.


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