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Verkehrstechnik

Basispapier Kraftfahrzeugtechnik

13. Forschungspolitischer Dialog am 17. Januar 2006 im Heizkraftwerk Moabit

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- Programm hier -

Einführung
Die Automobilindustrie zählt mit mehr als 700.000 Beschäftigten zu den Schlüsselbranchen Deutschlands. Trotz harter internationaler Konkurrenz hat die deutsche Autoindustrie ihren Gesamtumsatz in den vergangenen Jahren auf heute über 200 Mrd. € kontinuierlich steigern können. Mit ca. 14 Mrd. € verfügt der Kraftfahrzeugsektor über den größten Forschungs- & Entwicklungsetat aller industriellen Branchen im Lande und fungiert damit als ein wichtiger Motor für technologische Innovationen.

Die zentralen technologischen Herausforderungen:
- Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen, Diversifizierung der Primärenergien für Kfz,
- Verringerung von Luftschadstoff- und Lärmemissionen,
- Erhöhung der Verkehrssicherheit durch fahrzeugtechnische, infrastrukturelle und telematische Maßnahmen sowie deren Integration,
- Intensivierung der "Elektrifizierung" und "Elektronisierung" des Kraftfahrzeugs zur Optimierung von Energieverbrauch, Emissionen, Komfort und Kosten; damit verbunden die Erhöhung der Zuverlässigkeit zunehmend komplexer elektronischer Systeme,
- Leichtbau durch neue Werkstoffe und Fertigungstechniken.

Wie andere industrielle Bereiche des Landes stehen die Kraftfahrzeughersteller und deren Zulieferer unterschiedlichster Größe unter zunehmendem Druck durch Wettbewerb aus Niedriglohnländern, der sich in den letzten Jahren auch in den Entscheidungen für neue Standorte dieser global agierenden Branche niedergeschlagen hat. Für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland resultiert daraus - auch und gerade für den im Automobilbau engagierten Mittelstand - die Notwendigkeit erhöhter Flexibilität und die Bereitschaft zur Kooperation mit Partnern, die komplementäre Fähigkeiten einbringen. Nur durch vertrauensvolle und nachhaltige Partnerschaften können kleinteilig organisierte Zuliefer-Unternehmen Subsystem-Kompetenz und "Unique capabilities" erlangen, die strukturelle Nachteile in der Kostenstruktur gegenüber ausländischer Konkurrenz kompensieren können.

Der Kraftfahrzeugsektor spielt nicht nur eine Schlüsselrolle für Wirtschaftkraft und Beschäftigung, sondern auch zur Erreichung verkehrs- und umweltpolitischer Ziele. Die mit erheblichem Forschungsaufwand verbundene Entwicklung und Erprobung neuer Technologien, z.B. im Antriebssektor, besitzen wichtige Bedeutung für globale, regionale und lokale Problemlösungen.

Potenziale der Hauptstadtregion

Mit rund 19.000 Beschäftigten in Industrie, KMU und Forschungseinrichtungen rangiert die Hauptstadtregion heute auf Platz sieben der Kraftfahrzeugzentren Deutschlands. Neben den Fahrzeugherstellern DaimlerChrysler (Produktion Pkw-Motoren und Antriebskomponenten in Berlin-Marienfelde, Produktion von Transportern in Ludwigsfelde), BMW (Motorradproduktion und Komponentenfertigung für Pkw-Antriebe), Volkswagen (Tochtergesellschaften carmeq und Gedas) sind System-Lieferanten ("Tier 1 supplier") wie Delphi (Entwicklungszentrum für Fahrzeugsicherheit, Elektronikkomponenten), Visteon (Kunststoffteile), Takata Petri (Ingenieurzentrum für Fahrzeugsicherheit), Knorr-Bremse (Nfz-Bremsen und Schwingungsdämpfer für Motoren), ZF (Getriebefertigung in Brandenburg/Havel), Continental (Elektrikausrüstungen sowie neues Zentrum für Hybridantriebe gemeinsam mit ZF) in der Region BerlinBrandenburg ansässig. Bekannte Engineering-Dienstleister wie IAV, INPRO und AMOVIS haben ihren Sitz in Berlin. Inklusive der Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) als Komponenten- und Bauteilzulieferer haben mehr als 130 Unternehmen in der Hauptstadtregion ihr wirtschaftliches Standbein in der Kraftfahrzeugtechnik.

Im wissenschaftlichen Bereich arbeiten in Berlin und Brandenburg ca. 560 Forscher in 25 Instituten an Lösungen für das Automobil von morgen. Fokus der fahrzeugtechnischen Forschung ist die TU Berlin mit dem Institut für Land- und Seeverkehr und komplementären Fachgebieten anderer Institute, z.B. in der Elektrotechnik, der Energietechnik, der Automatisierung- und der Produktionstechnik.
Über anerkannte Kompetenzen in Automobiltechnik, Automobilbau und "enabling technologies" - Technologien anderer Disziplinen, die auch für die Kfz-Technik neue Horizonte eröffnen - verfügen aber auch die BTU Cottbus, die FHTW Berlin sowie außeruniversitäre Einrichtungen wie die Fraunhofer Institute IZM, IPK, FIRST, HHI, das DLR Institut für Verkehrsforschung und die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM).

Aus der Wissenschaft heraus sind Unternehmen gegründet worden, die heute erfolgreich am Markt agieren und nach wie vor sehr eng mit ihren "Mutter-Instituten" kooperieren, darunter die - Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr GmbH (IAV), die sich in den gut 20 Jahren seit ihrer Gründung als An-Institut der TU Berlin inzwischen zu einem der größten Engineering-Dienstleister für die Automobilindustrie entwickelt hat,
- Ingenieurgesellschaft für Automobiltechnik (IAT), mit heute 25 Beschäftigten ein erfolgreicher Anbieter von Entwicklungsleistungen im Bereich Fahrzeugsicherheit und nach wie vor eng mit der TU Berlin verbunden,
- Human-Factor-Consult GmbH (HFC), die ihren Ursprung ebenfalls an der TU Berlin hat und gefragter Spezialist in Sachen optimierter Ergonomie und aktiver Sicherheit von Kraftfahrzeugen ist.

Die wissenschaftliche Expertise der Region in der Kfz-Technik manifestiert sich nicht nur in der Vielzahl nationaler und internationaler Kooperationen. So wurden und werden an der TU Berlin wesentliche Grundlagen der modernen Fahrzeugsicherheit systematisch erarbeitet, aber auch im Antriebs-/Energiebereich, in der Kfz-Produktionstechnik und in Methoden des Fahrzeugentwurfs, in der Werkstofftechnik sowie auf dem Feld der Fahrzeugelektronik kann die Wissenschaft der Hauptstadtregion Pionierleistungen für sich in Anspruch nehmen.

Berlin hat sich als international vielbeachtetes Testfeld für die Erprobung neuer Antriebstechnologien und Kraftstoffe unter alltagsnahen Bedingungen etabliert. Aktuelle Beispiele hierfür sind:
- Clean Energy Partnership Berlin (CEP): Initiative der Automobilindustrie, der Energiewirtschaft, der BVG, des Bundes und des Senats zur Erprobung und Optimierung des Einsatzes von Wasserstoff in Kraftfahrzeugen im Praxiseinsatz, inkl. der öffentlich zugänglichen Betankungsinfrastruktur,
- Tausend Umwelttaxis für Berlin (TUT): Beschleunigte Markteinführung des Erdgasantriebs für Taxis und Fahrschul-Pkw unter Leitung der GASAG und mit Unterstützung des Bundes und des Senats, - Einführung von erdgasbetriebenen Nutzfahrzeugen für gewerbliche Flotten in Berlin als Teil des integrierten EU-unterstützten Projekts TELLUS mit GASAG, Senat und FAV.

Darüber hinaus sind in Berlin bereits in den achtziger Jahren durch Pkw-Hersteller und Wissenschaft Untersuchungen zum Wasserstoffeinsatz betrieben worden, die zu wichtigen Erkenntnissen in Sachen Motortechnik, Kraftstoffspeicherung, Sicherheit und Emissionen geführt haben.

Wenngleich die weiter oben genannten global aktiven Unternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung dominieren, ist die Unternehmenslandschaft im Kfz-Sektor der Region eher kleinteilig organisiert. Die Vielzahl von KMU im Zulieferbereich verfügt in der Regel über spezifische Kompetenzen auf abgegrenzten Feldern. Zum Erreichen eines nachhaltigen Beschäftigungswachstums müssen sich die vorhandenen unternehmerischen Fähigkeiten im Verbund mit dem wissenschaftlichen Know-how zu Innovationsnetzwerken entlang der Wertschöpfungskette entwickeln. Die Beiträge der Forschungseinrichtungen sind dabei von essentieller Natur; sie liefern den KMU über die Erlangung von System- und Subsystemfähigkeit das wissenschaftlich-technologische Fundament zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition. Der Aufbau vertrauensvoller und nachhaltiger Verbünde ist ein entscheidender Schlüssel und Herausforderung für die Sicherung und den Ausbau der Marktposition der Region im Automobilbereich.

Prinzipiell nachteilig wirkt sich aus, dass kein Fahrzeughersteller bzw. Tier 1 Supplier seinen Sitz bzw. sein F&E-Zentrum in der Region hat. Wenngleich komplette Standortverlagerungen auf dieser obersten Unternehmensebene wenig realistisch erscheinen, sollten die strategischen Akquisitionsbemühungen der Region vor allem durch zwei Stoßrichtungen weiter verstärkt sein: - Ansiedlung eines Hersteller- oder Zuliefererwerkes. Das Beispiel Leipzig hat gezeigt, dass der Standort Deutschland bei konzertierter Aktion aller Beteiligten hier durchaus wettbewerbsfähig ist. Die Weiterentwicklung des innovativen Umfeldes auch und gerade in Sachen wissenschaftlicher Exzellenz wäre ein wichtiger Faktor für eine Großinvestitionsentscheidung zugunsten der Hauptstadtregion.
- Ansiedlung neugeschaffener F&E-Bereiche bei Fahrzeug-Herstellern und großen Zulieferern: Mehrere Ansiedlungserfolge der jüngeren Vergangenheit (z.B. Carmeq als Tochter des VW-Konzerns zur Entwicklung neuer Softwarelösungen, Temic als Kooperation von Continental und ZF zur Entwicklung von Hybridantrieben, Delphi mit einem Entwicklungszentrum für Fahrzeugsicherheit, Volkswagen mit einem Design-Zentrum in Potsdam) belegen, dass die Hauptstadtregion, nicht zuletzt aufgrund der dynamischen Forschungs- und Ausbildungslandschaft, erhebliche Attraktivität für neue F&E-Bereiche aufweist.

Das Handlungsfeld Kfz-Technik im Rahmen der Kohärenten Innovationsstrategie des Landes Berlin

Im von der TSB Technologiestiftung Berlin und der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen geleiteten strategischen Dialog wird die kohärente, d.h. zwischen Senat, TSB, Investitionsbank Berlin, Berlin Partner und Industrie- und Handelskammer Berlin abgestimmte, Innovationsstrategie des Landes Berlins weiterentwickelt (Projekt Quadriga). Auf Länderebene erfolgt eine Abstimmung des Quadriga Prozesses mit dem Landesinnovationskonzept Brandenburg.

Masterpläne zur Entwicklung von Kompetenzfeldern/-zentren
http://www.berlin.de/senwiarbfrau/doku/inno/
Verkehr und Mobilität (9 Seiten)
http://www.berlin.de/senwiarbfrau/doku/inno/verkehr.pdf

Im Rahmen des Quadriga-Prozesses sind Masterpläne entstanden, die Perspektiven, Strategien und Maßnahmen für die Kompetenzfelder der Region formulieren. Die Fortschreibung der seit etwa fünf Jahren von TSB/FAV verfolgten Strategie zur Entwicklung des Kompetenzfeldes Verkehr & Mobilität definiert im entsprechenden Masterplan die Kraftfahrzeugtechnik als eines der vier Handlungsfelder dieses Kompetenzfeldes (neben Verkehrstelematik und -logistik, Bahnsystemtechnik und Luft- und Raumfahrt) in denen die Hauptstadtregion anerkannt kompetente Wissenschafts- und Wirtschaftsakteure und mit ihnen über weiter ausbaufähige, (zukunfts-) marktorientierte und technologische Fähigkeiten verfügt. TSB/FAV fungiert als Kompetenzfeldmanager für Verkehr & Mobilität.

Die vom FAV im Auftrag des Kuratoriums der TSB im Zeitraum 2003/2004 durchgeführte Machbarkeitsuntersuchung zu Potenzialen und Zukunftsstrategien der Kfz-Technik in der Hauptstadtregion hat die Kenntnis zum Profil dieses Handlungsfeldes geschärft - inklusive der Fähigkeiten und strategischen Ausrichtungen wichtiger Akteure aus Wissenschaft, Industrie und KMU. Als wichtiges Ergebnis der Analyse sind zukunftsorientierte, technologische Schlüsselthemen ("Knospenthemen") identifiziert worden, die folgenden Kriterien genügen:
- Hohes (Zukunfts-) Marktpotenzial,
- Stadium der Grundlagenforschung bereits verlassen, aber der industrielle Reifegrad ist (noch) niedrig,
- Die notwendigen (Teil-) Fähigkeiten zur Umsetzung werden von Akteuren der Region kompetent abgedeckt und das technologische Wissen ist bei hiesigen Unternehmen/Forschungseinrichtungen verankert (u. a. Patente),
- Konkurrierende Regionen - insbesondere die etablierten Automobilregionen - befinden sich auf vergleichbarem oder niedrigerem Know-how-Level,
- Hersteller und/oder Tier 1 Supplier haben noch keine Standortentscheidung für die Serienumsetzung getroffen.

Das zentrale Resultat der Machbarkeitsstudie ist die Empfehlung zum Aufbau eines aus der Wissenschaft gespeisten und von Unternehmen mitgetragenen Engineering-Zentrums der Kfz-Technik als Fokus für Ingenieurleistungen, das sich inhaltlich auf die zuvor erarbeiteten Schlüsselthemen für die Region konzentrieren soll:
- Zentrum für innovative Antriebstechnik - Clean Energy Kraftstoffe und neue Antriebssysteme, inklusive Betankungsinfrastruktur,
- Fahrzeugsicherheit - von der passiven zur integrierten aktiven Sicherheit,
- Beratungskompetenz für internationale Gesetzgebung in den Bereichen Sicherheit und Umwelt,
- Fortschrittliche Kfz-Produktionstechnik und Mechatronik/Drive-by-wire Systeme,
- Nachwachsende Rohstoffe für Werkstoffe im Fahrzeugbau.

Ein weiterer Ansatz - basierend auf der Mikroelektronik-, Nano- und Mikrosystemtechnik-Kompetenz der Region - ist der von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur unterstützte Aufbau einer internationalen Clearingstelle für Automobilelektronik, die am Fraunhofer Institut IZM angesiedelt werden soll und die komplementären wissenschaftlichen Fähigkeiten der Berliner Fhg Institute und der TU Berlin auf diesem Feld bündeln soll. Im Sinne der Nutzung von Synergien wird die Einbindung dieses thematischen Feldes in den Gesamtrahmen des Kfz-Engineering-Zentrums angestrebt.

Als Initialstufe der Umsetzung des Kfz-Engineering-Zentrums sind erste Verbundprojekte Wissenschaft-Wirtschaft in den genannten thematischen Schlüsselfeldern definiert, konkretisiert und z.T. bereits in die Umsetzung überführt worden, z.B.:
- "SteamCell APU und Energiemanagement Bordnetz": Motorunabhängige Erzeugung von elektrischer Energie an Bord von Fahrzeugen mit einem kompakten Dampfmotor (SteamCell) plus Entwicklung eines Tools zum ganzheitlichen Energiemanagement in Kraftfahrzeugen. => Projekt des Zukunftsfonds Berlin, Partner: AMOVIS, TU Berlin, gestartet 11/2005. [Die SteamCell-Technologie basiert auf dem TSB/EU geförderten Projekt Zero Emission Engine (ZEE)]
- COOPERS "Cooperative Systems for intelligent road safety": Integration und Erprobung neuer Technologien zur bidirektionalen Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur mit dem Ziel der Erhöhung der Verkehrssicherheit. => EU Projekt im 6. Rahmenprogramm, Partner der Region: Fraunhofer FIRST, TU Berlin, TFH Wildau, Efkon Mobility, Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) TSB/FAV, Start 02/2006.
- "Entwicklung eines neuartigen Antriebs auf der Basis der homogenen Verbrennung (HCCI): Entwicklung und Umsetzung eines neuen Brennverfahrens, das die spezifischen Vorteile des Otto- (niedrige Partikelemission) und des Dieselmotors (hoher Wirkungsgrad) miteinander verbindet. => Projekt des Zukunftsfonds Berlin, Partner: IAV, TU Berlin und mehrere spezialisierte KMU aus Berlin, Start voraussichtlich 02/2006

Diese wie auch weitere in Vorbereitung befindliche Vorhaben dienen dem Aufbau von marktgeleiteter Subsystemfähigkeit und Engineeringkompetenz für Unternehmen der Hauptstadtregion unter starker Einbindung des Wissens- und Know how Transfers von der Wissenschaft in die Wirtschaft.

Die weiterführende Ausgestaltung des Kfz-Engineering-Zentrums wird stufenweise unter Leitung des Kompetenzfeldmanagers TSB/FAV erfolgen und im Masterplan entsprechend fortgeschrieben. Die Entwicklungsschritte umfassen neben Definition und Umsetzung neuer, wertschöpfungskettenorientierter Verbundprojekte vor allem die feste Einbindung engagierter Partner, die Entwicklung des Netzwerkes in der Tiefe und in der Breite, die detaillierte Definition von Unterstützungsleistungen für die Akteure und die mittel- bis langfristige organisatorische Gestaltung. Ein Verbund zum effizienten Einsatz vorhandener Test- und Simulationseinrichtungen wird demnächst untersucht und ein längerfristig möglicher Campus für komplementär wirkende KMU unter Einbindung wissenschaftlicher Kompetenzen steht ebenfalls auf der Agenda zur weitergehenden Prüfung.

Die zielgerichtete Weiterentwicklung des Ansatzes Kfz-Engineering-Zentrum entsprechend der Masterplanvereinbarung erfordert dringend die geplante Umsetzung eines Innovationsmanagements Kfz-Technik mit Unterstützung durch GA Mittel.

Während das Kfz-Engineering-Zentrum die strategische Schiene abdeckt, um Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen die Entwicklung geschlossener Wertschöpfungsketten für Technologiethemen mit Zukunftsmarktcharakter zu ermöglichen, zielt der von Brandenburg - insbesondere von der ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg - initiierte und getragene Ansatz "Automotive BerlinBrandenburg" durch Bündelung der Kompetenzen komplementärer KMU eher auf kurzfristig wirksam werdende Beiträge in der Zulieferkette. Herzstück von Automotive BerlinBrandenburg, in der sich auf Berliner Seite vor allem Berlin Partner engagiert, ist das Online-Portal CarNet-bb, das Kooperationsporträts von mehr als 140 Unternehmen enthält, die zur Zusammenarbeit mit Partnern bereit sind, um z.B. eine Zuliefer-Bietergemeinschaft gegenüber einem Fahrzeughersteller oder Tier 1 Supplier zu bilden.
Ansatz und Perspektiven von Automotive BerlinBrandenburg werden ebenfalls auf dem Forschungspolitischen Dialog vorgestellt.

Die verstärkte Erschließung der skizzierten Potenziale in der strategischen Besetzung von technologischen Schlüsselthemen des zukünftigen Marktes mit starker Wissenschaftseinbindung bis zu den Chancen intensivierter Zusammenarbeit von Zulieferern für die rasche Reaktion auf Marktanforderungen sollte als Zielgröße innerhalb eines mittelfristigen Zeitraumes von vier bis sechs Jahren zu einem Wachstum der Beschäftigtenzahl für die Region von heute 19.000 auf 21.000 bis 23.000 im Handlungsfeld Kraftfahrzeugtechnik führen.

Ziele des Forschungspolitischen Dialogs
Dem Forschungspolitische Dialog soll eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der identifizierten Maßnahmen und Road maps für die beschäftigungs- und technologiewirksame Entwicklung des Handlungsfeldes Kraftfahrzeugtechnik zukommen. In diesem Sinne stellt die geplante Veranstaltung eine zielgerichtete Unterstützungsleistung für die Kohärente Innovationsstrategie Berlins dar.

Im Mittelpunkt steht der Startschuss zur Implementierung des Kfz-Engineering-Zentrums inklusive der Clearingstelle für Automobilelektronik und der Verknüpfung beider Ansätze als strategischer Eckpfeiler der Entwicklung der Kfz-Technik in der Region BerlinBrandenburg mit starkem wissenschaftlichen Fundament. Folgende Ergebnisse werden vom Forschungspolitischen Dialog Kfz-Technik im Einzelnen erwartet:
- Klärung der notwendigen Rahmenbedingungen für nachhaltige Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft,
- Erzielung eines gemeinsamen Verständnisses über strategische, marktgeleitete Ausrichtung und operative Themen des geplanten Kfz-Engineering-Zentrums, einschließlich Schwerpunktthemen, Stufen der Umsetzung mit zeitlichem Horizont, engagierte Akteure und finanzieller Randbedingungen,
- Identifizierung neuer, marktorientierter Technologievorhaben im Verbund Wissenschaft - Wirtschaft auf den Zielkorridoren / thematischen Feldern des KfzEngineering-Zentrums,
- Definition der Aufgaben und Ziele eines Innovationsmanagements Kfz-Technik in Verstärkung und Kontinuität der TSB/FAV-Tätigkeiten,
- Verdeutlichung der Attraktivität der Region für industrielle Standortentscheidungen in der Automobiltechnik durch Bündelung der Aktivitäten (Kfz-Engineering-Zentrum inkl. Clearingstelle Automobilelektronik, Automotive BerlinBrandenburg).

Die Bestätigung und die Bekräftigung der politischen Unterstützung zur Umsetzung der Handlungsfeld-Maßnahmen unter dem Dach der Kohärenten Innovationsstrategie sollen dem Forschungspolitischen Dialog den Rahmen geben.

TSB/FAV 09.01.2006


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Juwel ohne Fassung
Bedauerlicherweise wird die Leitveranstaltung "Forschungspolitischer Dialog" weder von der Stiftung noch von der Senatsverwaltung systematisch und engagiert gepflegt. Das zeigt sich sowohl am Veranstaltungsrhythmus - im Jahr 2005 gab es gar keinen, in 2003 auch nicht -, an der ahistorischen Zählweise (jetzt wird der 13. Dialog zum zweiten Mal veranstaltet) wie auch an der fehlenden Dokumentation im Web. Es gibt nur eine Wissensfundstelle in Berlin, wo man sich die bisherigen Forschungspolitischen Dialoge übersichtlich erschließen kann: BerliNews. Deshalb sind Sie hier.
M.R., ohne Moderation diesmal.

International wettbewerbsfähig
13. Forschungspolitischer Dialog zu Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften in Berlin und Brandenburg am 26.2.2004
BerliNews, 11. 3. 2004 - BTN1500a

Berliner Wasserkompetenz
12. Forschungspolitischer Dialog zum Thema "Netzwerke Wasser"
BerliNews, 13. 9. 2002 - UN-843e

11. Forschungspolitischer Dialog
Berlin soll Kompetenzzentrum für Medizintechnik werden
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Intermodale Verkehrstelematik
10. Forschungspolitischer Dialog am 20. Oktober 2000
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Netzwerkbildung im Fahrzeug- und Maschinenbau
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Das Potenzial der Zahlen
Radunski: Angewandte Mathematik ist Schlüsseltechnologie im globalen Wettbewerb - 8. Forschungspolitischer Dialog
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Erdverhaftetes Potential
Forschungspolitischer Dialog "Geowissenschaft und Geotechnik"
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Optoelektronik - Motor des Aufschwungs der Wissenschafts- und Wirtschaftsregion Berlin
Bestandsaufnahme zum Forschungspolitischen Dialog am 11.6.1997
BerliNews, 12. Juni 1997

Die Themen der vorherigen Dialoge sind hier

29. Oktober 1996: Biotechnologie und Markt: Arbeitsplatzwirkungen in Berlin-Brandenburg
31. Mai 1996: Materialwirtschaft
8. September 1995: Biomedizin und Biotechnologie in Berlin zur Förderung einer engen Kooperation mit der Wirtschaft
18. Mai 1995: Verkehrsforschung und -technik in der Region Berlin/Brandenburg als Herausforderung zur Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

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