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Umwelt

Globale Erwärmung beschleunigt sich

Neuer IPCC-Klimabericht - PIK: Menschgemachter Klimawandel in vollem Gange

Umweltministerium kündigt ehrgeizige Klimapolitik an

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Die Kurzfassung zum IPCC Klimabericht finden Sie im Internet unter http://www.bmbf.de/pub/IPCC_kurzfassung.pdf

4. Sachstandsbericht (AR4) des IPCC (2007) über Klimaänderungen

Wissenschaftliche Grundlagen - Kurzzusammenfassung

Der Bericht der Arbeitsgruppe I des IPCC ist der erste von insgesamt 3 Teilbänden des 4. Sachstandsberichtes (AR4). Er stellt den aktuellen Kenntnisstand zu den wissenschaftlichen Grundlagen der Klimaänderung dar. Seit dem 3. Sachstandsbericht des IPCC (TAR) 2001 hat die Forschung wesentliche Fortschritte beim Verständnis der aktuellen Klimaänderungen erzielt: Die räumliche und zeitliche Datengrundlage wurde erweitert, die Datenanalysen verbessert, die Erde geografisch breiter erfasst und bisherige Unsicherheitsfaktoren besser verstanden und hinsichtlich ihrer Klimawirksamkeit eingegrenzt. Insbesondere wurden auch mehr und bessere Modelle verwendet. Der 4. Sachstandsbericht bestätigt, bekräftigt oder präzisiert zentrale TAR-Aussagen:

1. Kernaussagen

Beobachtungen und Messungen lassen keinen Zweifel, dass das Klima sich ändert: Die globale Erwärmung und der Meeresspiegelanstieg hat sich beschleunigt, ebenso das Abschmelzen der Gletscher und Eiskappen.

In den Letzten 100 Jahren hat sich die Erde im Mittel um 0,74°C erwärmt. Elf der letzten 12 Jahre (1995-2006) waren unter den zwanzig wärmsten Jahren seit Beginn der Beobachtungen.

Es gilt als „gesicherte Erkenntnis“, dass im weltweiten Durchschnitt menschliches Handeln seit 1750 das Klima erwärmt hat – vorrangig durch den fossilen Brennstoffverbrauch, die Landwirtschaft und eine geänderte Landnutzung. Das heutige Niveau der Treibhausgase (THG) liegt deutlich höher als das natürliche Niveau in den letzten 650.000 Jahren.

Regionale Klimamuster ändern sich: Viele langfristigen Veränderungen wurden beobachtet, etwa bei Temperatur und Eis in der Arktis, Niederschlägen, Salzgehalt im Ozean und Winden.
Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, heftige Niederschläge sind häufiger geworden und die Intensität tropischer Stürme hat sich erhöht.

Werden die Treibhausgas-Emissionen nicht verringert, ist eine Zunahme von 0,2°C pro Dekade für die nächsten 30 Jahre sehr wahrscheinlich. Werden Treibhausgase weiter im aktuellen Ausmaß oder in noch höheren Mengen freigesetzt, wird eine weitere Erderwärmung verursacht. Es würden dann im Verlauf des 21. Jahrhunderts Änderungen im globalen Klimasystem eintreten, die sehr wahrscheinlich1 die im 20. Jahrhundert übertreffen.

Selbst wenn die Treibhausgas-Konzentrationen bis 2100 stabilisiert werden sollten: Das Klima wird sich über das 21. Jahrhundert hinaus ändern und insbesondere der Meeresspiegel weiter steigen.

Fortschritte in der Klimamodellierung: Im 4. Sachstandsbericht konnten im Vergleich zum TAR mehr Modelle mit zunehmender Komplexität und Realitätsnähe, sowie verbesserte Erkenntnisse über Rückkopplungen im Kohlenstoffkreislauf genutzt werden. Globale Erwärmung: Mit diesen Modellen wurde die globale Temperaturentwicklung für verschiedene Emissionsszenarien mit unterschiedlichen Annahmen unter anderem zur Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung untersucht. Diese Szenarien enthalten jedoch keine Maßnahmen zum Klimaschutz. Die beste Schätzung für ein niedriges Szenario ist eine Erwärmung von 1,8°C im Laufe des 21. Jahrhunderts, mit einer Schwankungsbreite von 1,1 bis 2,9°C. Die beste Schätzung für ein hohes Szenario ist 4,0°C (Schwankungsbreite: 2,4 bis 6,4°C). Diese Spannen sind weitestgehend konsistent mit der im TAR projizierten Spanne (1,4 – 5,8°C).

Meeresspiegelanstieg: Unter den gleichen Annahmen zur Emissionsentwicklung zeigen die Modelle im Laufe des Jahrhunderts einen Meeresspiegelanstieg von 18-38 cm für ein niedriges Szenario und 26 bis 59 cm für ein hohes Szenario. Die im TAR veröffentlichte Spanne (9 bis 88 cm) wäre ähnlich ausgefallen, wenn Unsicherheiten, die jetzt besser abgeschätzt werden können, auf gleiche Art und Weise berücksichtigt worden wären. Aktuelle Beobachtungen zeigen eine beschleunigte Eisdynamik in polaren Gebieten, die nicht in den Klimamodellen berücksichtigt wird. Diese Beobachtungen und paläoklimatische Erkenntnisse lassen eher einen höheren Meeresspiegelanstieg erwarten als in derzeitigen Modell-Projektionen angenommen.

2. Der 4. IPCC-Bericht verbessert und erweitert die Erkenntnislage

Aerosole, Rückkopplungsmechanismen, solare Schwankungen, regionale Klimaänderungen, die Bedeutung des Ozeans: Das IPCC liefert zu vielen Teilbereichen neue bzw. erweiterte Aussagen:
Die Sicherheit der Aussagen zum menschlichen Anteil an den beobachteten Klimaänderungen hat sich erhöht: 2007 urteilt das IPCC: „Sehr wahrscheinlich1“ seien die anthropogen bedingten THG-Zuwächse die Ursache für die beobachtete globalen Temperaturerhöhung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im TAR hieß es noch: „Wahrscheinlich1“. Der menschliche Einfluss ist jetzt nicht nur in der globalen Temperaturentwicklung nachweisbar, sondern in Temperaturmitteln der Kontinente und Ozeane sowie in Temperaturextremen und Windmustern.

Die noch im TAR beschriebenen Diskrepanzen zwischen erdnahen und atmosphärischen Temperaturmessungen bestehen nicht mehr.

Solare Schwankungen / Strahlungsantrieb: Seit TAR werden die anthropogenen und natürlichen Ursachen von Klimaänderungen besser verstanden. Dies wurde durch verbesserte Messungen vor Ort, Satelliten und leistungsfähigere Modellierungsverfahren erreicht. Seit 1750 hat menschliches Handeln eine globale Erwärmung bewirkt, die einem Strahlungsantrieb von 1,6 Watt/m2 entspricht. Dieser Netto-Wert ist wesentlich größer als der durch solare Strahlungsschwankungen verursachte. Letzterer wird mit 0,12 Watt/m2 veranschlagt (weniger als die Hälfte des TAR-Schätzwertes).

Beschleunigte Entwicklungen:
– Temperatur: Der aktualisierte lineare 100-Jahrestrend (1906 bis 2005) von 0,74° C ist größer als der entsprechende Trend von TAR (0,6° C im Zeitraum von 1901-2000). Die Erwärmungsrate für die letzten 50 Jahre ist nahezu doppelt so groß wie die für die vergangenen 100 Jahre.
– Meeresspiegel: Er stieg von 1961 bis 2003 mit einer jährlichen Durchschnittsrate von 1,8 mm; diese Rate erhöhte sich zwischen 1993 und 2003 auf 3,1 mm pro Jahr. – Eisschmelze: Gebirgsgletscher und Schneebedeckung der Erde haben sich verringert. Gletscher- und Eiskappenschwund (ohne Grönland und Antarktis) haben den Meeresspiegel zwischen 1961 und 2003 um 0,50 mm pro Jahr und von 1993 bis 2003 um 0,77 mm pro Jahr steigen lassen.

Die Forscher beobachteten viele Klimaänderungen, die ganze Kontinente und Meeresbecken betreffen – Modelle zeigen, dass sich diese Trends auch im 21. Jahrhundert fortsetzen:
– Arktis: Die durchschnittlichen Temperaturen stiegen in den vergangenen 100 Jahren doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt. Seit den 1980er Jahren stieg die Temperatur auf arktischen Dauerfrostböden im Allgemeinen um 3°C. – Meereis: Satellitendaten zeigen seit 1978, dass die durchschnittliche jährliche Ausdehnung um 2,7% pro Jahrzehnt geschrumpft ist, im Sommer um 7,4%.

– Niederschläge: Langfristige Trends wurden von 1900 bis 2005 in vielen Regionen beobachtet, zum Beispiel eine deutliche Zunahme in den östlichen Teilen Nord- und Südamerikas, in Nordeuropa und in Nord- und Zentralasien. Austrocknen in Westafrika (Sahel), im Mittelmeerraum, im südlichen Afrika und in Teilen Südasiens. Die Dürren in den Tropen und Subtropen haben sich seit den 1970er-Jahren verlängert und sind intensiver geworden.
– Stark-Niederschläge: Die Häufigkeit hat zugenommen und stimmt mit der erwärmungsbedingten Zunahme des Wasserdampfgehalts der Lufthülle überein. - Temperaturextreme: Zunahme in den letzten 50 Jahren. Kalte Tage, kalte Nächte und Frost sind seltener und heiße Tage, heiße Nächte und Hitzewellen häufiger geworden. Es gilt als „praktisch sicher“, dass dieser Trend sich im 21. Jahrhundert fortsetzt.

Versauerung des Weltozeans: Die zunehmende CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat zu einem gesteigerten CO2-Eintrag in den Ozean geführt, der zunehmend versauert. Diese Versauerung löst Kohlenstoffsedimente auf. Betroffen sind etwa Korallenriffe und einige Planktonorganismen (Nahrungskette).

Die Abschätzung der Klimasensitivität (Maß für die Stärke der Reaktion des Klimasystems auf menschliche Einflüsse) hat sich im Vergleich zum TAR verbessert: Bei Verdoppelung der Kohlendioxid-Konzentration steigt die globale Durchschnittstemperatur um 2,0 bis 4,5°C (TAR: 1,4 bis 4,5°C); die beste Schätzung liegt bei etwa 3,0°C (frühere Schätzung; 2,5°C). Eine Erwärmung unter 1,5°C ist sehr unwahrscheinlich1, eine über 4,5°C nicht auszuschließen.

Regionale Klimaänderung: Das Vertrauen in regionale Klimaprojektionen ist größer, da die Modelle besser geworden sind und größere Rechenkapazitäten genutzt werden können. Die räumliche Verteilung des Erwärmungstrends der letzten 50 Jahre wird sich ohne Klimaschutz fortsetzen, insbesondere die Landmassen und die hohen nördlichen Breiten sind betroffen. Danach steigen die Temperaturen dort stärker als im globalen Durchschnitt. Damit würde die für den grönländischen Eisschild kritische Temperaturschwelle erheblich überschritten; er würde bei anhaltend hoher Erwärmung komplett abschmelzen und den Meeresspiegel langfristig um 7 Meter steigen lassen. Die paläoklimatische Information hierzu ist verlässlich: Eine ähnlich hohe Temperatur herrschte in dieser Region vor 125.000 Jahren in der letzten Zwischeneiszeit. Gerade aus der paläoklimatischen Perspektive hat die jüngste, rasche Erwärmung binnen 150 Jahren einen „unnatürlichen Charakter“.

Zum IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) unter www.ipcc.ch


WG I Summary for Policymakers, Paris, France, 2 February 2007 (Audio)

Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) - 2. Februar 2007 - auch hier zu lesen

"Beweisaufnahme abgeschlossen" - PIK: Menschgemachter Klimawandel in vollem Gange

Der neue klimawissenschaftliche Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), an dem auch eine Reihe von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) beteiligt waren, wurde am 2. Februar in Paris vorgestellt. Der nunmehr 4. IPCC-Bericht untermauert frühere Aussagen zum globalen Temperaturanstieg und sollte jegliche Zweifel ausräumen, dass bereits alle Regionen der Erde den menschengemachten Klimawandel erleben. Eine zeitgleich im Fachjournal Science veröffentlichte Studie unter Federführung des PIK-Wissenschaftlers Stefan Rahmstorf belegt, dass der beobachtete Anstieg der Temperaturen von 1990 bis 2006 im oberen Bereich dessen lag, was im letzten IPCC-Bericht prognostiziert worden war. Der beobachtete Anstieg des Meeresspiegels lag sogar am äußersten Rand der Spanne der IPCC-Projektionen.

Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK und Chefberater der Bundesregierung in Klimafragen, begrüßte den neuen IPCC Bericht. "Mit dem nun vorliegenden Bericht sollten letzte Zweifel ausgeräumt sein, dass wir Menschen es sind, die die Klimaschraube überdrehen. Folglich liegt es auch in unserer Hand, diese gefährliche Fehlentwicklung entschlossen durch Reduktion der Treibhausgasemissionen zu korrigieren", sagte Schellnhuber.

Aufgabe des 1988 von den Vereinten Nationen und der World Meteorological Organization (WMO) gegründeten IPCC ist es, das weltweit in tausenden Fachpublikationen dokumentierte Wissen zum Klimawandel in einer objektiven und transparenten Weise zusammenzufassen. Die Berichte des IPCC sind das Ergebnis intensiver, sorgfältig geführter wissenschaftlicher Begutachtungsprozesse und Diskussionen und international als maßgebliche und umfassendste Informationsquelle zum menschgemachten Klimawandel anerkannt. Das IPCC baut dabei auf die Mitarbeit über 600 Wissenschaftlern aus aller Welt. Vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) haben mehrere Forscher als Autoren oder Gutachter mitgewirkt.

Zur Frage, wie die Klimaszenarien des IPCC einzuschätzen seien, meint Schellnhuber: "Der Täter ist nun zwar überführt, aber das ‚Strafmaß' noch offen". Denn es bestünden noch erhebliche Unsicherheiten bei wichtigen Umweltgrößen wie der Niederschlagsentwicklung und dem Meeresspiegel.

Stefan Rahmstorf, Klimaexperte am PIK und einer der Autoren des IPCC-Berichts sowie einer gleichzeitig erschienenen Analyse der neuesten Beobachtungsdaten, ist vor allem über den unerwartet raschen Anstieg des Meeresspiegels beunruhigt. "Satellitendaten belegen, dass der globale Meeresspiegel seit 1993 um mehr als 4 cm angewachsen ist, schneller als in den Berechnungen der Klimamodelle." Rahmstorf warnte allerdings vor zu schnellen Schlussfolgerungen: "Ob sich dieser beobachtete Trend zukünftig weiter fortsetzt, kann man auf Grundlage der neuen Messdaten noch nicht abschätzen." Die Studie, an der neben Rahmstorf ebenfalls Forscher aus Australien, Frankreich, Großbritannien und den USA beteiligt waren, ist soeben in der Online-Ausgabe von Science erschienen.

Weitere Informationen:
Artikel in Science: Stefan Rahmstorf, Anny Cazenave, John A. Church, James E. Hansen, Ralph F. Keeling, David E. Parker and Richard C. J. Somerville: Recent Climate Observations Compared to Projections, Science (express), 02 Feb. 2007.
Kontakt: Stefan Rahmstorf, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Tel.: 0331 - 288 26 24, E-Mail: stefan.rahmstorf@pik-potsdam.de
Pressestelle: Uta Pohlmann, Tel.: 0331 - 288 25 07, E-Mail: pohlmann@pik-potsdam.de

http://www.pik-potsdam.de

Sieben Kernaussagen zum Klimawandel


Berlin, 2007-02-02 - Gemeinsame Pressemitteilung BMBF BMU

Forscher legen internationalen IPCC-Bericht zum Klimawandel vor

Forschungsministerium setzt 255 Millionen Euro für Klimaforschung ein / Umweltministerium kündigt ehrgeizige Klimapolitik an

In der internationalen Klimaforschung besteht kein Zweifel daran, dass der Klimawandel voranschreitet und sich beschleunigt. Bei Beobachtung und Modellierung des Klimawandels sind wesentliche Fortschritte erzielt worden. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind die von Menschen verursachten Treibhausgase für den größten Teil der beobachteten Klimaänderung verantwortlich.

Dies sind wesentliche Ergebnisse des neuen Berichts des Internationalen Wissenschaftsrats zum Klimawandel (IPCC), der am Freitag in Paris vorgestellt wurde. Zugleich macht der Report deutlich, dass sehr konsequent gehandelt werden muss, damit die globale Erderwärmung nicht stärker als zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten ansteigt. Der IPCC stellt in seinen Berichten im Auftrage der Vereinten Nationen die aktuellen wissenschaftlichen Grundlagen der Klimaänderung im Konsens der internationalen Forschung fest. Der jetzt vorgestellte Bericht ist der erste Teil des vierten IPCC-Berichts. An ihm wirkten hunderte von Wissenschaftlern mit, darunter 58 Forscher aus Deutschland.

Bei der Vorstellung des Berichts in Berlin sagte Bundesforschungsministerin Schavan am Freitag: "Der Umgang mit dem Klimawandel erfordert einen intelligenten Technologiewandel auf einer soliden wissenschaftlichen Basis. Um den Klimawandel in vertretbaren Grenzen halten, müssen wir intensive Forschung betreiben und für eine schnelle Verbreitung klimaschonender Technologien sorgen. Zu diesem Zweck wird das Bundesforschungsministerium in den nächsten drei Jahren 255 Millionen Euro bereitstellen. Damit fördern wir unter anderem den Ausbau den Deutschen Klimarechenzentrums - dafür sind alleine 35 Millionen Euro vorgesehen" Die Bundesforschungsministerin wird in Kürze ein Aktionsprogramm zum Klimawandel starten, das den Bedarf von Mensch und Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt. "Zukunftweisend in diesem Aktionsprogramm werden technologische Lösungen für die wachsenden Volkswirtschaften unserer Erde sein. Damit öffnen wir auch neue Märkte für unsere Wirtschaft. Die Bundesregierung stellt sich der globalen Verantwortung, aufkommenden Volkswirtschaften Raum und Gelegenheit zu bieten, einen vergleichbaren materiellen Wohlstand zu erreichen", so Schavan.

Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, erklärte dazu: "Der Bericht zeigt: Der Klimawandel ist unbezweifelbare Realität, er äußert sich bereits jetzt in immer mehr extremen Ereignissen wie Hitzewellen und Starkniederschlägen und im beschleunigten Abschmelzen von Gletschern und Eiskappen. Der Bericht bestätigt die Notwendigkeit einer ehrgeizigen Klimapolitik. Die Bundesregierung will die derzeitige EU- und G8-Präsidentschaften dazu nutzen, die EU-Vorreiterrolle weiterzuentwickeln. In diesem Jahr können und müssen wir entscheidende Weichen für ein multilaterales Klimaschutzregime für die Zeit nach 2012 stellen, um eine globale Erwärmung um mehr als 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu verhindern", so Michael Müller. Der IPCC-Bericht zeige, dass die Erde sich bereits jetzt um mehr als 0,7 Grad erwärmt habe, und sich in den nächsten Jahrzehnten um 0,2 Grad pro Dekade weiter erwärmen werde, wenn nicht gegengesteuert werde. "Zentraler Bestandteil eines Verhandlungspaketes der EU für die kommenden Klimaverhandlungen ab Ende 2007 muss es sein, dass sich Industriestaaten, also auch die EU, auf eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 30 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 verpflichten. Darin sieht die Bundesregierung eine Chance, unsere führende Rolle bei Innovation und Technologieentwicklung auszubauen". so Müller.

Der Bericht ist der erste von 3 Teilbänden des 4. IPCC-Sachstandsberichtes. Der zweite Teilband beschäftigt sich mit den zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels, der dritte mit den Handlungsoptionen zur Vermeidung weiterer Treibhausgasemissionen. Ihre Veröffentlichung ist für Anfang April und Anfang Mai 2007 geplant.

Bundesministerium für Bildung und Forschung Pressereferat Hannoversche Straße 28-30 10115 Berlin Telefon: (030)18 57-5050 Telefax: (030)18 57-5551 Email: presse@bmbf.bund.de Internet: http://www.bmbf.de

www.bmu.de/klilmaschutz


Umweltminister Gabriel ruft nach Weltklima-Gipfel
Nach der Analyse der Vereinten Nationen drohen der Welt zahlreiche Naturkatastrophen. Im Gespräch mit WELT.de fordert der deutsche Umweltminister eine globale Zusammenarbeit gegen den Klimawandel und erkärt, warum Umweltschutz für ihn keinen Verzicht bedeutet.

Die Welt, 3.2.2007

Kommentar: Klimapolitik weiter entwickeln
Die Welt, 3.2.2007

Und auf einmal liegt Berlin neben der Sahara
Der UN-Bericht beweist, der Klimawandel ist menschengemacht. Wird nicht rigoros umgesteuert, droht der Erde ein Schreckensszenario
Berliner Morgenpost, 3.2.2007

Seit 1998 die sieben wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen
Der Klimaforscher Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat am jüngsten UN-Weltklimareport mitgearbeitet. Über die Aussagen des Berichts sprach mit ihm Norbert Lossau
Berliner Morgenpost, 3.2.2007

Stürme, Dürren, Hochwasser
Vereinte Nationen legen alarmierenden Bericht über weltweite Klimaentwicklung vor / Forscher: Temperatur könnte bis zum Jahr 2100 um sechs Grad steigen
Berliner Zeitung, 3.2.2007

Die neue Klimabibel
Der 2. Februar 2007 könnte als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem alle Zweifel beseitigt wurden, ob der Mensch die globale Erwärmung verursacht. Das sagte Achim Steiner, der Direktor des UN-Umweltprogramms (UNEP)
Berliner Zeitung, 3.2.2007

Der Tagesspiegel, 3.2.2007
Klimawandel in der heißen Phase
Bericht der UN warnt vor dramatischen Folgen der Erderwärmung Forscher sicher: Der Mensch ist am Klimawandel schuld Die Meerespegel könnten einen Meter steigen

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