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16. September 2000 Physik
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Silizium: der "Stein der Weisen"

Vierte zentrale Veranstaltung zum Jahr der Physik: Festkörperphysik

PE DPG

Die vierte zentrale Veranstaltung zum Jahr der Physik findet unter dem Titel "Stein der Weisen" vom 15. bis zum 21. September im Bonner Bundeshaus statt. Alles dreht sich diesmal um die physikalischen Grundlagen der modernen Informationstechnologien und das Element Silizium als dem "Stein der Weisen" der Neuzeit. Die Physiker und Physikerinnen wagen dabei ein bislang einmaliges Experiment, das für eine Woche zwei völlig unterschiedliche Spezies zusammenbringt: Naturwissenschaftler und Künstler.

Silizium, das "grau glänzende Gold der Mikroelektronik", ist ungiftig und wahrlich im Überfluß auf unserer Erde vorhanden. Es ermöglicht Mikrochips für unsere Computer, Glasfasern für Telephon und Internet, bietet aber auch den Rohstoff für die Solarzellen, mit denen Sonnenlicht zu Strom gewandelt wird. So vielgestaltig sind die Erscheinungsformen und der Nutzen dieses Elementes, daß wir es zum "Stein der Weisen" ernannt haben. Am Beispiel des Siliziums möchten wir Ihnen auch zeigen, wie viele Facetten die moderne Festkörperphysik hat – und viele Physiker werden an den Exponaten bereit stehen, um Ihre Fragen zu beantworten.

Den Besucher erwarten unter anderem:
Der größte Silizium-Einkristall der Welt, der erste Transistor und die Hand von Frau Röntgen. Der "State Modulator" von Alfred Banze – ein monströser schwarzer Donut auf Stelzen, der mit Schall und Rauch auf die Bewegungen der Menschen reagiert. Ein holografischer Datenspeicher, Atome zum Anfassen und schwebende Lokomotiven. "The Spider Project" von Clea Waite – ungiftige Madagaskarspinnen weben Riesennetze von fast einem Meter Durchmesser. Wird ein feiner Wasserschleier aufgesprüht, bilden sie eine Projektionsfläche für physikalische Spiralstrukturen. Computer, die sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen können. Die "Dynamischen Kapazitäten" von Björn Schülke – ein großes Musikinstrument, das sich bewegt. Jeder kann darauf spielen, ohne es zu berühren. Roboter-Fußball, holografische Kristalle und das virtuelle Netz der Telekom...

Das Experiment "Stein der Weisen" findet statt unter Federführung des Forschungszentrums Jülich in Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), die auch das Design der Ausstellung erarbeitet hat. Viele dieser Werke werden hier zum ersten Male gezeigt. Alle Künstler setzen moderne Technik oder den Computer für Ihre Werke ein. So läßt zum Beispiel der japanische Künstler Jochiro Kawaguchi auf seinen Computern künstliche Pflanzen- und Tier-Welten "wachsen”. Carsten Becker erschafft einen "Datenschatten”, der uns tagtäglich bei der Benutzung von Kredit-, Telefon- und anderen Karten begleitet. Die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) hat auch das Design der Ausstellung erarbeitet. Auf der Eröffnungsveranstaltung am Freitag, 15. September, mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, werden alle Künstler anwesend sein. Am Sonntag, 17. September, findet eine Vernissage der KHM statt.

Im Plenarsaal des ehemaligen Bundestages (heute "Bundeshaus") werden namhafte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen von spannenden Entdeckungen auf dem Gebiet der Festkörperphysik berichten. Wie immer im Jahr der Physik stehen in der Ausstellung zahlreiche Forscher bereit, die den Besuchern Rede und Antwort stehen. Der Bereich "Physics is fun" mit Experimenten zum Anfassen und Staunen, viele Vorführungen und eine Wissensrallye runden das Programm ab.

Der vollständige Vortragsplan und weitere Infos finden sich unter www.physik-2000.de.
"Stein der Weisen" ist Teil des Wissenschaftssommers Bonn 2000.

Pressemitteilung: Physik trifft Kunst – ein Experiment der besonderen Art

this text in english

http://www.physik-2000.de/veranstaltung/v-stein.html

Die Ausstellung ist geöffnet von 9:00 bis 20:00 täglich, jedoch Donnerstag nur bis 14:00

Ausstellungsplan

Vortragsplan der DPG - Vernissage - Kunstvorträge der KHM


Was erwartet Sie beim Stein der Weisen ? - Come and see!

Eingang - Übersichtsseite (nix to see, nur to read)

Die Kristall-Küche: Der "Stein der Weisen" – das Original
Das Element Silizium ist Ausgangsmaterial für die Chip-Herstellung und damit der "Stein der Weisen" des Informationszeitalters. Sie können den größten Silizium-Einkristall der Welt bewundern und in einem riesigen Kristall-Modell umherwandern.

Durchblick total
Genauso wie Ihre "lebende Materie" beim Arzt werden auch Kristalle mit Röntenlicht durchleuchtet. Die so gewonnenen Erkenntnisse über den Aufbau der Materie kommen auch wieder dem Patienten zugute. In der Ausstellung ist ein "Röntgenfernseher" zu sehen, der dynamische Durchleuchtungsbilder liefert – und das bei einer deutlich reduzierten Strahlenbelastung.

Atome zum Anfassen
Das Raster-Tunnel-Mikroskop (RTM) tastet mit einer ultrafeinen Nadel Oberflächen ab. Es kann Atome sichtbar machen und diese mit seiner Nadel sogar durch die Gegend schieben. Spielen Sie "RTM" mit einem großen Modell und spüren Sie an einem speziellen Joystick die Kräfte, die auf die Nadel ausgeübt werden!

Winzige Wunder
Hauchdünne Computerchips bestehen heute aus einer Million Transistoren, die jeweils nur ein tausendstel Millimeter groß sind. Erstmalig in Deutschland ist ein Nachbau des ersten Transistors der Welt zu sehen. Diese vielleicht weitreichendste Erfindung des letzten Jahrhunderts sieht eher aus wie eine Anfängerübung im Lötkurs...

Elektronische Elefanten: Computer vergessen (fast) nichts
Computer sind nicht nachtragend, aber sie vergessen (fast) nichts...Erleben Sie die atemberaubende Entwicklung der Speichermedien: von simplen Pappkarten mit eingestanzten Löchern bis zum holografischen Kristall, der im Volumen eines Stücks Würfelzucker 1000 Gigabyte unterbringt.

Sinnliche Maschinen - Künstliche Sinne und mehr
Die Rechenknechte von Gestern werden zu "Sensibelchen". Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen sind nicht mehr nur dem Menschen vorbehalten. Treten Sie mit den sinnlichen Maschinen in Kontakt und erleben Sie, dass manche von Ihnen (sic) doch ganze Kerle sind – zumindest beim Roboterfußball.

Mini - Robo-Cup:

Netz-Werk: Vernetze Welt
Reisen Sie mit der interaktiven Medieninstallation "Seamless Networks" in die Welt der unsichtbaren Fäden, die unsere Kommunikationsgesellschaft zusammenhalten. Sie können selber Störungen provozieren oder als Netzmanager der Deutschen Telekom den Verkehr auf dem Daten-Highway regeln.

Sonnige Aussichten
Erleben Sie, welche Geräte heute schon mit Sonnenenergie angetrieben werden können – vom Solar-Rasenmäher bis zum "Power-House" der autarken Stromversorgung für dünn besiedelte Gebiete. Auch hier steckt wieder der "Stein der Weisen" dahinter.

Und eine große Kunstausstellung

Bilder zur Ausstellung im Rahmen von "Stein der Weisen"

Spezielles Programm für Schülerinnen und Schüler

Leihgeber

100 Jahre Quantentheorie

Berichte in BerliNews zur Physik

HeN-410

Autor: Manfred Ronzheimer


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