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28. Februar 2001 Wirtschaftspolitik
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Wirtschaftsfaktor Musik

Branoner: Neue Berliner Zukunftsbranche

PE SenWiTech 26.2.2001

"Durch die Ansiedlung und Repräsentanz wichtiger internationaler Akteure wie Sony Music und BMG hat die Attraktivität Berlins in der Musikbranche in den letzten Jahren stetig zugenommen. Die Musikwirtschaft ist zu einem bedeutenden Bereich der Berliner Medienlandschaft geworden – mit einem wachsenden Interesse durch die internationale Musikindustrie, vielen trendbestimmenden Labels und einer Fülle an Veranstaltungen und Preisverleihungen. Für diese positive Entwicklung stehen auch die Love Parade, die Club-Szene, die Musikschulen, Ausbildungseinrichtungen oder die international größte Weltmusikmesse WOMEX. Und erstmalig wird in diesem Jahr die ECHO-Preisverleihung für den Bereich U-Musik in Berlin stattfinden", erklärte Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner heute auf einem Pressegespräch zum Wirtschaftsfaktor Musik.

Branoner weiter: "Berlin hat die wachsende Bedeutung der Musikwirtschaft erkannt und fördert Unternehmen und Projekte. Im Rahmen der Initiative ‘Projekt Zukunft’ hat die Senatsverwaltung mit zahlreichen Kooperationspartnern - u.a. der Deutschen Phono Akademie, der Technomesse ‘Musik und Maschine’ und der Berliner Club-Commisssion - die Brancheninitiative Musikwirtschaft ins Leben gerufen. Ziel der Brancheninitiative und der Vergabe von Fördermitteln ist die Stärkung der gesamten Musikszene, die Förderung junger Unternehmen und die dauerhafte Sicherung der Wettbewerbsvorteile am Standort Berlin."

Inhalte der Initiative sind:

  • Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum der Berliner Musikwirtschaft
  • Analyse der Standortfaktoren und –vorteile des Berliner Musikmarktes
  • Aufbau von Netzwerken zwischen großen und kleinen Unternehmen der Berliner Musikbranche (z.B. Workshops und Branchentreffs)
  • Unterstützung der Clubszene als Impulsgeber für die Musikwirtschaft (z.B. Treffen mit Berliner Club Commission)
  • Information der Musikbranche und Journalisten über die Aktivitäten

Die derzeitige Aufbruchstimmung in der Berliner Musikbranche war für die Senatswirtschaftsverwaltung Grund genug, den Wirtschaftsfaktor Musikwirtschaft genauer unter die Lupe zu nehmen und Transparenz in der unübersichtlichen Musikszene Berlins zu schaffen (s. Kurz-Info). Zur Echo-Preisverleihung am 15. März wird die Senatsverwaltung daher einen "Newsletter" zum Thema "Musikwirtschaft" herausgeben, der die wichtigsten Fakten zur Branche enthält. Die Publikation stellt die Essenz einer umfangreichen Studie über die wesentlichen Akteure, Standortfaktoren und Potenziale der Berliner Musikwirtschaft dar, die voraussichtlich im April 2001 veröffentlicht wird. (im Internet dann unter: "berlin.de/ Projekt Zukunft/ Brancheninitiative Musikwirtschaft").

In den letzten Jahren wurden im Rahmen der GA-Förderung Mittel über 4,1 Millionen DM an die Unternehmen der Berliner Musikwirtschaft vergeben. Dadurch konnten über 250 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden.

Wichtige Projekte der Senatswirtschaftsverwaltung :

  • "berlin beta - ein Medienfestival mit Club-Veranstaltungen, audio-visuellen Installationen und "Workshops".
  • "Musik und Maschine" - ein Techno-Kongress, der künftig von der Branchenplattform zur internationalen Fachmesse für DJs, Produktions- und Vertriebsunternehmen ausgebaut werden soll.
  • Neue Vortrags- und Performancereihe "Soundexchange – Werkstatt für Klang und Gestaltung" der Hochschule der Künste ab dem Sommersemester 2001 zur Etablierung eines neuen Themenfeldes zwischen Klangkunst, Sounddesign und akustischer Gestaltung.
  • "Musik-Clip-Award" - erster Filmpreis für deutsche Musikvideos mit internationaler Ausstrahlungskraft, der vom Verband der Musikclip-Produzenten an junge kreative Produzenten und für besonders innovative, experimentelle Clips vergeben wird.

Das TonZentrum in der Nalepastraße soll in einen Themenpark eingebettet werden:

In den 50er Jahren entstand in der Nalepastraße in Köpenick ein Rundfunkzentrum in der Tradition der Bauhaus-Moderne mit Aufnahmesälen sowie Sende- und Studioeinrichtungen. In den Aufnahmesälen (sogenannter Studioblock B) des Rundfunkzentrums werden heute mit neuester Technik in zwei über 500 Quadratmeter großen Aufnahmesälen nahezu alle musikalischen Stilrichtungen produziert. Vor allem international hochkarätige Klassik- und große Filmproduktionen nehmen in zunehmenden Maße den internationalen Standard überragenden Standort an (z.B. Celia Bartoli, Kent Nagano, Roman Polanski und Daniel Barenboim, die Berliner Philharmoniker und viele mehr).

"Der Senatswirtschaftsverwaltung liegt ein erfolgversprechendes Betreiberkonzept für einen Themenpark an der Nalepastraße vor, welches auf dem historischen Ambiente aufbaut und die vorhandene Infrastruktur der Aufnahmesäle mit einer Veranstaltungshalle und einem Hotel verbindet", so Branoner abschließend.

Zusätzliche Informationen:

Bundesverband der Phonografischen Wirtschaft und Deutsche Phono Akademie:

  • Der Bundesverband vertritt die Interessen der Tonträgerhersteller und der Musikproduzenten/ circa 130 Mitglieder
  • Mit 270 Mio verkauften CDs, MCs, LPs und Singles erwirtschafteten die deutschen Tonträgerhersteller pro Jahr ein Umsatzvolumen von nahezu sechs Mrd. DM und beschäftigen rund 13.000 Menschen.

 

Die Deutsche Phono Akademie wurde 1973 als gemeinnütziges Kulturinstitut ins Leben gerufen. Zu den Aufgaben der Phono Akademie gehören:

  • Förderung musikalischer Talente durch Band-Wettbewerbe und professionelle Ausbildung im Rock- und Pop-Bereich
  • Vergabe von Stipendien z.B. für das "Liverpool Institute of Performing Arts" von Paul Mc Cartney
  • Unterstützung der Ausbildungsgänge Populärmusik und Kulturmanagement
  • Förderung von Musikclubs und Musikern in Ost-Deutschland (Initiative "Contact")
  • Aufbau einer Plattform für die am Musikleben beteiligten Gruppen aus Politik, Kultur und Wirtschaft
  • Auszeichnung herausragender Künstler des U- und E-Bereichs im Rahmen der Echo-Preisverleihung

Informationen zur Echo-Preisverleihung:

  • Im Rahmen der Echo-Preisverleihung (vorher: Deutscher Schallplattenpreis ab 1963) werden seit 1992 von der Phono Akademie herausragende Künstler des U-Bereichs ausgezeichnet.
  • Seit 1996 ist Echo für Zuschauer offen/ circa 5000 Gäste
  • In 23 Kategorien werden Preise an nationale und internationale Künstler und Bands vergeben.

    Auch ein Nachwuchspreis für Bands, die zusammen mit dem Radiosender Fritz ausgewählt wurden, wird vergeben.

    Ermittlung der Preisträger durch Media Control und Jury

    Medienspektakel der Superlative durch zahlreiche Live Acts

    Übertragung der Preis-Verleihung im TV.

  • Der Echo Award der deutschen Phono-Akademie ist neben dem amerikanischen "Grammies" und dem britischen Musikpreis "brit" einer der begehrten Preise für Musikschaffende in aller Welt.
  • Neben dem Echo im U-Bereich richtet die Phono Akademie seit 1994 im jährlichen Rhythmus auch die Preisverleihung Echo Klassik aus. Im Rahmen des Echo Klassik werden herausragende Künstler des E-Bereichs ausgezeichnet. Der Echo Klassik fand 2000 erstmals in Berlin statt.

Diese PE auch hier zu lesen

Pressemitteilungen SenWiTech

Die Welt, 27. 2.2001
Berlin entdeckt Musik als Wirtschaftsfaktor
Top-Events, internationale Label und Clubkultur machen die Hauptstadt in der Musikszene attraktiv

Der Tagesspiegel, 27.2.2001
Berlins Musikwirtschaft : Auf Wachstumskurs

Berliner Morgenpost, 27.2.2001
Clubs, Tonstudios - Berlin auf dem Weg zur Musikstadt
Branche machte 670 Millionen Mark Umsatz

IP-6280

Autor: Manfred Ronzheimer


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