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27. März 2001 Medizin
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Mit "RoboDent" neue Zähne an einem Tag

Weltweit erstes Robotersystem zur Implantation künstlicher Zähne an der Charité

Medizinische Fakultät Charité der Humboldt-Universität zu Berlin -   PE  21.03.2001
 
AUS DER MEDIZIN FÜR DIE MEDIEN 13-2001

                                An der "Klinik für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie" der Charité mit ihrem Fachgebiet  Navigation und Robotik ist von der Arbeitsgruppe der Professoren Jürgen Bier und Tim Lüth  ein neues Roboter-System ("RoboDent") zur planungsgenauen Implantation von künstlichen   Zähnen entwickelt worden. Es erlaubt erstmals, daß Patienten nach dem Setzen von  Implantaten sofort mit Zähnen, Brücken oder Prothesen versorgt werden. Das System ist nicht   nur für  Zahnkliniken, sondern für jeden mit Implantationen befaßten Zahnarzt geeignet, also für  Zehntausende in Deutschland in der Praxis tätige Spezialisten. Damit gelangen die Techniken der Navigation und Robotik von der hochspezialisierten Klinik in die Praxis des Zahnarztes. Der  Umgang mit dem System kann vom Anwender innerhalb von fünf Minuten (!) erlernt werden.

                RoboDent besteht (neben einigen Zusatzgeräten) aus einem handelsüblichen PC mit Monitor  sowie einem kleinen Navigationsgerät, das auf Handstücke, wie sie der Zahnarzt benutzt, aufgesetzt wird.  Voraussetzung für die Versorgung mit Zahnimplantaten für eine sichere Befestigung von  Kronen, Brücken oder Prothesen mit Hilfe von RoboDent ist der Kieferabdruck des Patienten und eine Rötgenaufnahme (Computertomographie,CT) seines Kiefers. Aus den CT-Daten   ermittelt die Software von RoboDent die optimale Bohrrichtung für die Implantation(en).  Außerdem begrenzt die Software die Bohrtiefe in den Kiefer derart, daß der dort liegende  Nerv nicht verletzt wird.

Das Robodent-System überwindet damit die grundsätztliche Unfähigkeit des Menschen (auch des Zaharztes) zur exakten Bewegung eines Bohrers im dreidimensionalen Raum, um etwa  drei Löcher achsenparallel zu bohren. Mit RoboDent kann nun jeder Zahnarzt hochpräzise (bis auf einen halben Millimeter genau) seine Implantatplanung auf den Kiefer seines Patienten  übertragen, weil er erstmals exakt freihändig im dreidimensionalen Raum arbeiten kann. Dank der genauen Positionierung der Implantate können auch die Zahnkronen, bzw. Prothesen  achsengerecht aufgesetzt werden, wodurch ihr perfekter Sitz erreicht wird.

                Dem Patienten bieten sich mehrere Vorteile: So bedarf es nur zweier Termine, um zu einem  Zahnersatz zu kommen: In einer Voruntersuchung wird ein Kieferabdruck in üblicher Manier  abgenommen und ein Computertomogramm des Kiefers angefertigt. Am Tag der Implantation  kommt der Patient am Morgen  und geht im Laufe des Tages mit fertigen Zähnen, Brücken oder Prothesen  nach Hause.

                "Robodent" ist eine preisgünstige Weiterführung von "Otto von Decke", einem Roboter, der vor einem Jahr vom gleichen Team an der Charité für die Gesichtschirurgie vorgestellt worden ist.  "RoboDent" ist ausschließlich mit Hilfe sogenannter Drittmittel innerhalb von zwei Jahren in  strategischer Partnerschaft mit der Schweizer Implantat-Firma Straumann entwickelt worden,  die auch den gesamten Vertrieb des im Preissegment eines hochwertigen Zahnarztstuhles liegenden Gerätes übernommen hat. "Robodent" besitzt die Zulassung nach dem  Medizinproduktegesetz für den Einsatz in Europa. Die Zulassung für den amerikanischen Markt    läuft. Die Markteinführung für Deutschland wird voraussichtlich im dritten Quartal 2001 sein.   Bis dahin wird die Straumann AG mehrere Demonstrationsveranstaltungen durchführen.

                Gezeigt wird das neue System auch vom 27. bis 31. März 2001 auf der "Internationalen Dental   Schau" in Köln.

                Informationen:
                für Patienten: Tel.:(030)-450-555-188 (oder 053)
                zum technischen Teil des Systems: Tel.: 0761-450-1333

                Silvia Schattenfroh


Berliner Zeitung, 27.3.2001
Gut gebohrt hält besser
Charité-Ärzte implantieren Zahnersatz mit dem Roboter - von Herbst an kann er in den Praxen eingesetzt werden
 
Der Tagesspiegel, 27.3.2001
"Robodent" : Lachende Dritte
Neue Zähne an einem Tag - Roboter erleichtert das Einsetzen von Implantaten

Die Welt, 27.3.2001
Charité stellt weltweit erstes  Robotersystem für  Zahn-Implantation vor
Navigationshilfe erlaubt punktgenauen Einsatz von Zähnen

MN-492
 

Autor: Manfred Ronzheimer


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