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„Kiez und Kosmos“: Aktuelles zum Zukunftsfonds
Die Berliner Politik beginnt die DebatteBerlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen hat sich auf dem Berliner IBM Forum am 12. Oktober 98 erneut für die Einrichtung eines Zukunftsfonds ausgesprochen. Es müsse in Berlin verstärkt darum gehen, in die Zukunft zu investieren. Dabei gehe es sowohl um Maßnahmen zur Modernisierung der Stadt, aber auch um „die Bereitschaft, mal ganz verrückte Ideen zu finanzieren“, die sonst keine Chance hätten. Wichtig müsse sein, die Gelder auf innovative Bereiche zu konzentrieren. Es könne nicht sein, daß die Mittel des Zukunftsfonds unter dem Schlagwort „Die Jugend ist unsere Zukunft“ auch für den Bau von Sportplätzen ausgegeben werden. Diepgen nannte die Wissenschaftsstandorte Adlershof und Buch, die vom Fonds profitieren sollten. Auch sollten die Arbeitsmöglichkeiten der Technologiestiftung ausgeweitet werden. Diepgen ließ die Zuhörer des Forums auch teilhaben an seinen Versuchen, der neuen Zukunftsorientierung in Berlin auch eine griffige Headline zu verschaffen. In Anlehnung an Stoibers Charakterisierung der Tradititionsverwurzelung und Modernitätsbereitschaft des bayerischen Freistaates als „Lederhose und Laptop“, probierte der Regierende für Berlin die Slogans „Kiez und Kosmos“, „Bessy und Bulette“ oder „Diskette und Bulette“ durch - war aber selbst nicht recht zufrieden mit den Ergebnissen seiner Dichtkunst. Daher regte er an, einen Wettbewerb für einen knackigen Doppelbegriff auszuschreiben, der das Bodenständige und das Moderne in der Hauptstadt zum Ausdruck bringt. Beachten Sie auch diesen Bericht in WISTA-News:
Auszug aus der Rede von Staatssekretär Ingolf Hertel vor dem Stifterverband für die
Deutsche Wissenschaft: "Zu den zwei großen Zukunftsprojekten Berlins: i.) der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof und ii.) der biomedizinische Campus Buch. An beiden Orten sind Großprojekte von überregionaler Bedeutung initiiert worden, die sich jetzt in einem kritischen Reifestadium befinden. Ihr Gelingen wird für die Zukunft Berlins und für die Region von zentraler Signalwirkung sein. Hier sollen, im Bereich jeweils ausgewählter Schlüsseltechnologien, Kompetenzzentren geschaffen werden, die ein Klima der Innovation und einen neuen Gründergeist kultivieren, der auf der Ressource Wissenschaft und Forschung aufbaut. Universität, außeruniversitäre Forschung und Wirtschaftsunternehmen sollen gemeinsam eine neue Begegnungskultur entwickeln, welche für alle Seiten höchsten Ertrag und gesellschaftlichen Nutzen verspricht. Aber: haben diese Großprojekte auch optimale Managementstrukturen und sind sie hinreichend finanziert? Wurde bislang alles getan, um im Geflecht überlappender Zuständigkeiten und behördlicher Fürsorge Rahmenbedingungen zu gestalten, die den hoch gesteckten Zielen gerecht wird?" Bericht in der Berliner Zeitung vom 1.10.98:
Zukunftsfonds: Diepgen legt sein Veto ein - Regierender Bürgermeister lehnt Nachtragshaushalt ab Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und
Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing (SPD) sind sich uneins
über den geplanten Zukunftsfonds.
In der Senatssitzung am Dienstag legte Diepgen deshalb sein Veto
ein. Lesen Sie diesen Bericht auch hier online bei der Berliner Zeitung Antwort der Finanzverwaltung auf Fragen von BerliNews zum Zukunftsfonds Aus welchen Quellen soll sich der Zukunftsfonds speisen? Besteht darüber schon Einigkeit? Soll dieses Geld direkt in zukunftsorientierte Investitionen fließen oder soll es in einen Kapitalstock gelegt werden, um lediglich die Zinserträge zu verwenden? Oder kann es einen Teils-Teils-Lösung geben? Werden Gelder des Zukunftsfonds noch 1998 haushaltswirksam (Nachtrag) oder erst ab 1999? Wer soll den Fonds verwalten? Welche Projekte (Projektbereiche, Technologiefelder) sollen daraus finanziert werden? Auszug aus der Rede zum Entwurf des Haushalts 1999 der Finanzsenatorin am 3. September 1998 vor dem Abgeordnetenhaus:"... Der Senat hat beschlossen, einen Teil der Erlöse der Veräußerung
der Anteile an den Wasserbetrieben in einen Zukunftsfonds zu überführen.
Ich räume ein, daß es mir nicht leicht gefallen ist, diesem Beschluß
zuzustimmen. Unter anderem, weil damit Illusionen geschaffen werden
könnten. Der Pressesprecher: Von: Dirk.Wildt@senfin.verwalt-berlin.de Der Tagesspiegel, 10. Oktober 1998 : Berliner Flächenverkauf kommt nicht in Gang - Welche Grundstücke dem Liegenschaftsfonds übertragen werden, bleibt strittig / Bewertungs- und Rechtsprobleme Der Tagesspiegel, 10. Oktober 1998 : Der Liegenschaftsfonds SPD berät zum ZukunftsfondsDie SPD veranstaltet am 12. Oktober im Abheordnetenhaus eine gemeinsame Sitzung mehrer Fachausschüsse zum Thema „Innovations- und Zukunftsfonds oder Zweiter Lottobeirat?“ Einführende Impulsstatements: Aus der Einladung: „In Kooperation der sechs Fachausschüsse ist die „Adlershofer Erklärung“ entstanden. Ein konkreter Punkt der Adlershofer Erklärung war die Forderung nach einem Innovations- und Zukunftsfonds des Landes Berlin. Mit Beschluß des Senats vom 7. Juli 1998 wurde im überparteilichen Konsens vereinbart, daß aus dem bevorstehenden Verkauf der Wasserbetriebe ein Innovations- und Forschungsfonds in Berlin gebildet werden soll. Es geht nun darum, in einer möglichst öffentlich und breit geführten Diskussion die Strukturen, Zielsetzungen und Verfahrensweisen eines derartigen Innovations- und Zukunftsfonds festzulegen.“ Das nächste wichtige Datum ist der Freitag, 16.10., wenn auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters um 17.30 Uhr die Spitzen der Koalition zusammenkommen, um sich über Inhalt, Umfang und Verfahren des Zukunftsfonds abzustimmen. Auch der Kuratoriumsvorsitzende der TSB, Dr. Gentz, ist dabei. Beachten Sie auch diese Berichte in BerliNews: Neues vom Zukunftsfonds - Finanzsenatorin fordert "kluges Konzept" für 200 Mio DM (9.9.98) Der Zukunftsfonds der CDU (9.3.98)
Ein interessanter Standort auch für Gründer: Berlin-AdlershofNeues vom Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort bringt WISTA-News - hier die aktuelle Nummer 12
Autor: Manfred Ronzheimer
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