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22. Juni 2001 Forschungspolitik
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"Begeisterung für Wissenschaft lässt sich nicht verordnen"

Philip Morris Forschungspreis in München verliehen

Pressemitteilung PMFP München, 21. Juni 2001

Gestern wurde zum 19. Mal der mit insgesamt 200.000 Mark dotierte Philip Morris Forschungspreis verliehen. Über 400 geladene Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien kamen zur Preisverleihung der Philip Morris Stiftung in die Münchner Muffathalle. In der Podiumsdiskussion zum Thema "Ist Wissenschaft out?" betonte der Staatsminister und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei Erwin Huber die Bedeutung von Nachwuchsförderung in der Wissenschaft: "Der Staat kann Innovation und Erfindergeist nicht verordnen, aber er kann ein Klima schaffen, in dem neue, zukunftsweisende Ideen und der Mut zum unternehmerischen Einsatz gefördert werden. Wir werden verstärkt Wirtschaft, Universitäten und Schulen zusammen bringen." Weitere Gesprächsteilnehmer unter der Moderation von Prof. Dr. Peter Glotz, Universität St. Gallen, waren Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, Universität Gießen und Dipl.-Soz. Barbara Schwarze, Fachhochschule Bielefeld.

Geehrt wurden folgende Wissenschaftler: Prof. Dr. Ralf Baumeister und Dr. Karlheinz Tovar, München, für einen "Wurm im Dienst des Homo sapiens" - ein Tiermodell für die Genforschung; Prof. Dr. Bernd Roeck, Zürich, für das von ihm entwickelte Fachgebiet "Historische Urbanologie" - Die Forschungen zeigen, wie und warum sich soziale und gesellschaftliche Verhältnisse in den Städten entwickelt haben. Historische Stadtmuster werden so zu unentbehrlichem Arbeitsmaterial für die Entwicklung künftiger Stadtkulturen; Dr. Karin und Raimund Schütze, Bernried/Oberbayern, für "Mikrowerkzeuge aus Laserlicht", die berührungsloses Hantieren unter dem Mikroskop ermöglichen sowie Prof. Dr. Erwin Suess und sein Team, Kiel, für die Erforschung von Gashydraten aus großen Meerestiefen. Das Magazin über die Forschungsprojekte der diesjährigen Preisträger können Interessierte bei der Philip Morris Stiftung anfordern.

Hermann Waldemer, Vorsitzender des Kuratoriums der Philip Morris Stiftung und der Geschäftsführung der Philip Morris GmbH, erläuterte die Bedeutung der Auszeichnung auch für das Unternehmen: "Mit den Aktivitäten der Philip Morris Stiftung verdeutlichen wir unser Engagement für die Gesellschaft und unsere Bereitschaft zum Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen. Die Stiftung fördert die Kommunikation mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs, um ihn für neues Wissen zu faszinieren und zur Arbeit in der Wissenschaft zu motivieren."

Gleichzeitig fiel der Startschuss für die Bewerbungsphase 2002. Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2001. Im kommenden Jahr feiert der Philip Morris Forschungspreis 20-jähriges Jubiläum.

Für weitere Informationen:
Pressebüro Philip Morris Forschungspreis, Tel. 089/59042-195, Email: PhilipMorris.Stiftung@pmintl.ch

Für die Bewerbungsunterlagen und das Magazin:
Philip Morris Stiftung, Fallstraße 40, 81369 München, Tel. 089/7247-0, Fax 089/7247-1227, Email: PhilipMorris.Stiftung@pmintl.ch


Die Preisträger 2001 und ihre Forschungsergebnisse in Kürze

Ein Wurm im Dienst des Homo sapiens
Prof. Dr. Ralf Baumeister, Genzentrum der Ludwig-Maximilans-Universität München,
Dr. Karlheinz Tovar, EleGene AG, München

Eine Schlüsselfrage der modernen Biologie ist die Wirkung von Genen bei Mensch und Tier. In der Forschung wurden dafür bisher vor allem Mäuse verwendet, was aufwendige und zeitraubende Arbeit bedeutete. Mit dem millimetergroßen Fadenwurm "C. elegans" geht es viel schneller, preiswerter und eindeutiger. Mehr als die Hälfte aller beim Menschen bekannten Gene finden sich auch in dem anspruchslosen, durchsichtigen Wurm. Er zeigt weitgehend ähnliche Reaktionen wie der menschliche Körper. Daraus erschließen sich völlig neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Medikamenten und zur Erkennung genetischer Risikofaktoren.

Der Blick zurück in die Zukunft
Prof. Dr. Bernd Roeck, Historisches Seminar der Universität Zürich
Die historische Urbanologie ist eine neue wissenschaftliche Disziplin. Sie untersucht, warum Städte für ihre Bewohner zu allen Zeiten als Lebensräume ganz besonders interessant waren. Die Forschungen zeigen, wie und warum sich soziale und gesellschaftliche Verhältnisse in den Städten entwickelt haben, wobei auch Architektur und Denkmäler wichtige Rollen spielen. Die historischen Stadtmuster werden so zu unentbehrlichem Arbeitsmaterial für die Entwicklung künftiger Stadtkulturen. Ziel der neuen Forschungsrichtung ist es, aus der Vergangenheit den Blick für die Gegenwart und die Zukunft zu schärfen.

Mikrowerkzeuge aus Laserlicht
Dr. Karin Schütze, Raimund Schütze, P.A.L.M. Microlaser Technologies AG, Bernried/Oberbayern
Mit einer neu entwickelten Technik lassen sich winzige Zellen - ohne sie zu berühren - festhalten, bewegen, gezielt aus biologischen Präparaten ausschneiden und in ein Auffanggefäß katapultieren um sie zu analysieren. Mit Hilfe von äußerst scharf gebündeltem Laserlicht ist es möglich, einzelne Zellen zu isolieren, sie lebensfähig zu erhalten und die Ergebnisse nicht durch Verunreinigungen zu stören. Da Medizin und Biotechnologie immer häufiger nur mit einzelnen Zellen umgehen, werden die Lasermikrostrahl-Systeme zum universellen Werkzeug der modernen Bioforschung.

Brennendes Eis aus der Tiefsee
Prof. Dr. Erwin Suess, Dr. Gerhard Bohrmann, Dr. Jens Greinert, Dr. Peter Linke, Dr. Dirk Rickert,
GEOMAR-Forschungszentrum für marine Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Methanhydrat-Vorkommen im Boden der Tiefsee sind einerseits eine schier unerschöpfliche Energiequelle, andererseits eine Gefahr, da sie gewaltige Naturkatastrophen auslösen könnten. Der Brennwert der Methanhydrate übertrifft den aller bekannten Öl-, Gas- und Kohlereserven zusammengenommen. Die Hydrate bilden sich unter hohem Druck und bei tiefen Temperaturen aus Wasser und Methan. Das Forschungsinteresse ist eine mögliche Nutzung als Energiequelle sowie Erkenntnisse, ob die Gashydrate mit globalen Klimaveränderungen und riesigen Flutwellen im Zusammenhang stehen.

Quelle


Der Philip Morris Forschungspreis

Der Philip Morris Forschungspreis wird seit 1983 jährlich vergeben und gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen für Wissenschaftler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Herausragende Forschungsleistungen, die technisch-innovative und marktfähige Lösungen versprechen sowie die verantwortungsvolle Nutzung moderner Technologien fördern, honoriert die Philip Morris Stiftung mit einem Preisgeld von insgesamt 200.000 Mark. Eine unabhängige Jury wählt die Preisträger jedes Jahr unter etwa 100 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Bisher wurden insgesamt mehr als 120 Wissenschaftler ausgezeichnet. Im Jahr 2002 feiert der Philip Morris Forschungspreis sein 20-jähriges Jubiläum.

Öffentlichkeit herstellen. Mit dem Philip Morris Forschungspreis werden nicht nur wissenschaftliche Spitzenleistungen ausgezeichnet. Der Preis sorgt auch dafür, dass die Preisträger und ihre Projekte einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und Berührungsängste zu Wissenschaft und Forschung abgebaut werden. Spitzenforschung ist schließlich viel zu wertvoll, um nach jahrzehntelanger intensiver Arbeit nicht mehr verfolgt zu werden.

Die Philosophie. Die Philip Morris Stiftung möchte auf das hohe Hightech-Potenzial in Forschung und Wissenschaft aufmerksam machen und den Menschen hinter den Entwicklungen mehr Gehör verschaffen. Ziel ist es, die notwendige Aufmerksamkeit für die ausgezeichneten Produkte zu erreichen, die Finanzierung zu sichern, das Interesse der Industrie zu wecken und die Technologieakzeptanz in der Gesellschaft zu verbessern. Aus diesem Grund steht die Stiftung in einem permanenten Austausch mit Wissenschaftlern, Forschungseinrichtungen und Medienvertretern.

"Mit der Philip Morris Stiftung verdeutlicht das Unternehmen Philip Morris sein Engagement für die Gesellschaft und seine Bereitschaft zum Dialog mit allen gesell-schaftlichen Gruppen - und das bereits seit fast 20 Jahren", so Hermann Waldemer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Philip Morris GmbH und des Kuratoriums der Philip Morris Stiftung.

Die Wettbewerbsfelder
Die fünf Wettbwerbsfelder des Philip Morris Forschungspreises markieren Bereiche, in denen Wissenschaft und Technik wesentliche Beiträge für Gesellschaft und Wirtschaft leisten können.

1. Mensch und Zukunftswandel: Um die Zukunft zu bewältigen müssen wir die Fähigkeit entwickeln, in immer komplexeren Zusammenhängen zu denken und zu handeln.
2. Mensch und Schlüsseltechnologien: Für die Schaffung von Arbeitsplätzen und für die Erschließung zukünftiger Märkte ist eine Vorreiterrolle bei den wichtigsten Schlüsseltechnologien entscheidend.
3. Mensch, Transport und Verkehrssysteme: Ein zentrales Bedürfnis jeder modernen Industriegesellschaft ist Mobilität, die Rohstoffe und Umwelt schont, Freizügigkeit und Sicherheit bietet.
4. Mensch und Umwelt: Technologischer Fortschritt bezieht zunehmend die Schonung der natürlichen Ressourcen mit ein damit die Chancen für kommende Generationen erhalten bleiben.
5. Mensch und Informationstechnologien: Die elektronische Informationsverarbeitung verändert derzeit unsere Welt stärker als jede andere Technologie, doch die Anforderungen gehen weit über rein technische Fragen hinaus.

Die Jury
Die Jury des Forschungspreises setzt sich wie folgt zusammen: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Paul Müller, Vorsitzender der Jury, Sprecher des Kompetenzzentrums für Biogeographie, Bioanalytik und Ökotoxikologie der Universität Trier und des Zentrums für Umweltforschung der Universität des Saarlandes; Prof. Dr. Karlheinz Ballschmiter, Mitglied des Vorstandes der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg, Ordinarius für Analytische Chemie und Umweltchemie der Universität Ulm; Prof. Dr. Juergen B. Donges, Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik der Universität zu Köln und Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Frühwald, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung und ehem. Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Universität München; Prof. Dr.-Ing. Klaus Rompe, Stellvertretender Geschäftsführer TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg in Köln, außerplanmäßiger Professor an der Universität Hannover, Präsident der Gesellschaft für Ursachenforschung bei Verkehrsunfällen; Dr. Jürgen Schulte-Hillen, Inhaber der Scientific Consulting Dr. Schulte-Hillen GmbH in Köln, Berater von Bundes- und Landesregierung, Sachverständiger in Hearings verschiedener Ausschüsse des Deutschen Bundestages; Hermann Waldemer, Vorsitzender des Kuratoriums der Philip Morris Stiftung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Philip Morris GmbH; Prof. Dr. Gisbert Winnewisser, Direktor des 1. Physikalischen Instituts der Universität zu Köln, Lehrstuhl für Experimentalphysik und Astrophysik, Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs "Entwicklung der Interstellaren Materie: Terahertz-Spektroskopie im Weltall und Labor"; Dr. Arved Freiherr von Wittgenstein, Patentanwalt und Partner in der Kanzlei Abitz und Partner in München, Haupttätigkeitsfeld: die Bearbeitung chemischer Patentanmeldungen; Dipl.-Ing. Klaus Wolf, Vereidigter Sachverständiger im Bereich Elektronik bei der Industrie- und Handelskammer Nürnberg.

Die Philip Morris Stiftung
Die Philip Morris Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts und hat ihren Sitz in München. Ihr Zweck ist es, Wissenschaft und Forschung zu fördern: durch die Verleihung von Preisen für neue technische Entwicklungen und Erkenntnisse sowie die Förderung wissenschaftlicher und internationaler Veranstaltungen.

Das Kuratorium der Philip Morris Stiftung
Das Kuratorium setzt sich wie folgt zusammen: Hermann Waldemer, Vorsitzender des Kuratoriums, Vorsitzender der Geschäftsführung der Philip Morris GmbH; Dr. Thomas Goppel, Stv. Vorsitzender des Kuratoriums, Generalsekretär der CSU; Johannes Graf Esterházy, Director Corporate Affairs der Philip Morris GmbH; Dr. h. c. Georg Leber, Bundesminister a. D.; Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Otto Meitinger, ehem. Präsident der Technischen Universität München; Franz-Josef Möllenberg, 1. Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten; Joachim Psotta, Mitglied der Geschäftsführung der Philip Morris GmbH; Dr. h. c. Lothar Späth, Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG. - Quelle

ZN-728

Autor: Manfred Ronzheimer


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