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bcd setzt in der Forschung auf Kamele

Antikörperproduktion auf der grünen Wiese

PE bdc - Berlin, den 19. August 2001

Das biomedizinische Forschungsunternehmen bcd setzt Camelide zur Antikörperproduktion für die Herstellung von Diagnostika und Medikamenten ein. Da camelide Antikörper kleiner und stabiler sind als herkömmliche Antikörper, können sie Gewebe leichter durchdringen und Zielorte auf Zellen effektiver erkennen. Dies eröffnet neue Perspektiven bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten, möglicherweise auch in der Krebsforschung.

Der Geschäftsführer Jonas Füner unterstreicht die Vorteile dieser Art der Antikörperproduktion: "Der Einsatz von Kamelen und Lama zur Antikörperproduktion ist ein Beispiel für intelligenten Tierschutz im Bereich der Forschung: Weg von der verbrauchenden Produktion in Kaninchenbatterien - hin zur biotechnologischen Weidewirtschaft. Eine kleine Menge Blut reicht aus, um die cameliden Antikörper in der Zellkultur zu vermehren. Die Beeinträchtigung der Tiere reduziert sich daher auf die Belastung eines Blutspenders und die gewonnenen Antikörper besitzen überragende Eigenschaften."

Aus dem Blut werden die Antikörper kodierenden Gene isoliert und in beliebige Zellen, wie beispielsweise die Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae, eingeschleust. Dort können die Antikörper in großen Mengen produziert werden, da sich diese Zellen in der Kultur unbegrenzt vermehren lassen. Auf den weiteren Einsatz von Tieren kann somit verzichtet werden. Das gewonnene Produkt ist konventionellen Antikörpern überlegen: Camelide Antikörper (VHH) bestehen aus nur einem Paar schwerer Proteinketten, während die Antikörper (VH) aller anderen Säugtiere zwei schwere und zwei leichte Ketten besitzen. Die einfachere Molekülstruktur der cameliden Antikörper (VHH) erleichtert gezielte Veränderungen und erweitert den biotechnologischen Einsatzbereich. Bedingt durch ihre geringe Größe und hohe Bindungsaffinität können neue und bisher schwer zugängliche Epitope erkannt werden.

Den Vorteil der industriellen Produktionsweise in Hefefermentern nutzen bereits bekannte Konzerne. Sie forschen intensiv an Einsatzmöglichkeiten von cameliden Antikörpern für Alltagsprodukte wie Waschmittel.

Wenn man in Zukunft Lamas oder Kamele friedlich auf einer Weide stehen sieht, ist es gut möglich, dass diese genügsamen Tiere gerade für die Auftraggeber von bcd Antikörper produzieren.


Camelide Antikörperproduktion
bcd setzt Camelide zur Antikörperproduktion für die Herstellung von Diagnostika und Medikamenten ein. Da camelide Antikörper kleiner und stabiler sind als herkömmliche Antikörper, können sie Gewebe leichter durchdringen und Zielorte auf Zellen effektiver erkennen. Dies eröffnet neue Perspektiven bei der Diagnose und Therapie von Krankheiten, möglicherweise auch in der Krebsforschung. Aus dem Blut werden die Antikörper kodierenden Gene isoliert und in beliebige Zellen, wie beispielsweise die Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae, eingeschleust. Dort werden die Antikörper in großen Mengen produziert. Auf den weiteren Einsatz von Tieren kann somit verzichtet werden. Die Belastung der Camelide beschränkt sich auf die eines Blutspenders. Das gewonnene Produkt ist in seinen Eigenschaften überlegen.

Eigenschaften der (VHH) -Antikörper
Camelide produzieren neben klassischen Antikörpern auch Antikörper, die weder eine leichte Kette noch eine CH1-Domäne besitzen. Sie bestehen aus nur einem Paar schwerer Proteinketten. Diese speziellen heavy-chain Antikörper (VHH) sind klein und stabil. Sie erkennen spezifisch jeweils nur ein Epitop, es kommt zu keinen Kreuzreaktionen. Heavy-chain Antikörper können gegen verschiedene Epitope des gleichen Proteinmoleküls gebildet werden. Ferner sind sie durch ihre geringe Größe fähig, neue und / oder schwer zugängliche Epitope zu erkennen. Sie haben eine leichtere Diffusion im Vergleich zu größeren Antikörpern. Heavy-chain Antikörper (VHH) haben eine hohe Temperaturstabilität, sie haben eine monatelange Haltbarkeit bei Raumtemperatur und sind noch nach zwei Stunden bei 90°C zu 50% aktiv. Heavy-chain Antikörper (VHH) finden Anwendung im Bereich der Diagnostik, der Therapie, bei Prozessen die hohe Temperaturen beinhalten (z.B. Pasteurisation), als Abzyme ( Antikörper mit enzymatischer Aktivität) und als Redox-Proteine.
http://www.bcd-berlin.de/de/literatur.htm

Camelide
Camelide teilen sich in zwei Gattungen auf, in die Altwelt- und Neuweltcamelide. Zu den Altweltcameliden zählen Kamele und Dromedare. Das einhöckrige Dromedar (Camelus dromedaries) ist im arabischen Raum beheimatet, während das zweihöckrige Kamel (Camelus bactrianus) in Asien vorkommt. Die Domestikation von Kamel und Dromedar wird ungefähr auf 3000 bis 2500 vor Christus datiert. Seit frühester Zeit wurden beide Kamelarten als Haustiere gehalten und ermöglichten sowohl in Asien als auch im Norden Afrikas und in Arabien einen florierenden Handel und Transport der Güter. Wolle, Fell und Fleisch der Altweltcameliden wurden sehr geschätzt und als Handelsgut eingesetzt. Der Kameldung dient seit jeher als Brennmaterial.

Lama, Alpaca, Vicuna und Guanako gehören zu der Gruppe der Neuweltcameliden, die aus den hohen Regionen Süd-Amerikas stammen. Das Guanako wurde schätzungsweise 5000 vor Christus von den Indios domestiziert. Lama (Lama glama) und Alpaca (Lama pacos) stammen von dieser selektiven Zucht ab. In den kargen Gebieten der Anden, war das Fleisch, Leder, Fell und die Wolle der Neuweltcameliden die Existenzgrundlage der damaligen Bewohner. Durch die Verwendung der Lamas als Transportmittel konnte ferner ein reger Warenaustausch und Handel entstehen, der die Basis für das rasche Wachstum des Inkareiches schuf. Die seltenen Alpaca wurden im Gegensatz zu den Lamas, die als Packtiere gezüchtet wurden, von den frühen Bewohnern Südamerikas wegen ihrer Wolle gezüchtet und gehalten. Es gibt zwei Arten von Alpaca, die Suri mit längerem zotteligen Fellwuchs und die häufiger vorkommenden Huacaya (ca. 90% der weltweiten Population) mit kräuseliger Bewollung.


Unternehmensprofil

Jonas Füner, der Geschäftsführer der bcd - biomedical consulting + development GmbH, gründete das Unternehmen 1998 in Berlin mit anderen ehemaligen Mitarbeitern des Max-Delbrück-Centrums. bcd ist ein biomedizinisches Dienstleistungsunternehmen, das sich auf die in vivo Forschung spezialisiert hat. Auftraggeber und Kooperationspartner sind Biotechnologieunternehmen, die pharmazeutische Industrie und öffentliche Forschungseinrichtungen. Im Januar 2001 beteiligte sich die Mologen Holding AG mehrheitlich an der bcd.

bcd ist auf dem Campus FEM, direkt neben dem Universitätsklinikum Benjamin Franklin (UKBF), der Freien Universität Berlin, angesiedelt. Durch die Nähe zum UKBF verfügt die bcd über die Möglichkeit der Nutzung verschiedener Forschungseinrichtungen.

bcd entwickelt neue Methoden für den somatischen Gentransfer, um Fortschritte im Bereich der Gentherapie zu erzielen. Bei der Gentherapie wird ein Gen in die Körperzellen eingefügt, in welchen dann das vom Gen kodierte Genprodukt exprimiert wird. Das Genprodukt besitzt die eigentlich therapeutische Wirkung. Der Körper soll am richtigen Ort die benötigten Medikamente selbst herstellen. Im Bereich der Produktion von biologischen Stoffen bietet bcd die Immunisierung von Cameliden an. Dies ist zum einen eine Ersatzmethode zu der herkömmlichen Antikörperproduktion durch Kaninchen, zum anderen sind camelide Antikörper in ihren Eigenschaften den anderer Säugetiere überlegen.

Weitere Schwerpunkte der Forschungsaktivität der bcd sind experimentelle Chirurgie, Pharmakologie von biotechnologischen Medikamenten und die Entwicklung von Prüfmodellen für neue Therapieformen. Dies geschieht auf den verschiedensten Entwicklungsstufen, von der Grundlagenforschung bis hin zur präklinischen Studie.

PR-Kontakt Viola Betz
Telfon: +49 (0)30 844 15 90 21, Fax: +49 (0)30 844 15 90 10
e-mail: info@bcd-berlin.de
www.bcd-berlin.de


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