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3. Dezember 2001 Hochschulpolitik
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Deutschland im Bildungsschock

OECD-Studie PISA legt deutsche Schul-Misere bloß

Die Welt, 4.12.2001
Wenig Wissen
Berliner Schüler schneiden im Ländervergleich PISA schlecht ab. Lehrer und Politiker fordern Konsequenzen
Der Schock sitzt tief, auch in Berlin. Als "Ohrfeige für die deutsche Bildungspolitik" und "Quittung jahrelanger Sparpolitik" werteten Eltern, Lehrer und Verbände das schlechte Abschneiden deutscher Schüler beim weltweiten Schulleistungstest PISA.

Berliner Morgenpost, 4.12.2001
Parteien fordern mehr Ganztagsschulen
Schlechtes Abschneiden beim Schülertest Pisa löst Bildungsdebatte aus

Berliner Morgenpost, 4.12.2001
Die Schulen und der Schock
Jetzt ist es amtlich: Deutsche Schüler landeten beim internationalen Bildungstest auf den hinteren Rängen. Pädagogen und Politiker betreiben Ursachenforschung

Der Tagesspiegel, 2.12.2001
Deutsche Schulen: Wir müssen nachsitzen
Industrie und Wirtschaft bemängeln es schon lange, jetzt belegt es auch eine internationale Studie: Deutsche Schüler sind nur noch Mittelmaß. Das liegt nicht an ihnen allein - das ganze Bildungssystem verdient schlechte Noten. Es braucht dringend Nachhilfe.

Berliner Zeitung, 3.12.2001
Deutsche Schüler schneiden im internationalen Vergleich schlecht ab
OECD-Studie: Deutschland landet unter 32 Industriestaaten auf den hinteren Rängen / Forderungen nach Reformen und mehr Geld für Bildung

Südwestpresse 3.12.2001
Note 5 für deutsche Schulen
Deutschlands Schulen haben jetzt im größten internationalen Schulleistungsvergleich ¸¸Pisa'' ein katastrophales Zeugnis erhalten.

·Kommentar ¸¸Auf dem Stand Sibiriens''

Hamburger Abendblatt, 3.12.2001
Bildung: "Schlimmer gehts nicht"
Entsetzte Reaktionen hat das schlechte Abschneiden Deutschlands bei der weltweiten Bildungsstudie Pisa der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ausgelöst. "Schlimmer hätte es nicht kommen können", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) forderte, Kinder müssten "besser und früher gefördert werden". Die Kultusminister-Präsidentin Annette Schavan (CDU) kündigte massive Verbesserungen bei der Lehrerausbildung an.
Jeder fünfte deutsche Schüler erreichte bei der Lesekompetenz nur die niedrigste Leistungsstufe. Dies gilt jedoch als eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Leben und Beruf zu meistern. An deutschen Schulen gelingt es nicht, soziale Nachteile oder Sprachprobleme von Ausländerkindern auszugleichen. Alle Länder mit Spitzenleistungen haben dagegen Ganztagsschulen. Auch werden dort die Kinder nicht wie in Deutschland üblich als Zehnjährige auf verschiedene Schulformen verteilt. Sie besuchen mindestens bis zur neunten Klasse gemeinsam die Schule.

Dicker Eintrag ins Klassenbuch Kommentar

SPEGEL online 3.12.2001
Deutschland im Bildungsschock
250.000 Schüler aus 32 Staaten stellten ihr Wissen bei der Schulstudie "Pisa" unter Beweis. Die deutschen Teilnehmer schafften es gerade mal auf Platz 25. Besonders im Lesen, Rechnen und den Naturwissenschaften gehören sie zu den schlechtesten.
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dpa 2-12-2001
Miserable Noten für deutsche Schüler - Radikale Reformen verlangt

Hintergrundartikel: OECD und "Pisa": Was will der Schulleistungs-Test?"
Mehr Information:
OECD Pisa Deutschland vom MPI für Bildungsforschung

OECD online: http://www.pisa.oecd.org

Download-Seite für das PISA Assessment Document (PDF)
http://www.pisa.oecd.org/docs/assess.htm

OECD PISA Survey to Provide Country-by-Country Data on Student Attainment

Homepage MPI für Bildungsforschung

Aktuelles aus dem Institut

Hätten Sie es gewusst?
Mit der Vergleichsuntersuchung PISA wollten die Forscher Leseverständnis sowie Kenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften bei den Schüler prüfen. Hier einige Beispielaufgaben: Nick möchte die rechteckige Terrasse seines neuen Hauses pflastern. Die Terrasse ist 5,25 Meter lang und 3,00 Meter breit. Er benötigt 81 Pflastersteine pro Quadratmeter. Berechne, wie viele Pflastersteine Nick für die ganze Terrasse braucht. Rolf fährt meistens Busse mit einem Benzinmotor. Diese Busse tragen zur Umweltverschmutzung bei. Einige Städte haben Oberleitungsbusse. Diese werden von einem Elektromotor angetrieben. Die elektrische Energie, die für einen solchen Motor nötig ist, wird über eine Oberleitung zugeführt. Die Elektrizität wird von einem Kraftwerk geliefert, das Kohle verwendet. Befürworter des Gebrauchs von Oberleitungsbussen in einer Stadt sagen, diese Busse trügen nicht zur Luftverschmutzung bei. Haben diese Befürworter Recht? Erkläre deine Antwort. - Quelle


GEW Berlin - P R E S S E E R K L Ä R U N G Nr. 59/01 von Montag, dem 3. Dezember 2001

Berlin muss jetzt Konsequenzen aus PISA ziehen

Die PISA-Ergebnisse zeigen deutlich, dass Deutschland sich lediglich im unteren Drittel der Qualitätsstandards von Bildung in den Schulen befindet.

Als wesentliche Ursachen hierfür werden vier Aspekte benannt:
- In Deutschland wird zu wenig in die frühen Bildungsjahre investiert,
- kein anderes Schulsystem differenziert so früh und so vielfältig wie das deutsche Schulsystem,
- die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen sind so eng wie nirgends sonst verknüpft mit dem Bildungsstand im Elternhaus,
- die Förderung von SchülerInnen aus Migrantenfamilien ist unzureichend.

Deutliches Signal für ein wenig integratives Schulsystem sind besonders die vielen SchülerInnen mit Migrationshintergrund, die die Schule ohne Abschluss verlassen.

Das deutsche Bildungssystem hat versagt. In Deutschland kommt es weder in der Breite noch in der Spitze zu guten oder teils sogar nicht einmal zu durchschnittlichen Ergebnissen, vom Ziel der Chancengleichheit entfernen wir uns zusehends mehr.

Die Erkenntnisse aus den diversen Vergleichsstudien der letzen Jahre (TIMSS u.a.) sollten Richtschnüre für politische Entscheidungen im Bildungswesen sein. Es muss in die Bildung investiert werden. Ziel muss es sein, mehr SchülerInnen zum Abitur zu führen. Qualität muss gemeinsam mit allen am Bildungsprozess Beteiligten entwickelt werden. Chancengleichheit stellt sich nicht durch die Gleichbehandlung her, sondern über den Ausgleich unterschiedlicher Startchancen im Bildungssystem.

Dieter Haase, der stellvertretende Vorsitzende der GEW BERLIN: "Die Erkenntnisse, die aus einer Vielzahl an Untersuchungen hervorgehen und die ja mittlerweile sogar die Bildungsministerin Bulmahn im Forum Bildung vorträgt, nutzen nicht das Papier auf dem sie stehen, wenn die politisch Verantwortlichen keine Konsequenzen ziehen und Verbesserungen ernsthaft in Angriff nehmen. Ein besorgniserregendes Beispiel ist im Moment die Situation in Berlin. Hier werden genau an der Schlüsselstelle Bildung die Chancen massiv verschlechtert, die für eine gelungene Schulkarriere unabdingbar sind. Es muss die Frage erlaubt sein, wie ehrlich es die Politik mit Qualitätszielen in der Bildung meint."

Beispiele:
In den Kitas werden die Betreuerschlüssel für die Gruppen soweit heraufgesetzt, dass für Bildung, Sprachentwicklung und individuelle Zuwendung kaum noch Platz ist. Statt die Schülerinnen länger gemeinsam lernen zu lassen und die Förderung auszubauen, soll in den Grundschulen verstärkt aussortiert und frühzeitig in vorgebliche Begabungstypen eingeteilt werden. Das schafft um so früher Konkurrenzdenken und senkt nachhaltig die Motivation.

Die Koalitionsverhandlungen haben die Weichen für die Berliner Bildung auf ein Abstellgleis geschoben. Wir bieten dem Senat an, mit der GEW BERLIN gemeinsam ein Konzept für die Zukunft von Bildung in dieser Stadt zu erarbeiten. Die Entscheidungen müssen von den überdeutlichen Notwendigkeiten zur Steigerung der Qualität von Bildung abhängig gemacht werden und nicht von rein rechnerischen Überlegungen zur Sanierung des Haushalts.


BerliNews, 19. 11. 2001
Mangel an Bildungsforschung
Wissenschaftsrat gibt Empfehlungen zur künftigen Struktur der Lehrerbildung

BerliNews, 22. 11. 2000
Deutsche Schulen weiter Mittelmaß
Vergleichsstudie TIMSS zu Mathematik und Naturwissenschaft im Unterricht

HN-886

Autor: Manfred Ronzheimer


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