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BERLINER MORGENPOST und DIE WELT

Redaktionen und Verlage werden zusammengeführt

PE Axel Springer Verlag AG [06.12.2001 - 14:07 Uhr]

Die Redaktionen und Verlage der in Berlin erscheinenden Zeitungen BERLINER MORGENPOST und DIE WELT werden zusammengeführt. Damit werden zukünftig die Inhalte beider Zeitungen unter der Leitung einer gemeinsamen Chefredaktion von einer Redaktion produziert. Die Zusammenführung der Redaktionen und Verlage der BERLINER MORGENPOST und der WELT wird im Laufe des nächsten Jahres realisiert. Beide Zeitungen erscheinen weiterhin als eigenständige Titel.

"Mit der Zusammenlegung der Redaktionen erhöhen wir die Qualität der beiden Zeitungen und nutzen gleichzeitig erhebliche Synergiepotenziale. Die Leser profitieren von der Bündelung der journalistischen Kompetenzen in einer überregionalen und einer regionalen Redaktionsgruppe. Damit legen wir das Fundament für eine Marketing- und Qualitätsoffensive im hart umkämpften Berliner Zeitungsmarkt", erklärte Dr. Mathias Döpfner, Vorstand Zeitungen des Axel Springer Verlages.

Die mit der Zusammenführung der Redaktionen und Verlage verbundene Neupositionierung im Regionalzeitungsmarkt Berlin ist zugleich Teil des Kostenmanagement- und Restrukturierungsprogramms, das der Axel Springer Verlag im Frühjahr 2001 eingeleitet hat.

Zukünftig wird eine Redaktion zwei Zeitungen und deren Regionalausgaben produzieren. DIE WELT erscheint wie bisher als überregionale Qualitätszeitung in der bundesweiten Ausgabe sowie mit der Regionalausgabe Berlin, die bereits erfolgreich von der BERLINER MORGENPOST erstellt wird, und den Ausgaben Hamburg/Bremen. Die Regionalausgabe München wird eingestellt.

Die Leitung der Redaktion DIE WELT/BERLINER MORGENPOST übernimmt Dr. Wolfram Weimer, 37, derzeit Chefredakteur der WELT. Zum Stellvertreter des Chefredakteurs und Redaktionskoordinator Berlin wird mit sofortiger Wirkung Jan-Eric Peters, 36, ernannt. Bevor Peters seine Tätigkeit im Axel Springer Verlag begann, war er Chefredakteur der Zeitschrift "Max". In seiner heutigen Funktion als Projektentwickler im Vorstandsbereich Zeitungen hat er unter anderem die Redaktion von KÖLN EXTRA geleitet.

Herbert Wessels, 56, bislang Chefredakteur der BERLINER MORGENPOST, beendet seine Tätigkeit. Der Axel Springer Verlag dankt Herbert Wessels ausdrücklich für seine langjährige Tätigkeit unter anderem als Stellvertretender Chefredakteur HAMBURGER ABENDBLATT, Chefredakteur des SAD und für sein Engagement in Berlin.

Professor Dr. Dieter Stolte, 67, derzeit Intendant des ZDF, übernimmt zum 1. April 2002 die Aufgabe des Herausgebers der Zeitungen DIE WELT und BERLINER MORGENPOST. Der Axel Springer Verlag freut sich, mit Professor Dr. Dieter Stolte einen herausragenden Manager und Journalisten für dieses ambitionierte Projekt gewonnen zu haben.

Die Verlagsgeschäftsführung der neu entstehenden Zeitungsgruppe, die alle Abonnement- und Regionalzeitungen des Axel Springer Verlages umfasst, leiten Michael Meyer-Böhm, 46, bisher Verlagsgeschäftsführer der Regionalzeitungsgruppe Hamburg/Berlin, und Josef Propst, 52, Vorstandsvorsitzender der Moser Holding AG, die die TIROLER TAGESZEITUNG in Innsbruck herausgibt. Der Axel Springer Verlag ist mit 65 Prozent an diesem Verlag beteiligt.

Kay E. Sattelmair, 64, geht im Mai 2002 in den Ruhestand. Bis dahin führt er wie bisher die Verlagsgeschäfte der Zeitungen DIE WELT und WELT am SONNTAG. Danach bleibt er dem Axel Springer Verlag und der neu geschaffenen Zeitungsgruppe als Berater verbunden.

Pressekontakt: Edda Fels
Telefon: (0 40) 3 47-2 20 71, E-Mail: efels@asv.de

Diese Presseinformation kann im Internet unter www.asv.de abgerufen werden.


Der Kontakter [05.12.2001 - 16:25 Uhr]
Axel Springer Verlag plant enge Kooperationen bei Zeitungen
Die Welt und Berliner Morgenpost sollen weitgehend zusammengelegt werden

Die Welt, 7.12.2001
Paukenschlag in Berlin
Der Axel Springer Verlag führt DIE WELT und die "Berliner Morgenpost" zusammen
Der Berliner Zeitungsmarkt steht vor einer Zeitenwende.
Für beide Zeitungen bedeute die Zusammenlegung einen "echten Befreiungsschlag", der unglaubliche Chancen biete, sagte Döpfner vor der Redaktion der WELT. Chefredakteur Weimer sagte, dem publizistischen Comeback der WELT werde nun das wirtschaftliche Comeback folgen. Die WELT habe die Chance, führende Zeitung der Berliner Republik zu werden.

Berliner Zeitung, 7.12.2001
Kopfschütteln überall
"Welt" und "Berliner Morgenpost" mit gemeinsamer Redaktion / Dieter Stolte wird Herausgeber
Auszug:
Am Donnerstagmorgen marschierte der designierte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner mit Weimer und Peters in die Ressortleiter-Konferenz der "Berliner Morgenpost" und übernahm das Kommando. Er entmachtete den Chefredakteur und dessen Stellvertreter, kündigte den verdutzten Mitarbeitern die Zusammenlegung von Ressorts und die Streichung vieler Stellen an, ohne konkrete Bereiche oder Zahlen zu nennen. Der gefeuerte Chefredakteur Wessels wurde gefragt, ob er noch etwas sagen wolle. Er verzichtete. Dann waren die Herren wieder weg. Ähnlich verlief es in der "Welt". Die Redakteure reagierten mit Fassungslosigkeit und Kopfschütteln auf den Piratenakt. Auch sie stellten sich die Frage nach dem Sinn der Aktion. Es wird damit gerechnet, dass mindestens 40 Leute bei der "Morgenpost" gehen müssen, dazu kommen Kollegen der "Welt".
Springer reagiert mit der rigiden Maßnahme auf die gravierenden Gewinneinbrüche im Verlag. Die "Welt", ohnehin schon immer defizitär, hat ihren Verlust im letzten Jahr auf knapp über 100 Millionen Mark gesteigert. Auch die "Morgenpost" macht keinen Gewinn mehr. So folgerichtig die Sparmaßnahmen in beiden Redaktionen sind, so fraglich ist es, ob das lokal verwurzelte Traditionsblatt "Berliner Morgenpost" und die überregionalen "Welt" journalistisch zusammenpassen

Berliner Morgenpost, 7.12.2001
Berliner Morgenpost und Welt werden zusammengeführt
Offensive des Axel Springer Verlags auf dem hart umkämpften Berliner Zeitungsmarkt

Der Tagesspiegel, 7.12.2001
Wir sind ein Volk
Springer legt die Redaktionen von "Berliner Morgenpost" und "Welt" zusammen. Nur die Zeitungstitel bleiben bestehen

Auszug:
Am Mittwoch bekam Springer übrigens einen Preis für interne Kommunikation. Was am Donnerstag ablief, war dafür kein Musterbeispiel: Nachdem sich alles überall herumgesprochen hatte, verschanzten sich fast alle Eingeweihten hinter abgeschalteten Handys und ließen sich von ihren Sekretärinnen verleugnen. Erst am Donnerstag um neun Uhr informierte Mathias Döpfner den Betriebsrat, um zehn sagte er dem Chefredakteur der "Berliner Morgenpost", Herbert Wessels, dass er gehen könne. Danach begleitete Döpfner Weimer in die Redaktionskonferenz der "Welt", anschließend zur "Berliner Morgenpost". Die Redaktionskonferenz führte Weimer denn auch gleich selbst. Wessels saß daneben.

ftd.de, Do, 6.12.2001, 11:59
Springer Verlag: Zweckehe für ´Welt´ und ´Berliner Mopo´
Die beiden Tageszeitungen "Welt" und "Berliner Morgenpost" werden nach Brancheninformationen künftig sehr stark zusammen arbeiten.

Handelsblatt 7.12.2001
Springer will im Internet Geld verlangen
Um Springer nicht in die roten Zahlen abrutschen zu lassen, ist der designierte Konzernchef Mathias Döpfner auch zum Tabubruch bereit. So werden "Berliner Morgenpost" und "Welt" zusammengelegt.

Manager-Magazin Wirtschaft 7.12.2001 0:2
Berliner Paukenschlag
Ende der getrennten Wege - die "Welt" und die "Berliner Morgenpost" werden verschmolzen. Herausgeber des neuen Konstrukts, unter dem beide Marken bestehen bleiben, wird ZDF-Chef Dieter Stolte.

Manager Magazin 9.11.2001
A X E L S P R I N G E R V E R L A G : Tabula rasa
Das Verlagshaus macht ernst mit der jüngst ausgerufenen Devise: Sparen, sparen, sparen. Nun werden alle wesentlichen Online-Auftritte von "B.Z." bis "Welt" in einer Zentralredaktion gebündelt. Stellenabbau nicht ausgeschlossen.

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Autor: Manfred Ronzheimer


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