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29. März 1999 Raumfahrt
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DLR berührt den Boden

Luft- und Raumfahrer übernehmen terrestrische Verkehrsforschung

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) verstärkt die Bodenhaftung. Künftig solle die Großforschungseinrichtung des Bundes mit Hauptsitz in Köln-Porz auch Forschungsprojekte im Bereich des Straßen- und schienengebundenen Verkehrs übernehmen, erklärte DLR-Vorsitzender Prof. Walter Kröll vor der Wissenschaftspressekonferenz in Berlin.

Der Kurswandel der Forschungseinrichtung mit rund 4.500 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 700 Millionen DM geht auf den neuen Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Uwe Thomas, einem ausgewiesenen Verkehrsexperten, zurück.

BerliNews sah das kommen: Verkehrsforschung im Stau - Erste Informationen über die neue Bonner Forschungspolitik (6. 11. 98) - Lesen Sie einfach BerliNews, um forschungspolitisch uptodate zu sein...

In seiner Eigenschaft als neuer Senatsvorsitzender des DLR hat Thomas die Erstellung eines Konzepts für terrestrischen Verkehr in Auftrag gegeben, das vom Zentrum bis zum Sommer vorgelegt werden soll. Nach Aussage Kröll sollen darin vor allem die Erfahrungen des DLR in der Systemsteuerung, etwa zur Luftverkehrsführung, auch auf Straße und Schiene übertragen werden.

Ein stärkeres deutsches Engangement wünscht sich das DLR in der Raumfahrtechnik. Während rund 10 Prozent aller Hochtechnologieprodukte aus der Bundesrepublik kämen, belaufe sich der deutsche Anteil am Raumfahrtmarkt nur auf drei Prozent, erklärte Kröll. Hier müßten aber auch die Forscher stärker als bisher verdeutlichen, daß die jährlich 1,5 Milliarden DM, die die öffentliche Hand für die Raumfahrt ausgibt, sinnvoll angelegtes Geld sei. Auf der Ministerratskonferenz am 11. und 12. Mai steht die Internationale Raumstation im Mittelpunkt.

Die kürzlich vollzogene Zusammenlegung der beiden Berliner DLR-Institute für Weltraumssensorik und für Planetenerkundung in Adlershof begründete Kröll damit, daß ein einziges weltraumbezogenes Institut die „Handlungsfähigkeit gegenüber Partnern“ erhöhe. Auch könnten dadurch Kapazitäten besser genutzt werden. Ein weiterer Grund sei das Auslaufen größerer Weltraumprojekte. Er sei aber zuversichtlich, daß für das davon betroffene Personal in Adlershof aussichtreiche Perspektiven in anderen Bereichen gefunden würden. So würden in Adlershof verstärkt Stellen für die Verwertung weltraumtauglicher Kameratechniken geschaffen.

Eindeutig Position bezog Kröll gegen die jüngsten Vorschläge des Zentralverbandes der Elektroindustrie (ZVEI) zur Neordnung der deutschen Forschungslandschaft, der auch die DLR zum Opfer gefallen wäre.

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Die ZVEI-Vorschläge zeugten von keiner besonderen Sachkenntnis und litten unter einer unzureichenden Informationsbasis. Auf eine Einrichtung wie die DLR, die in ihrer Organisationsform am ehesten der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA entspreche, könne nicht verzichtet werden. - (WN-590)

Manfred Ronzheimer


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Nr. 11/99 - 25.03.99 - Innovationen aus Luft- und Raumfahrt: Nutzanwendungen aus Forschung und Industrie?

Nr. 5/99 - 04.02.99 - Ziele der deutschen Luftfahrt-Forschung: Weniger Fluglärm und noch mehr Sicherheit

DLR-Nachrichten Ausgabe 91 - November 1998

Hier können Sie sich die aktuelle Ausgabe der DLR-Nachrichten im PDF-Format herunterladen.

DLR-Nachrichten Ausgabe 90 - August 1998

Die Monde des Riesenplaneten - Mission GALLILEO begeistert Wissenschaftler (112 KB)

SOFIA erspäht interstellaren Staub - Fliegendes Teleskop an Bord eines Jumbo-Jets (115 KB)

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Autor: Manfred Ronzheimer


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