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31. Mai 1999 Wissenschaftsgeschichte
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Der letzte Universalist

Berlin feiert Alexander von Humboldt

- Festvortrag von Wolf Lepenies: Alexander von Humboldt - His Past and his Present
- Grußwort von Bundespräsident Roman Herzog zur Ausstellungseröffnung
- Direkt zur Online-Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt

Am 5. Juni 1799 - genau vor 200 Jahren - brach der 29jährige Alexander von Humboldt (1769-1859) zu einer fünfjährigen Forschungsexpedition nach "Westindien" auf, die ihn nach Venezuela, Kuba, Kolumbien, Ecuador, Peru, Mexiko und in die USA führte. Nie zuvor war ein Forschungsreisender auf eigene Rechnung und ohne politischen Auftrag so lange unterwegs gewesen, hatte sich in malariaverseuchten Regenwäldern und beim Besteigen aktiver Vulkane derartigen lebensgefährlichen Experimenten ausgesetzt, allein um zu neuen wissenschaftlichen Ergebnissen zu gelangen.

Unmittelbar nach seiner Rückkehr begann Humboldt die Ergebnisse seiner Amerikareise in zahlreichen, französisch verfaßten Schriften auszuwerten. Seine Lehr- und Schreibtätigkeit wurde fortan nur noch durch eine letzte große Forschungsreise unterbrochen, die ihn im Jahr 1829 durch Rußland und Sibirien bis an die chinesische Grenze führte. Bis zu seinem Tod, dreißig Jahre später, schuf er "als wandelnde Akademie" das umfangreichste Werk wissenschaftlicher Reiseliteratur im 19. Jahrhundert.

Alexander von Humboldts Hauptinteressen galten gleichermaßen der Geographie und Geologie, der Botanik und Zoologie, aber auch der Klimatologie, Chemie, Physik und Kulturgeschichte. Der ganzheitliche Ansatz, mit dem er die verschiedenen Einzelwissenschaften miteinander verband, weist ihn als einen großen interdisziplinären Denker und den ersten Ökologen aus. - Quelle

Für Schulen: Der Medienkoffer "Alexander von Humboldt"


Das Wirken Alexander von Humboldts hat die wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklungen nicht nur Europas im 19. Jahrhundert entscheidend beeinflußt. Die Zusammenstellung der Materialien soll einen Überblick über das Leben und die verschiedenen Reisen Humboldts sowie über seine vielseitigen wissenschaftlichen Arbeiten ermöglichen.

Goethe-Institut Caracas: Die Bibliothek Alexander von Humboldt

Eine Nachbildung des Arbeitszimmers und der Bibliothek, die der Naturwissenschaftler in Berlin, in der Oranienburgerstraße 67, seit 1842 bewohnte, und wo er 1859 starb. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Haus zerstört. Mit dieser musealen Nachbildung der Bibliothek möchten wir den großen Gelehrten ehren. - Weitere Infos

Der Namenspatron der Alexander-von-Humboldt-Stiftung
Alexander von Humboldt (1769-1859) war Naturforscher und Forschungsreisender, Universalgenie und Kosmopolit, Gelehrter und Mäzen. Seine große Südamerikareise von 1799 bis 1804 wurde als die zweite, die wissenschaftliche Entdeckung Südamerikas gefeiert. Naturwissenschaftliche Disziplinen, wie die physische Geographie, die Klimatologie, die Ökologie oder die Ozeanographie sehen in Humboldt ihren Begründer. Sein Alterswerk, der fünfbändige „Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung" ist in seinem umfassenden Ansatz bis heute einzigartig geblieben. Alexander von Humboldt investierte sein Erbe nicht nur in seine eigenen Untersuchungen, selbstlos förderte er auch andere junge Wissenschaftler und Künstler, so z.B. Justus von Liebig und Felix Mendelssohn-Bartholdy. - zu den Literaturtips

TERMINTIP:

Weltbekannte Wissenschaftler halten Humboldt-Vorlesungen in Berlin
Vorlesungsreihe (ab dem 13. April 1999, dienstags, 18.00 Uhr c.t., Humboldt-Universität zu Berlin) erinnert an berühmte Vorträge Alexander von Humboldts

Bei Humboldt chatten - und zwar hier

Die Alexander von Humboldt Stiftung zur Förderung des Austausches von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen bietet auf ihren Seiten das Humboldt-Chat, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Meinungen zu aktuellen Wissenschaftsthemen auszutauschen. Man kann so über Länder- und Fächergrenzen hinweg diskutieren, der Chat ist für alle offen.

Die große Website:
Alexander von Humboldt im Netz

Jubiläums-Veranstaltungen:

Symposium »Der Aufbruch in die Moderne«

Programm

Die Kosmos - Vorträge - - Programm der Vorträge

Ausstellung "Alexander von Humboldt - Netzwerke des Wissens"

Die Themenräume

Ausstellung: Welt Sichten - Hommage an Humboldt

Ausstellung: Alexander von Humboldt in Venezuela

Humboldts lateinamerikanische Forschungsreise

Dieser Teil gibt einen einführenden Gesamtüberblick über die Forschungsreise (1799-1804). Dabei werden, neben den Glanzleistungen der Reise, die Humboldt weltweit berühmt gemacht haben, wie die Besteigung des Chimborazo bis auf fast 6.000 Meter Höhe und die Vermessung des Humboldtstromes, auch die Freundschaften mit dem kolumbianischen Botaniker Celestino Mutis und dem späteren südamerikanischen Revolutionär Carlos Montúfar ausführlich gewürdigt. Die Vielseitigkeit, mit der Humboldt während seiner Reise die Perspektiven der verschiedenen Einzelwissenschaften miteinander verband, weist ihn als den letzten großen Universalisten aus. In der Auswertung und Darstellung der Forschungsergebnisse setzte er wissenschaftliche und künstlerische Maßstäbe. - Quelle
Das Gemälde: Eduard Ender, "Humboldt und Bonpland in ihrer Hütte im Urwald", 1856

Zweihundertjahrfeier auf Teneriffa:
"Bicentenario Alexander von Humboldt"
200 Jahre sind vergangen, seit der Naturforscher Alexander von Humboldt im Zuge seiner Amerika-Reise die Kanarischen Inseln besuchte. Aus diesem Anlaß finden das ganze Jahr über zu Ehren des Gelehrten ausgewählte Veranstaltungen der Stiftung "Fundación Canario-Alemán Alexander von Humboldt" (mit Sitz in Puerto de la Cruz) auf Teneriffa, Gran Canaria und in Berlin statt. - Beginn: Samstag, 19. Juni, 20.00 Uhr

Heimatklänge Festival :
Humboldts Reisen, 1799-1999; auf den musikalischen Spuren Alexander von Humboldts

Vom Mittwoch 14. Juli bis Sonntag 22. August 1999 im Tempodrom

Workshops für Kinder und Jugendliche zur Ausstellung " Netzwerke des Wissens"
16. Juni bis 7. Juli 1999
Veranstalter: Haus der Kulturen der Welt
Die Ausstellung zum 200. Jahrestag des Beginns der Entdeckungsreise Humboldts wird die veränderte Rolle von Forschern und Entdeckern zur Diskussion stellen. Humboldt selbst steht prototypisch als Vermittler zwischen Kulturen, als Beispiel für vernetztes Denken und Forschen. An seinem historischen Beispiel werden die Projekte des Jugendprogramms auf die Problematik des Forschens und Entdeckens aufmerksam machen.

Übersichtsseite der Berliner Festspiele: Alexander von Humboldt

Ausstellung, Vorlesungen, Workshops, Internet-Projekte, Symposium im Haus der Kulturen der Welt

Vorträge

Sonderausstellung 1998, Die grüne Schatzkammer der Freien Universität Berlin
Eine virtuelle Ausstellung, die Humboldt als Naturforscher und vier Botaniker anhand von Exponaten vorstellt.


Aus dieser Ausstellung:

Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt (1769-1859), auch als "zweiter Kolumbus" und "Wiederentdecker Amerikas" bezeichnet, wurde als Naturforscher durch seine Amerikareise weltberühmt. Humboldt hatte es sich zum Ziel gemacht, die Erde als Ganzes, als ein Zusammenspiel verschiedenster Vorgänge zu erforschen und zu beschreiben. Um diesen "ganzheitlichen" Anspruch zu erfüllen, beschäftigte er sich mit Botanik, Geobotanik, Physiologie, Zoologie, Geographie, Geologie und Geophysik. Er war Universal-Gelehrter und leistete auf allen diesen Gebieten Hervorragendes.

Goethe, obwohl 20 Jahre älter als Humboldt, dessen Freund und Bewunderer, charakterisierte Humboldts Belesenheit mit den Worten: "Man könnte in acht Tagen nicht aus Büchern herauslesen, was er einem in einer Stunde vorträgt."

Am 14. September 1769 in Berlin geboren, wurde Humboldt gemeinsam mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Wilhelm durch private Hauslehrer erzogen. Auf Wunsch der Mutter begann er das Studium der Kameralistik, ein Fach das ihn auf den Einsatz im preußischen Staatsdienst vorbereiten sollte. 1788 nach einem langweiligen Studienjahr in Frankfurt/Oder nach Berlin zurückgekehrt, lernte er den Apotheker Carl Ludwig Willdenow kennen. Dieser führte ihn an die Botanik heran, die ihn fortan begeisterte.

Der entscheidende Anstoß für Humboldts Entschluß, außereuropäische Länder zu erforschen, kam von dem berühmten Weltreisenden Georg Forster, den er später in seiner Zeitschrift `Kosmos´ als "Freund und Lehrer" bezeichnete. Humboldt hatte ihn 1789 in Mainz besucht und kein halbes Jahr später reisten sie zusammen durch Holland, Belgien und England.

1796 quittierte Humboldt seine Beamtentätigkeit und verzichtete damit auf eine glänzende Laufbahn im preußischen Staatsdienst, als ihm nach dem Tode seiner Mutter eine Erbschaft finanzielle Unabhängigkeit sicherte. Sein Traum von einer Forschungsreise nach Amerika sollte nun Wirklichkeit werden.

Im Alter von 29 Jahren kam Humboldt 1798 nach Paris, dem damaligen wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Zentrum Europas. Hier lernte er den Arzt und Botaniker Aimé Bonpland kennen, der für die nächsten Jahre sein Begleiter wurde. Am 5. Juni 1799 starteten sie an Bord der `Pizarro´ zu ihrer berühmten Reise durch fast unbekannte Landstriche der damals spanischen Kolonien der Neuen Welt, den heutigen Staaten Venezuela, Kuba, Kolumbien, Ecuador und Mexiko.

Fünf Jahre später kehrten die Reisegefährten mit vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen und zahlreichen Kisten gesammelter Materialien nach Europa zurück. Zusammen mit Bonpland hatte er an die 60 000 Pflanzen, darunter mehrere tausend für die Wissenschaft neue Arten gesammelt. Humboldt lies sich in Paris nieder und widmete sich in der Hauptsache der Aufarbeitung seines amerikanischen Materials, das zu seinem 34-bändigen Reisewerk `Voyage aux regions équinoxiales du Nouveau Continent´ führte.

Alle anfallenden Kosten für diese Veröffentlichungen mit ihren zahlreichen Tafeln und Landkarten trug Humboldt selbst. Als Folge davon verschlechterte sich seine finanzielle Lage derart, daß er 1827 als "diensttuender Kammerherr" des Königs nach Berlin zurückkehrte.

Legendär sind Humboldts Vorlesungen an der Berliner Universität. Diese waren so erfolgreich, daß er sie in dem damals größten Saal Berlins, dem der Singakademie, abhielt. Später veröffentlichte er diese in einem 5-bändigen Werk unter dem Titel "Kosmos".

Die Ergebnisse von Humboldts Forschungen hatten einen bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen. Humboldt war aber zeitlebens auch ein großer Förderer junger Wissenschaftler. Er lebte und arbeitete nach dem Leitspruch: "Der Mensch muß Großes und Gutes wollen". Bis zu seinem Tode im Alter von 90 Jahren blieb er wissenschaftlich tätig. Er starb am 6. Mai 1859 und wurde im Familiengrab in Berlin-Tegel beigesetzt. - Quelle

Besuchen Sie diese Ausstellung der FU im Internet - sie ist wirklich gut gemacht !


Humboldts Paranuß
Eine Unze Gold (ca. 31g) soll Alexander von Humboldt (1769-1859) den Eingeborenen für die Blüte eines Baumes geboten haben, dessen wohlschmeckende Samenkerne er im Jahre 1800 im Gebiet des heutigen Venezuela kennengelernt hatte. Sein Kaufwunsch blieb ohne Erfolg - die auf dieser Expedition gesammelten Herbarbelege davon tragen jedenfalls keine Blüten. - Hier mehr dazu

Texte zu Alexander von Humboldt


Alexander von Humboldt: Über das Universum
Die Kosmosvorträge 1827/28 in der Berliner Singakademie

Alexander von Humboldt hielt vom 6. Dezember 1827 bis zum 27. März 1828 in der Berliner Singakademie eine Reihe öffentlicher Vorlesungen über »Physikalische Geographie«, später »Kosmos-Vorlesungen« genannt. Ein Unbekannter fertigte eine Mitschrift an; der hier zu findende Text gibt dieses Manuskript wieder.


Institutionen

Veranstaltungen:
Proyecto »Los doscientos años de la expedición científica de Alejandro de Humboldt y la Universidad Central de Venezuela«

Eine Seereise auf Humboldts Spuren

Teleglobus : Der wiederentdeckte Entdecker - ein Dreimaster auf den Spuren Alexander von Humboldts
Am 25.Mai 1999, 22.30 Uhr in Südwest 3

Auf den Spuren Alexander von Humboldts durch Ost-Venezuela
| Interdisziplinäre deutsch-venezolanische Film-und Forschungs-Expedition 1998

Organisation: Universitätsprof. Dr. Ursula Thiemer-Sachse, Freie Universität Berlin, Lateinamerika - Institut

Die Reiseroute und die Ergebnisformen

Symposion Humboldts Südamerikareise 1799-1804:
Die "sanfte Entdeckung" Lateinamerikas und ihre Auswirkungen
Innsbruck, Freitag, 23.4.1999

Simpósio Alexander von Humboldt (12/98)
14 de dezembro 1998- segunda feira agosto de 1999, Bélem

Indianische Begleiter Alexander von Humboldts auf seiner amerikanischen Forschungsreise 1799 bis 1804
Kurt-R. Biermann und Ingo Schwarz
(Gekürzte Fassung eines Beitrages, der 1999 in den Abhandlungen der Humboldt-Gesellschaft erscheinen wird.)

Eine Bibliographie der Werke Alexander von Humboldts
Eine Zusammenstellung der Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Einige bibliographische Hinweise von Charles Withers (University of Edinburgh)

Eine Internet-Referenz mit Humboldts Lebenslauf und Links:

Buchtip:
AvH: "Die Reise nach Suedamerika"
Lamuv Verlag, Goettingen, 1996, 24.80 DM
(enthaelt im Anhang die wichtigsten Lebensdaten)

HeN-095

Autor: Manfred Ronzheimer


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