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Kompetenzzentrum Informations- und Kommunikationstechnik
Aus den "Leitlinien für ein Innovations- und Technologiekonzept Berlin" (4)Im Auftrag der Technologiestiftung Berlin verfaßt von Dr. Hans Heuer, Büro für Investorenberatung in Berlin-Brandenburg GmbH Anhang zum Innovations- und Technologiekonzept Berlin
Senatsvorlage Nr. 2237/99, Senatsbeschluß vom 24.6.99Gute infrastrukturelle Voraussetzungen - so z. B. durch das modernste Glasfasernetz und eine Vielzahl von Software-Unternehmen - hat Berlin auch in der Informations- und Kommunikationstechnik. Der Versuch, sich in diesem Feld als Kompetenzzentrum zu etablieren, muß allein schon deswegen unternommen werden, weil die Informationstechnologie eine Schlüsseltechnologie ist, deren Beherrschung für die Entwicklung der Informations- und Wissensgesellschaft von zentraler Bedeutung ist. Ohne den Nachweis von Kompetenz in dieser Schlüsseltechnologie wird Berlin die angestrebte Rolle einer international vernetzten „Stadt des Wissens“ nicht spielen können. Für den Nachweis dieser Kompetenz erscheint es von strategischer Bedeutung, die in der Region vorhandenen und weiter zu entwickelnden Potentiale in der Informations- und Kommunikationstechnik („Berliner Weg in die Informationsgesellschaft“) mit den vorhandenen Technologieclustern - insbesondere der Verkehrstechnik - zu verknüpfen. So ist die deutsche Hauptstadt von ihren räumlichen und verkehrlichen Strukturen bestens geeignet, Modellregion für Verkehrstelematik-Projekte zu sein. In der Informations- und Kommunikationstechnik gibt es nicht nur mit der Initiative „Berliner Weg in die Informationsgesellschaft“, sondern auch darüber hinaus erfolgversprechende Projektansätze. Das erneute Scheitern in einem BMBF-Wettbewerb (Euro@Berlin) sollte nicht zum Anlaß genommen werden, das Projekt insgesamt zu den Akten zu legen. Wenn die Berliner Community von der Güte ihres Wettbewerbsbeitrages überzeugt ist, dann sollte es gelingen, die entwickelten Projektideen auch ohne Fördergelder aus Bonn zu realisieren. Die Region Berlin-Brandenburg wird nur dann ein Kompetenzzentrum „Informations- und Kommunikationstechnik“, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen auf dem Weg ins Informationszeitalter „mitgenommen“ werden. So sollte z. B. überlegt werden, ob Einzelaktivitäten der Wirtschaft wie z. B. die von Siemens und IBM vorgeschlagene Multimedia-Fortbildung für Lehrer in eine gemeinsame öffentlich-private Initiative "Fit für's Informationszeitalter“ überführt werden. Denkbar wäre auch eine „Schaustelle Informationstechnologie“ mit dem Ziel der Erhöhung der Technikakzeptanz in der Bevölkerung. Diese Aufgabe könnte vom IKA in Adlershof übernommen werden. (...) Die Innovationsfähigkeit und -geschwindigkeit von Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Verwaltung wird auch davon abhängen, wie schnell der Aufbau dezentraler elektronischer Netze und die Nutzung elektronischer Medien durch einen breiten Bevölkerungskreis gelingt. So könnte z.B. der SFB durch eine regelmäßige Fernsehsendung im III. Programm die Berliner Bevölkerung mit der Anwendung und Nutzung der neuen Medien vertraut machen. Zur Bildung eines Kompetenzzentrums „Informations- und Kommunikationstechnik“ gehört auch, daß die Universitäten und Fachhochschulen untereinander vollständig vernetzt sind. Gleiches gilt für Schulen und Bibliotheken und für die öffentlichen Verwaltungen. Die Universitäten könnten ihre Zusammenarbeit in der Lehre über Methoden des Tele-Teaching verbessern. Auch die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung kann über geeignete Modellprojekte beschleunigt werden. Denkbar wäre eine Initiative „Gläserne Behörde“ mit dem Ziel, auf alle einschlägigen Senatsentscheidungen übers Internet zugreifen zu können. Nach dem Vorbild von Baden-Württemberg könnte auch in Berlin ein Modellprojekt „Beschleunigung von Baugenehmigungsverfahren durch elektronischen Informationsaustausch“ initiiert werden. Danach sollen Architekten und Bauherren elektronischen Zugriff auf alle einschlägigen Entscheidungen zum Baurecht sowie auf alle Antragsformulare haben. Die Antragstellung erfolgt elektronisch, ein persönliches Erscheinen in der Bauverwaltung ist nicht mehr nötig. In der Bauantragsphase befinden sich Architekt und Bauherr einerseits und die Bauverwaltung andererseits in einem elektronischen Dialog über den jeweiligen Bearbeitungsstand. Die Anwendungsmöglichkeiten der neuen Medien können über solche Modellprojekte unmittelbar veranschaulicht werden. Wenn Berlin eine aktive Rolle im Rahmen eines internationalen Städtenetzwerkes spielen will, ist eine deutliche Verbesserung der Medien- und Sprachkompetenz auf allen Akteursebenen erforderlich. Hierzu sind eine Vielzahl unterschiedlichster Maßnahmen denkbar. So könnten die wichtigsten Entscheidungen des Berliner Senats zweisprachig ins Internet gestellt werden. Der Landespressedienst und alle sonstigen wichtigen Informationen sollten nur noch elektronisch verteilt werden. Ähnliches könnte für öffentliche Ausschreibungen gelten. Diese Maßnahmen würden den Prozeß zur Verbesserung der individuellen und kollektiven Sprach- und Medienkompetenz außerordentlich beschleunigen. Auch das gesamte Informationssystem über das öffentliche Verkehrsnetz sollte zweisprachig (deutsch und englisch) organisiert sein. Ausländische Besucher müßten nicht nur auf den Flughäfen, sondern auch auf allen wichtigen Bahnhöfen sowie in den S- und U-Bahnen zweisprachig informiert werden. Das Gleiche gilt für Museen, Universitäten und öffentliche Verwaltungen. Dies wäre schließlich auch ein erster Beitrag zur Schaffung und Vermittlung von mehr Internationalität und „Kundenfreundlichkeit“ mit einem hohen PR-Effekt für ausländische Besucher. Beachten Sie auch:
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