Kies und Kohle
Wie die TU Berlin ihre Studenten zu Unternehmern macht - Gründungswerkstatt auf dem Campus eröffnet

Das Gebäude der Alten Mineralogie der Technischen Universität Berlin in der Hardenbergstraße wird jetzt von Wissenschaftlern bezogen, für die Kies und Kohle eine andere Bedeutung haben als bei den Gesteinskundlern üblich. Berlins Wirtschaftsstaatssekretär Volkmar Strauch und TU-Präsident Kurt Kutzler eröffneten in dieser Woche die erste "Gründungswerkstatt" der Universität, die künftig bis zu 14 akademische Jung-Unternehmer beherbergen soll.
Foto: Volkmar Strauch, Staatssekretär in der Senatswirtschaftsverwaltung, Béa Beste, Schirmfrau des Projektes "P8 - Erfolgreich ist weiblich!", und TU-Präsident Prof. Dr. Kurt Kutzler bei der Einweihung der neuen Gründungswerkstatt auf dem TU-Campus in Charlottenburg. - TU-Pressestelle/Dahl -
"Die Förderung von Gründungen aus der Universität heraus und die gezielte Schaffung neuer Arbeitsplätze ist seit langem eine anliegen der TU", betonte Kutzler. So habe seine Universität schon 1983 auf dem ehemaligen AEG-Gelände in Wedding mit dem "Berliner Innovations- und Gründerzentrum" den ersten "Business Inkubator" einer deutschen Hochschule gestartet. Seitdem haben das BIG rund 300 Technologie-Unternehmen durchlaufen, darunter Erfolgsstories wie den Fritzcard-Hersteller AVM. Nach einer Umfrage unter 189 Firmen, die von TU-Absolventen gegründet wurden, waren diese bis 2005 von ursprünglich 580 auf zusammen 11.712 Arbeitsplätze angewachsen und erzielten einen Umsatz von 1,35 Mrd Euro.
"Wenn Gründungen richtig angelegt werden, führen sie auch zum Erfolg", unterstrich Kutzler. Mit der neuen Gründungswerkstatt sollen Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter eine "optimale Begleitung auf dem Weg in die Selbständigkeit" erhalten. Dazu zählen neben günstigem Büroraum und Management-Coaching auch eine finanzielle Förderung aus "Exist"-Programm des Bundesforschungsministerium oder die Bezahlung von Messeauftritten. Für den Umbau des Mineralogie-Gebäudes investierte die TU rund 200.000 Euro.
Staatssekretär Strauch begrüßte die Initiative der Technischen Universität, die gut zum Status von Berlin als "Gründerhauptstadt" passe. Es sei wichtig, verstärkt Gründungs-Wissen in die akademische Lehre einzubauen wie auch im Besonderen die Frauen zur unternehmerischen Selbständigkeit zu ermuntern.
Dabei spielt die Vermittlung von positiven Vorbildern eine wichtige Rolle, wie auf der bundesweiten Fachkonferenz "Unternehmerische Universität" betont wurde, die am Freitag in der TU Berlin zu Ende ging. Bea Beste, die Gründerin der privaten Ganztagsschule "Phorms", stellte dar, wie sie ihre Idee, mit Bildung Geld zu verdienen, in die Tat umsetzte. "Dabei ist das Vitamin E, sprich Enthusiasmus, von großer Bedeutung", sagte die Schul-Gründerin. Nach dem Start in Berlin 2006 mit 260 Schülern sind jetzt Phorms-Filialen in Köln, Frankfurt und München im Aufbau.
Auch die anderen Unis fördern den Unternehmer-Nachwuchs. An der Freien Universität Berlin wurde im Dezember die "Gründer-Villa" eröffnet, in der Entrepreneur-Professor Günter Faltin junge Startups betreut. Alle Hochschulen der Region sind zudem seit Jahren im Businessplan-Wettbewerb (BPW) Berlin-Brandenburg aktiv. Den Titel der "Ideenschmiede" mit den besten Geschäftskonzepten errang in diesem Jahr die FU vor der TU und der Humboldt-Uni.
Manfred Ronzheimer
TU Berlin eröffnet Gründungswerkstatt auf dem Campus
Start von zwei neuen Projekten und einer Wanderausstellung über Gründerinnen und Gründer aus der TU Berlin
Medieninformation Nr. 220/2007 - auch hier zu lesen
Die TU Berlin geht mit neuen Projekten zur Gründungsförderung an den Start. "P8 - Erfolgreich ist weiblich" heißt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt, in dem es speziell um die Unterstützung von Gründerinnen geht. EXIST III "Gründergeist" ist der Titel eines weiteren Projektes, durch das die TU Berlin junge Gründerinnen und Gründer unterstützt und das vom Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) gefördert wird. Unter anderem bietet dabei die Universität in der neu eingerichteten "Gründungswerkstatt", die am 13. September 2007 durch TU-Präsident Prof. Dr. Kurt Kutzler und den Staatssekretär für Wirtschaft in Berlin, Volkmar Strauch, eröffnet wird, Räumlichkeiten und Beratung für Unternehmensgründerinnen und Unternehmensgründer direkt auf dem TU-Campus an. Gründungswerkstatt auf dem TU-Campus
Die Gründungswerkstatt wird in Zukunft als erste Anlaufstelle Gründungsinteressierten sowie Gründerinnen und Gründern zur Verfügung stehen. Im Gebäude der Alten Mineralogie, mitten auf dem TU-Campus in Charlottenburg, das in den vergangenen Monaten durch die TU Berlin umgebaut wurde, finden bis zu 14 gründungsinteressierte Studierende, Graduierte und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Gründungswerkstatt und alle Ressourcen, die für die Vorbereitung technologieorientierter Gründungen notwendig sind.
"Unternehmerische Universitäten": Auftakt-Konferenz an der TU Berlin
Als Auftaktveranstaltung zu den neuen Projekten findet am 13. und 14. September 2007 an der TU Berlin eine Konferenz zum Thema "Unternehmerische Universitäten" statt, mit der zentralen Fragestellung: "Was können die Universitäten tun, um die Anzahl der Unternehmensgründungen aus den eigenen Reihen zu erhöhen?"
Zur Eröffnung der zweitägigen Konferenz sprechen vor rund 100 geladenen Gästen Prof. Dr. Kurt Kutzler, Präsident der TU Berlin, sowie die Schirmherrin des Projektes "P8 - Erfolgreich ist weiblich", TU-Alumna Béa Beste, die Mitbegründerin und CEO der Phorms Management AG ist.
Prof. Dr. Kutzler stellt heraus: "Wissens- und Technologietransfer ist für eine technische Universität von besonderer Bedeutung. Ausgründungen aus Universitäten sind dabei ein wichtiger Faktor, stehen sie doch sowohl für einen verlässlichen Technologietransfer als auch für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region." Béa Beste betont: "Oft denken junge Menschen nur in der Dimension ‚Job', was so gut heißt wie Festanstellung. Ich möchte dazu beitragen, dass die Option ‚eigenes Unternehmen und Selbstständigkeit' gerade am Anfang der Karriere eine ernst zu nehmende und attraktive Option ist. Und dass sie absolut vereinbar ist mit Kindern und Familie."
Wanderausstellung "Profil zeigen: Gründerinnen und Gründer der TU Berlin"
Im Rahmen der Konferenz wird gleichzeitig die Wanderausstellung "Profil zeigen: Gründerinnen und Gründer der TU Berlin" eröffnet. Die Ausstellung zeigt Portraits von 25 erfolgreichen Gründerinnen und Gründern der TU Berlin. Auf lebensgroßen Aufstellfiguren, die vom Künstler Henrik Schrat entworfen wurden, werden ausgewählte TU-Gründerinnen und -Gründer dargestellt und als Vorbilder präsentiert. Über das nationale Alumni-Programm der TU Berlin hält die Universität Kontakt zu rund 700 Alumni, die ein eigenes Unternehmen gegründet haben. Auf dieses Netzwerk, das die Pressestelle der TU Berlin in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, wurde sowohl bei der Konzeption der Ausstellung als auch bei anderen Gründungsförderungsprojekten der Universität zurückgegriffen. Die Ausstellung soll in den kommenden Monaten in den Fakultäten der Technischen Universität Berlin, in Banken und Beratungsinstitutionen sowie ausgesuchten öffentlichen Räumen wie Schulen und Messen zu besichtigen sein.
Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Career Service der TU Berlin - Agnes von Matuschka und Uta Kirchner - Tel.: 030/314-21456
www.alumni.tu-berlin.de - www.gruendung.tu-berlin.de
*
Hintergrund
Mit ihren Gründungsangeboten will die TU-Berlin ein positives Gründungsumfeld schaffen, dass Studierende, Graduierte und wissenschaftliche Mitarbeiter/innen ermutigen und befähigen soll, ein eigenes Unternehmen zu gründen.
Das Angebot ist aus der Gründungsinitiative hervorgegangen, die 2004 an der TU-Berlin ins Leben gerufen und weiterentwickelt wurde.
Bestandteil des Service sind aktuell fünf Projekte, die aus unterschiedlichen Quellen gefördert werden.
(1) Gründergeist
(2) Human Venture
(3) Power für Gründerinnen
(4) Venture Campus
(5) ZTG
Beachten Sie auch diese Seiten auf BerliNews:
Der BPW 2007 kürt die Gesamtsieger
Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg: Geschäftsideen reichen von Notebooklackierungen bis Milchdiagnostik
BerliNews, 5.7.2007 - GN2926a
WIR EMPFEHLEN:
InnovationsNews macht die Berliner High-Tech-Landschaft tranparent. Sichern Sie sich Ihren Informationsvorsprung, abonnieren Sie kostenlos den Newsletter bei der IBB.
http://www.investitionsbank.de/innonews-anmeldung
GN2940
