Baden-Württemberg vor Sachsen-Anhalt und Hamburg
INSM und WirtschaftsWoche präsentierten Bundesländerranking 2007
Norden holt wirtschaftlich auf und findet Anschluss an starken Süden
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Die gesamten Ergebnisse der Studie:
http://www.bundeslaenderranking.de/
Dynamikranking, sortiert nach Gesamtranking
Platz - Länder - Punkte
1 Baden-Württemberg 57.8
2 Sachsen-Anhalt 54.8
3 Hamburg 54.3
4 Bayern 52.7
5 Saarland 52.1
6 Sachsen 51.2
7 Niedersachsen 50.7
8 Berlin 50.2
9 Bremen 49.6
10 Rheinland-Pfalz 48.4
11 Thüringen 48.0
12 Schleswig-Holstein 47.7
13 Nordrhein-Westfalen 47.6
14 Mecklenburg-Vorpommern 47.0
15 Hessen 45.4
16 Brandenburg 42.6
Pressemitteilung 8.6.2007 - auch hier zu lesen
Baden-Württemberg gewinnt das Bundesländerranking 2007 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche. Auf den zweiten Platz kommt Sachsen-Anhalt, gefolgt von Hamburg. Die wissenschaftliche Studie, die von Ökonomen der IW Consult GmbH Köln erstellt wurde, vergleicht die deutschen Bundesländer an Hand von 33 ökonomischen und standortrelevanten Indikatoren vom Bruttoinlandsprodukt bis zur Investitionsquote. Ausschlaggebend für die Platzierung im Dynamik-Ranking sind ausschließlich die Veränderungen zwischen 2004 und 2006.
"Das Bundesländerranking 2007 zeigt eindrucksvoll, dass Länder, die eine kontinuierliche Wachstumspolitik betrieben haben, davon jetzt profitieren" lobt Max A. Höfer, Geschäftsführer der INSM, die wirtschaftliche Entwicklung des Siegers Baden-Württemberg. Den Spitzenplatz erringt das "Ländle" vor allem durch den massiven Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts, das zwischen 2004 und 2006 um 5,4 Prozent zunahm und damit weit vor dem durchschnittlichen Anstieg von 3,6 Prozent liegt.
Rang zwei im Dynamikranking 2007 belegt Sachsen-Anhalt, das sich in den letzten Jahren konsequent nach vorn gearbeitet hat und in diesem Jahr das dynamischste Bundesland im Osten ist. Verantwortlich für diesen Sprung an die Spitze ist die hervorragende Entwicklung bei der Arbeitsproduktivität, die zwischen 2004 und 2006 um 5,4 Prozent stieg. Bundesweit waren es durchschnittlich nur 3,0 Prozent. Für die größte Überraschung im Dynamikranking sorgt der Stadtstaat Hamburg, der sich im Vergleich zum Vorjahr um sieben Ränge von Platz zehn noch vor Bayern auf den dritten Platz schieben konnte.
Bei einer Zuordnung der 16 Bundesländer in die Großregionen Nord, Süd, West und Ost liegt der Süden, bedingt durch die exzellente wirtschaftliche Dynamik Baden-Württembergs und Bayerns, erneut vorn. Dank der guten Performance der Stadtstaaten Hamburg und Bremen konnte sich der Norden in diesem Jahr vom 4. auf den 2. Platz vorschieben. Die Bundesländer im Osten liegen dabei sogar noch vor denen des Westens.
Neben dem Dynamikranking, das die Veränderungen im Zeitraum von 2004 bis 2006 ausweist, gibt die Studie zusätzlich im Bestands-Ranking Auskunft über das aktuelle Niveau der wirtschaftlichen Stärke eines Bundeslandes. Bis auf einige geringe Verschiebungen im Mittelfeld bleibt das Bestandsranking unverändert. Die Flächenländer Westdeutschlands belegen dabei die Ränge 1 bis 8, während die ostdeutschen Bundesländer am Schluss liegen. Die Stadtstaaten wurden hier aus wissenschaftlichen Gründen gesondert analysiert. Das Spitzentrio wird angeführt von Bayern, dicht darauf folgt Baden-Württemberg und dann mit größerem Abstand Hessen. Die Ost-West-Schere klafft hier, anders als im Dynamikranking, weit auseinander. Wie 2006 hält Mecklenburg-Vorpommern die Rote Laterne. Sachsen-Anhalt und Brandenburg landen auf Platz 12 bzw. Platz 11.
Download
Presseinfo Bundesländerranking 2007 (PDF, 73 KB)
Bericht Bundesländerranking 2007 (PDF, 820 KB) 38 S
Das Stärken-Schwächen-Profil Berlin (PDF, 55 KB)
Das Stärken-Schwächen-Profil Brandenburg (PDF, 56 KB)
Auszüge aus den Statements von
Max A. Höfer, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Klaus Methfessel, Stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftswoche
auf der Pressekonferenz zum Bundesländer-Ranking in Berlin, 08. Juni 2007
Presse-Statement Max A. Höfer Bundesländerranking 2007 (PDF, 171 KB)
Pressestatement Klaus Methfessel (PDF, 125 KB)
Was will das Ranking?
Höfer: Das Bundesländerranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und der Wirtschaftswoche, das von der IW Consult erstellt wurde, will zeigen: Welches Bundesland wirtschaftet am Besten. Insofern kann dieses Ranking auch etwas zu der Frage beitragen, wer welchen Anteil hat am Aufschwung, oder, wenn ein Bundesland relativ gegenüber den anderen zurückfällt: warum wächst es schwächer als andere? Freilich können wir diese Frage nicht vollständig beantworten: Denn das Ranking besteht in seinem Kern aus Zahlen.
Der Grund, warum wir das Bundesländer- Ranking erarbeiten lassen und veröffentlichen: Wir wollen eine best practice Debatte über die Standortpolitik iniitieren und wir wollen dazu auch das verfügbare und verlässliche Zahlenmaterial liefern.
Welche werden Indikatoren gemessen?
Höfer: Das
Bundesländer-Ranking vergleicht alle 16 Bundesländer
systematisch anhand von 33 ökonomischen und
standortrelevanten Indikatoren, die sich in vier Kategorien
zusammenfassen lassen und die unterschiedlich gewichtet in
die Gesamtbewertung eingehen.
Die Kategorien sind: Wohlstand und Arbeitsmarkt (zu je 25 %), Standort (30 %), Struktur (15 %) sowie Unternehmensperformance (5 %)
Diese 33 ökonomischen und standortrelevanten Indikatoren
sind zum Beispiel die Produktivität, das verfügbare
Einkommen, die Eigenkapitalrendite, die Arbeitslosenrate etc.
Mit diesen Indikatoren lässt sich die Standortqualität messen.
Höfer: Vergleicht man die aktuellen Daten mit denen aus der Vergangenheit, wie das im Dynamikranking für den Zeitraum 2004 bis 2006 geschieht, dann kann man ablesen, wo Fortschritte erzielt worden sind und wo ein Land Nachholbedarf hat. Das Bundesländerranking 2007 zeigt eindrucksvoll, dass Länder, die eine kontinuierliche Wachstumspolitik betrieben haben, davon jetzt profitieren. Wir können und wollen hier keine fertigen Antworten geben, wer nun in welchem Bundesland behaupten kann, den größten Anteil am Aufschwung zu haben. Denn, wie gesagt, dieses Ranking liefert nicht mehr, aber auch nicht weniger als das Zahlengerüst, das für eine derartige Debatte die Vorraussetzung ist. Nur auf der Basis verlässlicher und aktueller Zahlen lässt sich eine seriöse Standortdebatte führen.
Was sagen die Rankings aus?
Höfer: Auf der Datengrundlage dieser Indikatoren hat IW Consult zwei
Rankings erstellt: Die im Bestand-Ranking erhobenen Daten
geben Auskunft über das Niveau der wirtschaftlichen Stärke der
Bundesländer und zeigen die Bestandsgrößen der aktuell
verfügbarsten Daten, also zumeist 2006. Im Bestandsranking
steht Bayern an der Spitze, danach Baden-Württemberg und
Hessen. An diesen Plätzen hat sich nichts grundlegendes
geändert.
Die wichtigeren Erkenntnisse ziehen wir aus dem Dynamik-
Ranking, welches die Wirtschaftsdynamik der Bundesländer
aus den vergangenen zwei Jahren misst.
Was sind die wichtigsten großen Linien dieses Rankings ?
Höfer: Im Bestandsranking zeigt sich, dass die Kluft zwischen Ost- Ländern und West-Ländern weiterhin groß ist, auch wenn es diesmal Ausreißer einzelner Ostländer im Dynamik-Ranking gibt (wer, das verrät Ihnen gleich Herr Methfessel). Die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin haben eine bemerkenswerte Entwicklung vorgelegt. Berlin steigt im Dynamik-Ranking vom 14. Platz auf den 8. Rang auf. Ebenso wie Hamburg kann sich Bremen um sieben Plätze verbessern und rückt auf Platz 9 des Dynamik-Rankings. Die drei Stadtstaaten weisen die größten Platzierungssprünge auf. Unterteilt man Deutschland in die vier Großregionen Nord, Süd, West und Ost, dann liegt der Süden, bedingt durch die starke wirtschaftliche Dynamik Baden-Württembergs und Bayerns, erneut vorn. Dank Bremen und Hamburg kommt der Norden auf Platz zwei. Der Osten kann den dritten Platz erobern und der Westen, hinter dem das bevölkerungsreiche NRW steht, belegt in der Dynamik den letzten Platz. Das wird sicherlich Anlaß für Diskussionen geben.
Warum siegt Baden-Württemberg?
Höfer: Der Sieger des Dynamik-Rankings ist Baden-Württemberg. Dass ein ohnehin niveaustarkes Bundesland - Baden-Württemberg steht im Bestandsranking an zweiter Stelle - so dynamisch ist, bedeutet, dass man dort wohl allerhand richtig gemacht hat. Baden-Württemberg profitiert von einer Industriestruktur, die auf die die Güternachfrage in der Globalisierung passt wie der Deckel auf den Topf.
Methfessel: Baden-Württemberg gewinnt das diesjährige Bundesländerranking nach einem vierten Platz im Vorjahr. Günther Oettinger ist unter den Ministerpräsidenten der diesjährige Sieger. Klar ist jedoch, dass diese Platzierung nicht das Ergebnis kurzfristiger Anstrengungen ist, sondern Ergebnis langjähriger Arbeit und sich Herr Oettinger auch bei seinen Vorgängern bedanken kann für ihre Arbeit, und natürlich und vor allem bei den Unternehmern seines Landes und der einzigartigen Zusammenarbeit zwischen ihnen, der Wissenschaft und der lokalen Verwaltung. Entscheidender Prosperitätsfaktor Baden-Württembergs nämlich ist eine hochkomplexe sowie innovative Industrie- und Wirtschaftsstruktur, deren Branchen sich nach harter Restrukturierung heute im internationalen Wettbewerb behaupten können. Seit 2005 hat sich Baden-Württemberg kontinuierlich verbessert und in der Konsequenz den Sprung an die Tabellenspitze geschafft.
Den Spitzenplatz verdankt Baden-Württemberg vor allem der hervorragenden Entwicklung im Bereich "Wohlstand". Die positive Entwicklung in diesem Bereich basiert vornehmlich auf einer sehr starken Performance aller Wirtschaftssektoren. Das verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungssektor weisen eine überdurchschnittliche Entwicklung auf, so finden knapp 35% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe ihren Arbeitsplatz - im bundesdeutschen Durchschnitt sind es nur 25%. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen 2004 und 2006 um 5,4 Prozent, 1,8 Prozent mehr als Deutschland im Schnitt. (1. Folie Entwicklung Bip). Damit ist Baden-Württemberg mit der Entwicklung seiner Wirtschaftskraft den anderen Bundesländern weit voraus.
Wie im Vorjahr belegt das Land im Südwesten im Teilbereich "Standort" den ersten Platz bei den Patentanmeldungen (2. Folie Entwicklung Patentanmeldungen). Baden-Württemberg konnte also die Zahl der Patente je Einwohner (zusammen mit Bayern und Brandenburg) am meisten steigern. Dieses Ergebnis ist vor allem deshalb ganz ausgezeichnet, weil Baden- Württemberg auch bei der absoluten Anzahl der Patente je Einwohner (125 je 100.000 Einwohner) die Spitzenposition in Deutschland hat und damit seinen Vorsprung vor Bayern (113), Hessen (53) und NRW (45) in diesem Bereich noch ausbauen konnte. Im Teilbereich "Standort" macht Baden-Württemberg also seinem Ruf als Hochburg der Tüftler und Denker alle Ehre. Forschung und Entwicklung spielen in diesem Bundesland angesichts des hohen internationalen Konkurrenzdrucks eine herausragende Rolle spielen - das zeigt sich auch daran, dass die Industrie Baden-Württembergs die höchste Exportquote aller Bundesländer hat.
In der Kategorie "Struktur" kann sich Baden-Württemberg mit einem soliden dritten Platz sehen lassen. Der Erfolg ist vor allem das Ergebnis eines niedrigen Zuwachses der Arbeitslosengeld-II-Empfänger: Dieser Wert ist mit 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zu den anderen Bundesländern extrem gering, sodass Baden-Württemberg hier einen guten zweiten Platz belegen kann. Eine erhöhte Investitionsquote und ein niedriger Schuldenzuwachs prägen zudem den öffentlichen Sektor.
Insgesamt zeigt der Befund, dass Baden-Württemberg ein
kerngesundes Bundesland ist, mit der niedrigsten
Arbeitslosenquote (6,3 Prozent vor Bayern mit 6,8 Prozent,
Schlusslicht Berlin mit 17,5 Prozent), der höchsten Kaufkraft
(19261 Euro vor Bayern mit 18775 Euro, Schlusslicht Berlin mit
14797 Euro).
Kein Wunder, dass Baden-Württemberg auch zu den
Bundesländern mit Bevölkerungswachstum gehört (3. Folie
Einwohnerzahl). Hier liegt es an vierter Stelle nach Hamburg,
Bayern und Berlin.
Hervorzuheben ist auch Baden-Württembergs zweiter Platz
beim Produktivitätswachstum (Bip je Erwerbstätigen), das mit
4,5 Prozent weit über dem Bundesdurchschnitt lag (4. Folie
Produktivitätsentwicklung).
Wie kommt Sachsen-Anhalt auf den 2. Platz?
Methfessel: Den zweiten Platz im Bundesländerranking belegt überraschend ein Land aus dem Osten, aber nicht Sachsen, das schon zweimal die Trophäe mit nach Hause genommen hat, sondern Sachsen-Anhalt, im Vorjahr noch auf Platz 5. Und ein ganz wesentlicher Grund dafür finden Sie in dieser Tabelle: Mit 5,4 Prozent kann Sachsen-Anhalt sogar eine größere Steigerung der Arbeitsproduktivität aufweisen als Baden-Württemberg, was seine gute Platzierung im Dynamik-Bereich "Wohlstand" (ein zweiter Platz) bewirkt. Erkauft ist das allerdings damit, dass die Erwerbstätigenzahl in Sachsen-Anhalt in den vergangenen beiden Jahren um 1,2 Prozent abnahm. Basis für diesen Erfolg ist zudem ein überdurchschnittliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 4,1 Prozent, für einen soliden fünften Platz reicht. Insgesamt werden deutliche Aufwärtstrends sichtbar. Laut des Statistischen Bundesamtes lässt Sachsen-Anhalt die übrigen Bundesländer bei den Steigerungsraten des Exports hinter sich zurück.
Wodurch schafft es Hamburg auf den 3. Platz?
Methfessel: Auf dem 3. Platz unseres Dynamik-Rankings folgt die Hansestadt Hamburg, die in diesem Jahr den größten Sprung nach oben getan hat - von Platz 10 auf Platz 3 des Dynamikrankings. (Um präzise zu sein, zusammen mit Bremen, das einen ebenso großen Sprung tat, allerdings in der unteren Tabellenhälfte von Platz 16 auf Platz 9). Hamburg hat sich vor allem in den Kategorien verbessert, die mit seiner Struktur zusammenhängen: Hier erzielt die Hansestadt Platz 1: So konnte die Anzahl der Straftaten hier am meisten reduziert werden, und auch die Aufklärungsquote gesteigert werden (Platz 4). Die Personalkosten im öffentlichen Dienst konnten zurückgefahren werden um 5,7 Prozent (bereinigt). Auch bei den Steuereinnahmen je Einwohner erreicht Hamburg einen Spitzenplatz. Mit einem Zuwachs bei den Erwerbstätigen von 1.9 Prozent hat Hamburg ebenfalls eine Spitzenposition (Folie 5 Erwerbstätigenzahl) und führte auch, wie wir schon bei Folie 3 gesehen haben, die Rangliste beim Einwohnerzuwachs an. Dies dürfte auch darin begründet liegen, dass Hamburg attraktive Arbeitsplätze hat: Annähernd zehn Prozent der 500 umsatzstärksten Unternehmen haben hier ihren Sitz.
Wie entwickeln sich die Stadtstaaten Bremen und Berlin?
Methfessel: Hier gibt es besonders erfreuliche Entwicklungen. Den größten Sprung nach oben hat hier wie gesagt Bremen vollzogen, das sich vom 16. Platz auf den 9. Platz verbessern konnte. Noch davor liegt Berlin auf dem 8. Platz, eine Verbesserung um 6 Ränge. Berlin glänzt in der Kategorie "Arbeitsmarkt" mit Rang 1. Die Bundeshauptstadt konnte die Zahl der Erwerbstätigen von 2004 bis 2006 um 1,9 Prozent erhöhen (siehe Folie 5) und einen Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte erwirken. Zudem konnte die Hauptstadt ihre Arbeitskosten erfolgreich um 1,1 Prozent senken und die Wissenschaftsausgaben pro Einwohner um 5,40 Euro erhöhen. Macht jeweils Platz 2 bei den letztgenannten Indikatoren.
Allerdings sind diese Verbesserungen auf einer sehr niedrigen Ausgangsbasis erzielt (Folie 6 Arbeitslosenquote). So hat Berlin trotz der Reduzierung seiner Arbeitslosenquote nach wie vor die höchste unter den Stadtstaaten. Und die übrigen Ostländer waren alle erfolgreicher beim Abbau der Arbeitslosigkeit.
Was ist zu den Bundesländern Bayern, Saarland, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Hessen zu sagen?
Methfessel: Bayern kann seine gute Performance aus dem Vorjahr nicht ganz halten und erreicht daher in diesem Jahr nur den 4. Rang im Dynamikranking, führt aber weiter das Niveau-Ranking an. Besonders auf dem Arbeitsmarkt sind die Bayern gut: Obwohl sie schon die zweitniedrigste Arbeitslosenrate hatten, haben sie diese noch weiter abgebaut. Alle anderen Länder der oberen Tabellenhälfte mussten dagegen einen Anstieg der Arbeitslosigkeit vermelden.
Einen etwas stärkeren Rangverlust musste das Saarland hinnehmen, es fiel von Platz 1 auf Platz 5 des Dynamikrankings zurück. Das Saarland konnte mit einer Steigerung des realen BIP von 4,4 Prozent und einem Anstieg der Arbeitsproduktivität um 4,0 Prozent noch immer recht ordentlich in der Kategorie "Wohlstand" punkten - hier reicht es insgesamt für einen guten 4. Rang. In der Kategorie "Arbeitsmarkt" belegte es nur einen 12. Platz. Die Arbeitslosigkeit stieg um 0,7 Prozent - Platz 11, Nachteilig hat sich auch der hohe Schuldenstand des Saarlandes ausgewirkt. Wie auch im Vorjahr muss das kleine Bundesland den zweitgrößten Schuldenzuwachs verantworten.
Die größte Enttäuschung in diesem Jahr ist Thüringen, das vom gesamtwirtschaftlichen Aufschwung kaum profitierte. Im vergangenen Jahr noch auf Platz 3 fiel Thüringen auf Platz 11 zurück, ein Verlust von insgesamt acht Rängen. Mit einem Zuwachs des BIP von 3,2 Prozent erreicht Thüringen in diesem Jahr nur einen 10. Rang.
Zufriedenstellen kann auch nicht das Abschneiden des größten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, das sich um zwei Plätze verschlechterte, vor allem aufgrund des schlechten Abschneidens in der Kategorie "Arbeitsmarkt". Hier stieg die Arbeitslosigkeit unter allen Flächenländern am meisten. Nordrhein-Westfalen hat zwar im Niveau-Ranking noch einen vierten Platz, der wird ihm aber von Rheinland-Pfalz streitig gemacht wird.
Sie sehen da übrigens auch einige andere Paare oder Gruppen, die sich um die Plätze balgen: An der Spitze Bayern und Baden-Württemberg, wo sich der Abstand Bayerns reduziert, die ostdeutschen Länder am Schluss, die sich immer stärker differenzieren. Jedoch zeigt das Bestandsranking auch eines: Obwohl die ostdeutschen Länder bei der Dynamik durchaus mit den westdeutschen mithalten können, ich verweise auf den zweimaligen Sieger Sachsen, Sachsen- Anhalts zweiten Platz in diesem Jahr oder Thüringens dritten im vergangenen Jahr - die Dynamik ist angesichts des niedrigen Ausgangsniveaus viel zu gering, um in absehbarer Zeit den Rückstand gegenüber dem Westen aufzuholen.
Höfer: Eine Anregung zur Aufschwung- und Standort-Diskussion will ich aber noch geben. Hessen war und ist immer noch in der Spitzengruppe der großen Drei (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen). Aber Hessen fällt jetzt schon das dritte mal im Dynamikranking zurück. Verliert es den Anschluss an die beiden Spitzenreiter?
Ranking: Baden-Württemberg ist das dynamischste Bundesland
Auf Platz zwei folgt Sachsen-Anhalt, auf Platz drei der Stadtstaat Hamburg.
FTD, 9.6.2007
"Berlin kommt"
Baden-Württemberg ist das dynamischste Bundesland, doch die Hauptstadt holt auf
Berliner Zeitung, 9.6.2007
Berlin wird dynamisch
In einem Ranking der wirtschaftlichen Entwicklung der Bundesländer legt die Hauptstadt zu, Brandenburg fällt auf den letzten Platz
Der Tagesspiegel, 9.6.2007
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