BerliNews
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Onlinemagazin an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft
IuK-Technik

Das Wirtschaftscluster Kommunikation

Senatsbericht zur Berliner Innovationspolitik 2007 - Teil 3

Informations- und Kommunikationswirtschaft - Film- und Fernsehbranche - Musikwirtschaft - Kulturwirtschaftsinitiative

Interview mit Prof. Dr. Günther Tränkle, Direktor des Ferdinand-Braun-Instituts für Höchstfrequenztechnik
Interview mit Nicole Srock-Stanley, Geschäftsführerin der Dan Pearlman Markenarchitektur GmbH

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Aus dem Wirtschafts- und Arbeitsmarktbericht Berlin 2007 des Senats
Inhaltsverzeichnis hier:
Wirtschafts- und Arbeitsmarktbericht 2007 des Senats erschienen

Innovationsstrategie und Förderpolitik
Senatsbericht zur Berliner Innovationspolitik 2007 - Teil 1
BerliNews, 16.7.2007 - ZN5994a+f

Das Wirtschaftscluster Mobilität
Senatsbericht zur Berliner Innovationspolitik 2007 - Teil 4
Kompetenzfeld Verkehrstechnik
Interview mit Thomas Meißner, Geschäftsführer Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik (FAV) Berlin
BerliNews, 13.7.2007 - ZN5994d


III.3 Cluster Kommunikation

Die Informations- und Kommunikationswirtschaft (IuK) sowie die Medienbranche haben für die gesamte Berliner Wirtschaft eine Schlüsselfunktion. Als Querschnittstechnologien wirken die IuK-Technologien dabei auch auf die beiden anderen Berliner Cluster - "Gesundheit" und "Mobilität". Durch ein kontinuierliches Wachstum konnte sich die Medien-, Informations- und Kommunikationswirtschaft in den vergangenen Jahren zu einem der maßgeblichen Berliner Wirtschaftscluster entwickeln.

Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturwandel hin zur Informationsgesellschaft ist in Berlin stärker spürbar als in jeder anderen deutschen Stadt. Berlin ist zur Stadt der Medien- und Kommunikationswirtschaft geworden.

Durch seine Erfahrungen mit Pilotprojekten zum mobilen Fernsehen, den Netzwerken zu technologischen Kernthemen sowie der hohen Forschungsdichte ist Berlin ein zunehmend gefragter Partner in der europäischen und internationalen Projektkooperation.
So erhielt Berlin den Zuschlag für ein EU-Programm zur Etablierung einer eLearning-Plattform und ist Koordinator eines europäischen Projekts zum Erfahrungsaustausch beim digitalen Fernsehen. Die UNESCO verlieh Berlin zu Beginn des Jahres 2006 für seine Potenziale auf dem Gebiet des Design den Titel "Stadt des Design".

Berlin hat mit seiner herausragenden Kulturlandschaft und seiner immensen Anziehungskraft auf junge kreative Menschen die große Chance, sich als wichtiger Knotenpunkt im Netzwerk der "Creative Cities" der Welt zu etablieren. Ansatzpunkte sind Musik, Film und Design ebenso wie bildende Kunst und Theater. Schon heute beträgt der Anteil der Kulturwirtschaft am BIP nach Schätzungen rd. 11 %. Das Wachstumspotenzial in diesem Bereich gilt es weiter auszuschöpfen.

Key-Player bei der Entwicklung und Ausgestaltung dieses regionalen und sektoralen Netzwerkkonzeptes ist "Projekt Zukunft" - die landesweite Initiative für den Strukturwandel zur Informations- und Wissensgesellschaft in Berlin. Projekt Zukunft unterstützt die Entwicklung und den Einsatz von Informationstechnik und Neuen Medien sowie - seit 2004 - der Kulturwirtschaft bzw. der "Creative Industries" zur Modernisierung der Stadt und bündelt die Berliner Aktivitäten zur Entstehung und Weiterentwicklung des Clusters Kommunikation.
Gestartet mit einem Kreis von rund 150 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen arbeitet Projekt Zukunft heute als strategische Dachorganisation in einem offenen, sich ständig erweiternden Netzwerk in Form der Public-Private-Partnership an Leitprojekten, Technologie-, Branchen- und Qualifizierungsinitiativen.
www.projektzukunft.berlin.de

Seit Ende 2006 bietet das "Wirtschaftsportal" unter berlin.de interessierten Unternehmen mehr als 150 Informationen und Online-Dienste der Verwaltung sowie die elektronische Abwicklung von Verfahren mit der Verwaltung. Portale wie der "Telekommunikations-Atlas" und der "WissenschaftsAtlas Berlin" konnten ihre Zugriffszahlen weiter erhöhen. Das "Museumsportal Berlin", ein Portal für die rund 200 Museen und 400 Galerien der Region, soll Ende 2007 online gehen. Für die Creative Industries wird gegenwärtig ein neues Informationsportal vorbereitet.

Die Aktivitäten 2007 werden sich auf folgende Schwerpunkte konzentrieren:
o Weiterentwicklung der Strategie für den Ausbau des IT-Standortes (IT-Strategie)
o Entwicklung eines Strategieplans für die Creative Industries (CI-Strategie) und Verzahnung mit der IT-Strategie
o Ausbau der internationalen Kooperation, insbesondere in den Bereichen Innovation und Wissenstransfer (Berlin - Stadt des Wissens), Digitales Fernsehen (DICE) und Sicherheit mit IT (Kooperation internationaler Metropolen)
o Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkkommunikation.

Kompetenzfeld Informations- und Kommunikationswirtschaft und Medien

Das kontinuierliche Wachstum der Informations- und Kommunikationswirtschaft und Medien hat sich weiter fortgesetzt. An den Wirtschaftsdaten der Jahre 2000-2005 zeigt sich die erwartete Erholung der Unternehmen von der wirtschaftlichen Talfahrt. Die Branche hat inzwischen ihre Position in weiten Teilen gefestigt und setzt den eingeschlagenen Weg zu einer marktbezogenen Restrukturierung fort. Dadurch konnten u. a. neue Branchenentwicklungen - so z. B. in den Bereichen Internet-Dienste (Web 2.0) oder Games (Interaktive Spiele/Virtuelle Welten) - entstehen, die neue Wachstumsschübe induziert haben.

Zwischen 2000 und 2005 stieg die Anzahl der umsatzsteuerpflichtigen Betriebe um 28 %, der erwirtschaftete Umsatz um 29 %. Allein zwischen 2004 und 2005 kam es zu einem Wachstum von 8 % bei den umsatzsteuerpflichtigen Betrieben und 22,5 % beim Umsatz.

Die Anzahl der Beschäftigten (sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte sowie freie Mitarbeiter und Selbstständige) ist von 2000-2005 zwar gesunken, nach dem tiefsten Stand 2003 steigt die Zahl aber wieder kontinuierlich an, zwischen 2004 und 2005 um fast 4 %. Einen nicht unerheblichen Anteil daran haben die geringfügig Beschäftigten, die freien Mitarbeiter sowie die Selbstständigen.

In letzter Zeit wurde häufig darüber diskutiert, dass die Zahl der freien Mitarbeiter und der geringfügig Beschäftigten zu Lasten der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse zunimmt. Da die freien Mitarbeiter bisher in keiner amtlichen Statistik erfasst werden, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Rahmen des Projekts "Erstellung einer Datenbasis zur Kulturwirtschaft" (Veröffentlichung Ende Juni 2007) unter Berliner Medien-, IT- und Kulturwirtschaftsunternehmen erstmals Angaben zu den freien Mitarbeitern und Selbstständigen erfragt. Das Ergebnis hat Unterschiede in den verschiedenen Branchen aufgezeigt.

In der Medienwirtschaft beträgt der Anteil der freien Mitarbeiter und Selbstständigen 51 %, in der IT-Wirtschaft dagegen nur 17 %. Die Anzahl der geringfügig Beschäftigten ist von 2004 zu 2005 in der gesamten Medien- und IT-Wirtschaft um 10 % gestiegen und beträgt fast 7 % aller Beschäftigten. Demgegenüber stagniert die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse, was zeigt, dass sich die Beschäftigungsstruktur tatsächlich verändert.

Informations- und Kommunikationswirtschaft

Die Unternehmen der Informations- und Kommunikationswirtschaft leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und Entstehen von Arbeitsplätzen, zur Generierung einer hohen Wertschöpfung in Berlin sowie zur Erschließung und Realisierung von Rationalisierungs- und Innovationspotenzialen in Wirtschaft, Verwaltung und allen weiteren Einsatzbereichen der Informations- und Kommunikationstechnik. Zur Berliner Informations- und Kommunikationstechnikbranche gehören mehr als 3.300 IT- und Telekommunikationsdienstleiter. Ca. 300 Unternehmen sind darüber hinaus dem verarbeitenden Gewerbe zuzurechnen. Insgesamt sind in beiden Bereichen fast 40.000 Beschäftigte tätig, die einen Umsatz von 8,1 Mrd. € erwirtschaften.

Berlin verfügt über eine sehr gute Telekommunikations- Infrastruktur, die im Berliner Telekommunikations-Atlas- Berlin (www.tk-atlas-berlin.de ) als Informationsangebot der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen dokumentiert ist: Bis zum Ende des Jahres 2007 wird im Berliner Stadtgebiet DSL als Breitbandtechnologie flächendeckend verfügbar sein, der Ausbau des Kabelinternet als alternative Breitband-Infrastruktur wird in Berlin beschleunigt vorangetrieben, die Aufrüstung der Mobilfunknetze in Richtung HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) als ein erweitertes Übertragungsverfahren des Mobilfunkstandards UMTS mit deutlich höheren Übertragungsraten hat begonnen und für funkgestützte Breitbandtechnologien (Broadband Wireless Access ) wie WLAN und WIMAX entwickelt sich ein breites Angebot.

Wie u. a. der Verlauf der CeBIT 2007 mit über 200 Ausstellern aus der Hauptstadtregion deutlich machte, schaut die regionale IT-Branche seit vielen Jahren erstmals wieder optimistisch in die Zukunft. So erwartet der regionale Branchenverband der Berlin-Brandenburger IT-Wirtschaft SIBB für 9 % der Unternehmen der Branche Umsatzsteigerungen im Verlauf des Jahres 2007.

Der bundesweit tätige Branchenverband der IT-Wirtschaft BITKOM prognostiziert weitere längerfristige Nachfrageschübe insbesondere durch IT-Innovationen in den Bereichen Telematik und Navigation, Logistik und RFID, Sicherheitstechnologien sowie Elektronik und IT-Anwendungen im Gesundheitswesen (eHealth) und bestätigt mit dieser Prognose die neue Ausrichtung der Strategie für den IT-Standort Berlin für die Jahre 2007-2009.

Ein Schwerpunkt von Projekt Zukunft war die Integration von Einzelinitiativen wie eGovernment, konvergente Dienste, XML, DVB-T/ DVB-H oder Sicherheit durch IT in der gemeinsamen IT-Strategie des Landes Berlin. Im Rahmen der IT-Strategie, die in Abstimmung mit Brandenburg und der Wirtschaft entwickelt worden ist, werden konkrete Zielparameter, Maßnahmen, Partner und Umsetzungszeiträume für zentrale IT-Projekte definiert. In Kooperation mit den Berliner Institutionen IBB, TSB, Berlin Partner sowie der IHK konnten nahezu sämtliche für 2006 gesetzten Ziele erreicht werden. Die Länder haben sich darauf verständigt, bei der Entwicklung von Netzwerken im Bereich der Medien- und IT-Wirtschaft zusammenzuarbeiten.

Film- und Fernsehbranche

Die Film- und Fernsehbranche ist eines der wichtigsten Wachstumsfelder der Medienwirtschaft bzw. der Creative Industries in Berlin. In den vergangenen Jahren ist das Netzwerk aus Produzenten, Studios, Kopierwerken, Postproduktionsfirmen und ansässigen Fernsehsendern weiter zusammen gewachsen.

Die Unternehmen erwirtschaften über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg einen Gesamtumsatz von über 1,4 Mrd. € . Über 40 % des Umsatzes werden regelmäßig durch TV-Produktionen (zumeist TV-Auftragsproduktionen, aber auch Talksendungen, Telenovelas, Comedy- und Sitcom-Formate) erwirtschaftet. Mit über 1.700 Unternehmen und über 13.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weist Berlin nach München die deutschlandweit höchste räumliche Konzentration an Unternehmen und Beschäftigten auf.

Die Internationalen Filmfestspiele "Berlinale" mit dem stark wachsenden Filmmarket und Co-Production-Market sowie zahlreiche nationale und internationale Filmproduktionen unterstreichen die internationale Bedeutung Berlins als Filmstadt. Entscheidende Impulse für das deutsche Kino gehen von den unabhängigen Produzenten in der Hauptstadtregion aus. Berlin erfreut sich als Produktions- und Drehort in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Davon profitieren auch die ansässigen Unternehmen. So stiegen die Umsätze der Produzenten, Fernsehsender, Verleiher, Kinos und selbstständigen Filmschaffenden im Zeitraum seit 1998 um 22 % an.

Den Unternehmen stehen seitens des Landes Investitionskostenzuschüsse, Zwischenfinanzierungsdarlehen sowie Bürgschaften zur Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln zur Verfügung. Mit Studio Hamburg / Studio Berlin wurde Ende 2006 ein Bürgschaftsrahmen vereinbart. Ziel dieser Instrumente ist es, das bestehende Netzwerk an Film- und Fernsehunternehmen am Standort weiter auszubauen und beim Wachstum zu unterstützen.

Die Medienboard Berlin Brandenburg GmbH ist für die Förderung der Filmbranche und das Standortmarketing in der Region zuständig. Die Institution vergibt jährlich rund 23 Mio. € Fördermittel für die Drehbuch- und Projektentwicklung, Produktion und den Verleih an regional ansässige Unternehmen. Zusätzliche Mittel erhält Medienboard von den Sendern ZDF, ProSiebenSat1 und dem RBB. Seit 2006 fördert Medienboard im Rahmen eines Pilotprojektes die Entwicklung von digitalen Inhalten wie Games, Mobile Entertainment und Internet.

In 2006 wurden 245 Projekte mit einer Gesamtsumme von 26,1 Mio. € gefördert. Im Durchschnitt liegt der Regionaleffekt bei rund 300 %. Neben der finanziellen Förderung unterstützt die Medienboard GmbH die Film- und Medienschaffenden durch die Location-Datenbank (www.bbfc.de), den Film Commissioner sowie zahlreiche Weiterbildungs- und Standortmarketing-Veranstaltungen wie die Internationale Medienwoche, Connecting Cottbus und Cartoon Movie.

Musikwirtschaft

Durch die Ansiedlung großer Unternehmen wie Universal Music und MTV, die kreative mittelständische Musikszene, die facettenreiche Clubkultur und Veranstaltungen mit internationaler Strahlkraft wie der Echo-Verleihung und der Musikmesse Popkomm hat sich Berlin in den letzten Jahren zu der Musikhauptstadt in Deutschland entwickelt.

Der Umsatzanteil Berlins am deutschen Markt liegt bei rund 60 %. In der Berliner Musikwirtschaft erwirtschafteten rund 1.500 Unternehmen und Selbstständige - darunter Veranstalter, Musiklabels, Verlage, Studios, Musikmanager, Komponisten und Hersteller von Musikinstrumenten - einen Umsatz von 1,1 Mrd. €. Die Unternehmen beschäftigen rund 5.700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und ein Vielfaches an freien Mitarbeitern. Aufgrund von Ansiedlungen und Neugründungen stieg das Umsatzvolumen seit 1998 um über 75 % an. Die Musikwirtschaft gehört neben der Film- und Fernsehwirtschaft in Berlin zu den Branchen, die sich innerhalb der Creative Industries am dynamischsten entwickeln.

Das Land unterstützt die Musikunternehmen im Rahmen der Musikwirtschaftsinitiative beim Aufbau von Netzwerken, durch Kongresse zu aktuellen Themen (z.B. "Music Export Basics") und durch die Ko-Finanzierung von Messegemeinschaftsständen (z. B. auf der Midem und der Popkomm) sowie über Investitionskostenzuschüsse für neue und bestehende Unternehmen. Zu den wesentlichen Zielen gehört neben der Ansiedlung von großen Unternehmen insbesondere die Förderung der Klein- und Kleinstzellen der Branche.

Kulturwirtschaftsinitiative

Über 20.000 zumeist kleine und mittlere Unternehmen der Kreativwirtschaft erwirtschaften in Berlin einen Umsatz von über 8 Mrd. € und erreichen damit einen Anteil von 11 % am Bruttoinlandsprodukt der Berliner Wirtschaft. Über 90.000 sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigte (8 % der Beschäftigten) arbeiten in der Kreativwirtschaft. Der Sektor ist u. a. durch seine sehr kleinteilige Struktur und die höchste Dichte an selbstständigen Kulturschaffenden in Deutschland geprägt. Diese sind die wichtigste Triebfeder für die Wachstumsdynamik in Berlin.

Mit der 2004 gestarteten Kulturwirtschaftsinitiative konnte Projekt Zukunft weitere Branchen der wachsenden Creative Industries an seinem Netzwerk beteiligen und in die strategische Zusammenarbeit integrieren. Unterstützt wurden u. a. Messegemeinschaftsstände und Auslandspräsentationen der Games-, Design-, Mode- und Kunstbranche, B2B-Veranstaltungen wie "Media meets Industry", Netzwerkbildung und Internetplattformen sowie brachenspezifi sche Workshops, u. a. in Kooperation mit Banken zu Fragen der Finanzierung oder mit Juristen zu Verwertungs- und Urheberrechtsfragen.

Die künftigen Aktivitäten der Kulturwirtschaftsinitiative werden vor allem darauf gerichtet sein, branchenspezifische und branchenübergreifende Netzwerke zu unterstützen - von stadtteilbezogenen bis zu internationalen Initiativen. Darüber hinaus sollen Finanzierungsmodelle diskutiert werden, die der Kreativwirtschaft den Zugang zu Investitionsmitteln erleichtern und Förderprogramme erschließen sollen.

Bei der Umsetzung des Masterplans zur Entwicklung des Kompetenzfeldes Informations- und Kommunikationstechnologie wurden nahezu alle im Rahmen der Strategie für den IT-Standort Berlin defi nierten Ziele von Projekt Zukunft und den beteiligten Partnern (Berlin Partner, Investitionsbank Berlin, Technologiestiftung Berlin, IHK, TIMEKontor) in den beiden zurückliegenden Jahren erreicht und teilweise sogar übertroffen.

Für das Kompetenzfeld Informations- und Kommunikationswirtschaft und Medien war die Landesinitiative Projekt Zukunft gemeinsam mit ihren strategischen Partnern für die Definition der Ziele und die Umsetzung der im März 2005 vorgestellten IT-Standort-Strategie verantwortlich.

Ein übergeordnetes Ziel war es, die Anzahl der Beschäftigten gegenüber dem bundesweiten Wachstum um einen Prozentpunkt zu übertreffen und ein weiteres international agierendes IT- oder Medienunternehmen in Berlin anzusiedeln.
Dies wurde mit der Ansiedlung der Deutschlandzentrale des Weltkonzerns Sony erreicht. Außerdem ist es gelungen, die Fördermittel in den strategischen Handlungsfeldern zu konzentrieren (77 % der EFRE-Maßnahme "Informationsgesellschaft") und damit auch die bestehenden aufgabenbezogenen Netzwerke (z.B. XML-City, Amt24, Sicherheit mit IT, Galileo, BCIX und WemakeIT Berlin-Brandenburg) zu unterstützen.

In den sechs strategischen Handlungsfeldern, bei denen die Stadt über ein hohes innovatives und wachstumsfähiges Potenzial verfügt, wurden nahezu alle gesetzten Ziele erreicht.
o Breitbandkommunikation: Verdoppelung der Breitbandanschlüsse von 220.000 auf 800.000. In Berlin sind mehr als die Hälfte aller Unternehmen (51 %) mit einem Breitbandanschluss ausgestattet. Das ist der zweithöchste Wert im Bundesvergleich.
o Konvergente Dienste: Etablierung einer konvergenten marktfähigen Dienste-Plattform durch Kabel Deutschland
o Sicherheit mit IT: Ausbau der marktführenden Position Berlins durch Veranstaltungen, Broschüren und Vernetzung erreicht.
o XML-Technologie: Hier gelang es leider nicht, die Mitgliedszahl des Vereins xmlcity:berlin auf 50 zu steigern. Zurzeit sind 36 Unternehmen und Netzwerke Mitglieder.
o E-Government: Die Nutzung interaktiver E-Government- Anwendungen zwischen der Wirtschaft und der Verwaltung wurde gesteigert. Mittlerweile erfolgt nach einer Studie der IHK Berlin (August 2006) rund 70 % der Unternehmenskommunikation mit der Verwaltung über das Internet.
o Telemedizin/E-Health: Auch hier konnte das gesetzte Ziel, drei innovative Projekte zu initiieren, erreicht werden:
- Nest- Netzwerk für integrierte System- und Telemedizin
- StrokeNET - Verbundprojekt von Rettungsdiensten, Spezialkliniken und kooperierenden Krankenhäusern auf der Basis einer Kommunikationsplattform für mobile und feste Netze
- Innovationsforum EHealth


Interview mit Prof. Dr. Günther Tränkle, Direktor des Ferdinand-Braun-Instituts für Höchstfrequenztechnik

1. Die Mikrosystemtechnik gilt als eine typische Querschnittstechnologie und ist damit in allen Berliner Clustern verwurzelt - wo sehen Sie trotz dieser Vielfalt die Schwerpunkte?

Tränkle: Wichtige Berliner Felder für die Mikrosystemtechnik sind die Lebensmitteltechnologie, Mikromedizintechnik sowie Mess- und Gerätetechnik. Weitere zentrale Anwendungen liegen bei miniaturisierten Sensorsystemen für die Mobilkommunikation und in der Datenaufnahme und -verarbeitung (Data-Logger). Auch auf die führenden Leistungen im Bereich der Technologieweiterentwicklung bei der Systemintegration für miniaturisierte und mikrooptische Systeme möchte ich an dieser Stelle besonders hinweisen.

2. Sie sind Vorsitzender des Kuratoriums "Lange Nacht der Wissenschaften", die 2007 zum siebten Mal stattfand - was macht diese Veranstaltung so erfolgreich?

Tränkle: Die Lange Nacht präsentiert eine breite Vielfalt von Wissenschaft, von geisteswissenschaftlichen Disziplinen über Sozialwissenschaften bis hin zu naturwissenschaftlichen Themen. Dadurch fi ndet jeder Besucher das Programm, das zu seinen Interessen passt. Ich bin außerdem davon überzeugt, dass so mancher Besucher Vorurteile gegenüber Wissenschaft abbaut, die von einigen als realitätsfern oder unverständlich wahrgenommen wird. In der "klügsten Nacht" präsentieren Wissenschaftler im lockeren Rahmen allgemeinverständlich komplexe Inhalte, machen Anwendungen erlebbar und bieten Experimente zum Anfassen. Das hilft gegen eventuelle Berührungsängste - und zwar auf beiden Seiten.

3. Als Süddeutscher in Berlin - und das seit nunmehr zehn Jahren. Eine gute Gelegenheit für ein kurzes Zwischenresümee: Wie lebt es sich in der Hauptstadt?

Tränkle: Gut! In Berlin kann sich schließlich jeder "seinen Kiez" und damit das zum Lebensentwurf passende Umfeld aussuchen. Berlin ist ja aus kleineren und mittleren Städten zu einem großen Ganzen zusammengewachsen. So gesehen ist der Stadtteil Köpenick, in dem ich lebe, in etwa so groß wie meine Heimatstadt Heilbronn - es macht also kaum einen Unterschied.

http://www.fbh-berlin.de

Günther Tränkle setzt auf Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft
BerliNews, 29.5.2007 - ON464


Interview mit Nicole Srock-Stanley, Geschäftsführerin der Dan Pearlman Markenarchitektur GmbH

1. Sie sind Geschäftsführerin einer Agentur für "Markenarchitektur" - Was verbirgt sich dahinter?
Markenarchitektur bedeutet, Marken dreidimensional zu führen. Im Gegensatz zur Werbung wird die Marke bei uns räumlich und damit "greifbar" gemacht; sei es durch Retail Design, Messen, Film oder Ausstellungen.

2. Berlin präsentiert sich gerne als junge, kreative Stadt - war das für Sie der ausschlaggebende Grund, gerade hier unternehmerisch tätig zu sein?
Ja, Berlin ist eine schnelllebige Stadt, offen für Trends und Neuerungen mit viel Spielraum für individuelle Ideen. Aber es ist auch eine Stadt, in der man mit geringem Risiko und vergleichsweise wenig Startkapital ein Unternehmen gründen kann, denn Mieten und Lebenshaltungskosten sind günstiger als in anderen Städten.

3. Gender-Mainstreaming gilt als wichtiges gesellschaftspolitisches Querschnittsziel - wird es auch in einer modernen Branche wie Ihrer gelebt?
Bei uns in der Agentur arbeiten wir in interdisziplinären Projektteams. Da kommt es darauf an, dass ein Team als Ganzes miteinander harmoniert und gute Ideen entwickelt. Eine bestimmte Quote spielt keine Rolle.

http://www.danpearlman.com/


Der Wirtschafts- und Arbeitsmarktbericht 2007 kann in der Pressestelle der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Martin-Luther-Straße 105, 10825 Berlin, angefordert (0,85 Euro Rückporto oder Abholung) und im Internet als PDF-Datei herunter geladen werden:

www.berlin.de/imperia/md/content/senatsverwaltungen/senwaf/wirtschaft/berichte/wab2007.pdf

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