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Gründer-News

Beteiligungsgeschäft der IBB floriert

Über ihren Technologiefonds sowie Kreativfonds förderte die IBB-Bet in diesem Jahr bislang 18 junge Unternehmen

 

Na, bitte: Berlin schafft im Wirtschaftsranking doch Platz 1. Jedenfalls beim Gründerservice in Finanzierungsfragen, wie das "Venture Capital Magazin" jetzt ermittelte. In einem bundesweiten Anfrage-Test unter 50 VC-Firmen gab die IBB-Beteiligungsgesellschaft, eine Tochter der Investitionsbank Berlin (IBB), schon in der ersten Woche eine fundierte Rückmeldung. Damit belegte sie, zusammen mit vier weiteren Finanzierern, den Spitzenrang im Anwortverhalten. Andere Wagniskapital-Geber, auch aus der Region, brauchten deutlich länger, wie etwa die Potsdamer Hasso Plattner Ventures mit drei Wochen Bearbeitungszeit und BC Brandenburg Capital, der Tochter der Brandenburger Investitionsbank, mit vier Wochen.

Wahrscheinlich liegt es auch an diesem schnellen Kundenkontakt, dass bei dem Gründungsfinanzierer der IBB die Gelder ordentlich abfließen, wie der Geschäftsführer der IBB-Beteiligungsgesellschaft ("IBB-Bet"), Marco Zeller, berichtet: "Wir finden weiterhin interessante Firmen, die für uns ein gutes Investment darstellen". Zum Jahresbeginn hatte die IBB-Tochter zwei neue Geldtöpfe aufgemacht, die vor allem für junge Berliner Firmen in der Seed- und der Startup-Phase zu Verfügung stehen: Der Kreativ-Fonds mit einem Volumen von 30 Mio Euro für Gründer aus der prosperierenden Kreativbranche und der Technologiefonds mit einem Volumen von 52 Mio Euro bis zum Jahre 2013. Beide Fonds werden je zur Hälfte von der Bank und dem Brüsseler EU-Regionalfonds finanziert.

So hat sich der Technologiefonds im ersten Halbjahr 2008 bereits an elf Hightech-Unternehmen beteiligt. Zeller: "Das war zu erwarten, weil wir in diesem Themenbereich zu Hause sind". Im Kreativ-Sektor, der für die VC-Geber Neuland ist, kamen bislang vier Engagements zustande. In Summe flossen von der IBB in den ersten acht Monaten 2008 rund 7 Mio Euro in 18 junge Berliner Unternehmen. Hinzu kam aber noch der erhebliche Betrag von weiteren 111 Millionen Euro von zumeist privaten VC-Gesellschaften. In dieser Zahl sind aber auch mehr als 80 Mio Euro für die Adlershofer Solarfirma Sulfurcell enthalten. "Wir machen nur diese Kombi-Finanzierungen", erläutert Zeller. In den letzten zehn Jahren konnten mit 66 Mio Euro an Beteiligungsgeldern der IBB ingesamt Investments von 470 Mio Euro für die Berliner Gründerszene gehebelt werden.

Auch die Mutter Investitionsbank kann aller Konjunktureintrübungen zum Trotz positive Bilanzzahlen vermelden. Im Geschäftsfeld Wirtschaftsförderung stellte die IBB den Berliner Unternehmen bis Ende August 2008 rund 325 Mio. Euro an Finanzierungsmitteln zur Verfügung. "Dies übertrifft bereits jetzt das Gesamtvolumen des Vorjahres", betont IBB-Sprecher Frank Hadamczik. Durch die Wirtschaftsförderung wurden rund 2.100 Arbeitsplätze geschaffen und über 5.700 Arbeitsplätze gesichert sowie ein Investitionsvolumen in Höhe von 2,75 Mrd. Euro angestoßen. Existenzgründer und junge Unternehmen profitierten davon mit 49,6 Mio. EUR, Unternehmen der aufstrebenden Berliner Kreativwirtschaft erhielten Finanzierungsmittel in Höhe von 18,2 Mio. EUR. Die im ersten Quartal dieses Jahres eingeführten Mikrokredite erfreuen sich sehr großer Nachfrage, 135 Darlehen bis zur Höhe von jeweils 10.000 EUR wurden bislang mit einem Gesamtvolumen von über 1,1 Mio. EUR vergeben.

Auch im Geschäftsfeld Immobilien lag die Zahl der Darlehens- Bewilligungen mit einem Volumen von 78 Mio. Euro Ende August um 71 Prozent über dem Vorjahreswert.Durch neue Aktivitäten in der integrierten Stadtentwicklung sowie neue Finanzierungsangebote zur energetischen Gebäudesanierung und der Schaffung seniorengerechten Wohnraums verspricht sich die Bank weitere Betätigungsfelder im Geschäftsfeld Immobilien.

Die Ertragslage der IBB entwickle sich ebenfalls deutlich besser als geplant, so der Bank-Sprecher. Für das Gesamtjahr 2008 rechnet Berlins Landesförderbank deshalb mit einem um etwa ein Drittel oberhalb der Planung liegenden Jahresüberschuss von über 40 Mio. Euro.

Manfred Ronzheimer

 


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