Institut für Personalmanagement BerliNews Technologieinitiative für Anwendungen, die sich auf Ortung, Identifikation, Transfer und Verarbeitung der Ortungsdaten bezieht
26. Mai 2001 SenWFK-News
Homepage

Ressort

Digest

Kontakt

Impressum

©
Copyright 1999
Alle Rechte vorbehalten

1011

Innovation an Hochschulen wird belohnt

Rede von Eberhard Diepgen in der FHTW Berlin

Landespressedienst Berlin, 23.5.2001

Zur Eröffnung einer Tagung über Hochschulreformen unter Bedingungen des internationalen Bildungswettbewerbs erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen am 23.5.2001 in der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Karlshorst:

„Das Wichtigste zuerst: Anerkennung und herzlichen Glückwunsch der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft zur Auszeichnung ‚best practice Hochschule 2001‘. Es ist Ihnen gelungen, die Auswahlkommission für das langfristige Reformkonzept Ihrer Hochschule zu gewinnen. Die Auszeichnung ist daher mehr als nur eine Momentaufnahme. Überzeugend hat sich die FHTW im Wettbewerb auf eine der traditionellen Stärken aller Fachhochschulen besonnen - auf eine attraktive und qualifizierte Lehre. Das Resultat kann sich sehen lassen. Sieben Jahre nach der Entlassung in die rechtliche Selbstständigkeit ist die Hochschule damit heute weit über Berlin hinaus bekannt und gefragt.

Der ‚best practice‘ Wettbewerb will zu Reformen anstiften. Zu Recht kommt einem daher die Sportlerweisheit in den Sinn ‚dabei sein ist alles‘. Eine Teilnahme setzt schließlich eine breite Diskussion in der Hochschule über Veränderungen voraus. Ergebnisse und Ziele, Schwierigkeiten und Chancen von Reformen müssen ausformuliert werden. Doch die Berliner Hochschulen waren trotz dieser Hürden leicht für den Wettbewerb zu begeistern. Von den 15 Bewerbern kamen allein drei aus Berlin. Ich freue mich, dass die Berliner Hochschulen so reformfreudig sind.

Daran hat auch die Berliner Politik ihren Anteil. Der Senat hat mit der Öffnung des Berliner Hochschulgesetzes 1997 den Startschuss für weitreichende Experimente gegeben. Neue Gestaltungsspielräume öffneten sich; und die FHTW erkannte als eine der ersten Hochschulen diese Chance. Sie machte sich dabei auch Erfahrungen aus dem Ausland zunutze, vor allem bei der Qualitätssicherung. Doch Reformen brauchen berechenbare Rahmenbedingungen. Die Berliner Hochschulverträge werden diese auch in den kommenden Jahren garantieren.

Neue Hochschulverträge stehen kurz vor dem Abschluss. Sie spiegeln die Empfehlung des Wissenschaftsrats, die Fachhochschulen systematisch auszubauen. Die Zahl der Studienplätze an Fachhochschulen wird erhöht. Dafür sollen Ausbildungsgänge von Fachschulen in die Hochschulen integriert werden - zum Beispiel bei nichtärztlichen Gesundheitsberufen. Mittelfristige Entwicklungschancen ergeben sich zudem durch die enge Zusammenarbeit mit Brandenburg oder die Einführung einer leistungsbezogenen Mittelvergabe, die viele Stärken der Fachhochschulen als Vergabekriterien aufgreift.

Das wichtigste Instrument aber ist ein neuer Strukturfonds. Er erlaubt die gezielte Förderung innovativer Studiengänge, die schnell und berufsfeldbezogen studiert werden können. Dieser Fonds wird durch Umschichtungen aus dem universitären Bereich finanziert – eine Prioritätensetzung. Die Gelder für diese Studiengänge werden im Wettbewerb vergeben, auf der Grundlage externer Gutachten. Dabei hat sich der Senat entschieden, den Strukturfonds grundsätzlich auch für interessante Bachelor-Studiengänge der Universitäten zu öffnen. Ein Wettbewerb also über die Grenzen der Hochschularten hinaus - wenn auch mit klarem Heimvorteil für die Fachhochschulen.

Ganz im Sinne des ‚best practice‘ Wettbewerbs soll damit eines deutlich werden: Innovation wird belohnt. Fachhochschulen sind bekannt für exzellente, aber trotzdem kurze, berufsfeldbezogene Studiengänge. Das ist ihr Wettbewerbsvorteil. Und die FHTW hat uns allen vorgemacht, wie man diese Stärken noch ausbaut. Aber bundesweit gab es auch alarmierende Tendenzen.

Ein Beispiel sind Studienzeiten an Fachhochschulen, die sich in ihrer Länge mehr und mehr denen der Universitäten anglichen. Ich würde den Fachhochschulen daher dringend raten, weiter auf ihre bisherigen Stärken zu setzen - und sich gegen die Einebnung der unterschiedlichen Profile von Fachhochschule und Universität mit eigenen Anstrengungen zu stemmen. Eine solche Angleichung mag höchstens für Einzelne in den Fachhochschulen attraktiv sein, doch den Erwartungen der Studenten und der Wirtschaft entspricht sie nicht.

Für die FHTW ist die Errichtung eines zentralen Campus heute die wichtigste langfristige Perspektive. Dabei wird das Land Berlin rund die Hälfte der Gesamtkosten zwischen 500 und 700 Mio. DM investieren müssen, wenn wir den vorliegenden Planungen folgen. Allein das Volumen macht deutlich, hier handelt es sich um mehr als die reine Entwicklung eines Wissenschaftsstandorts. Die Auswirkungen auf Stadtentwicklung und Infrastruktur sind erheblich. Doch die Vorarbeiten sind auf einem guten Weg. Der Senat wird diese stadtpolitische Herausforderung noch in dieser Legislaturperiode angehen.

Berlin hat in der Bundesrepublik eine einmalige Dichte von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von der besonderen Förderung in Ost wie West während der Teilung bis hin zu einer Prioritätensetzung des heutigen Senats. Jährliche Ausgaben von rund 3 Mrd. DM für Wissenschaft und Forschung in Berlin belegen das. Die Wissenschaft ist ein Pfund, mit dem Berlin wuchern kann, auch international. Doch Geld allein sichert nicht den Ruf des Wissenschaftsstandorts.

Die Hochschullandschaft ist in Bewegung, viele Veränderungen haben erst begonnen. Differenzierung der Studienangebote und interne Entscheidungsprozesse, Zugang zum Studium und Gebühren, Internationalisierung - das alles sind Stichwörter, hinter denen rege Debatten stehen. Alle diese Debatten werden auch in Berlin geführt. Der heute verliehene Preis an die Fachhochschule für Wirtschaft und Technik aber zeigt: die Berliner Hochschulen können nicht nur mithalten, sie sind oft auch Spitzenreiter.“


Homepage FHTW

Pressemitteilungen FHTW

Workshop "Reformstrategien und Reformprozesse an Hochschulen - "best practice" am Beispiel der FHTW Berlin
am 23. Mai 2001 an der FHTW Berlin
Einen Auszug aus dem Programm mit den Arbeitskreisen erhalten Sie hier

BerliNews, 7. 2. 2001
FHTW ist best practice-Hochschule 2001
CHE-Auszeichnung für vorbildhaften Reformprozess

Berliner Morgenpost, 25.5.2001
FHTW-Campus: Diepgen favorisiert Oberschöneweide

Berliner Morgenpost, 25.5.2001
Unendliche Geschichten
Wissenschaftsausschuss zu FHTW-Campus, FHVR und Semesterticket

Der Tagesspiegel, 23.5.2001
FHTW Karlshorst : Studenten vergeben Kommunikationspreis
Auswahl bis Ende August

PE CHE 10.5.2001
Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) verleiht Titel "best practice-Hochschule 2001" an TU Darmstadt und FHTW Berlin
Auszeichnung erfolgt heute im Rahmen der Kultusministerkonferenz in Hamburg

SenWFK-News, 23. 5 2001
Berlin weltoffen
Stölzl: Mehr Service für ausländische Wissenschaftler

Hier finden Sie aktuelle Pressemitteilungen der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur

Zu den hochschulpolitischen Seiten auf BerliNews

HN-755

Kontakt: Manfred Ronzheimer


Mit einem Mausklick erfahren Sie mehr.


Zu den auf dieser Seite enthaltenen Links auf fremde Internetseiten
beachten Sie bitte die entsprechenden Hinweise in unserem Impressum.