| Nicht kaputtsparen
Senatorin Adrienne Goehler: Verträge eröffnen Hochschulen Zukunftsperspektive in schwieriger Finanzlage
Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur teilt mit (12.7.2001): Anlässlich der heute geplanten Verabschiedung der Hochschulverträge im Berliner Abgeordnetenhaus erklärt Wissenschaftssenatorin Adrienne Goehler:
"Angesichts der katastrophalen Haushaltslage ist die Verabschiedung der Hochschulverträge mit einem Gesamtvolumen von 7,5 Milliarden DM für die Wissenschaft und Forschung in Berlin ein großer Erfolg. Das Bekenntnis des neuen Senats zu den Hochschulverträgen zeigt, dass wir die hochqualifizierten Einrichtungen für Wissenschaft und Forschung nicht untergehen lassen, sie nicht kaputtsparen, sondern geradezu verzweifelt darum kämpfen, dass sie eine Zukunftsperspektive in Berlin haben."
Finanzausstattung:
In den Vereinbarungen garantiert das Land Berlin den acht Vertragshochschulen feste Zuschüsse in Höhe
von 2,29 Milliarden DM in 2003,
von 2,319 Milliarden DM in 2004 und
von 2,349 Milliarden DM in 2005.
Zudem erhalten die Hochschulen in den Jahren 2003 bis 2005 vertraglich abgesicherte investive Zuschüsse in Höhe von rd. 180 Mio DM pro Jahr. Universitätsmedizin bleibt Bestandteil der Hochschulverträge:
Trotz einer Gesamteinsparsumme von 145 Mio DM im Laufe von drei Jahren, die eine erhebliche Belastung der Universitätsmedizin darstellt und zu gravierenden Strukturveränderungen führen wird, sind die Universitätsklinika weiterhin durch die Hochschulverträge abgesichert. Der Senat wird die Neustrukturierung der Berliner Universitätsmedizin durch eine hochrangige Expertenkommission vorbereiten lassen, die ermittelt, wie die Leistungsfähigkeit der Berliner Universitätsmedizin in
Forschung und Lehre vor dem Hintergrund sinkender Landeszuschüsse gesichert werden kann. Wichtige Vertragsinhalte:
Die Hochschulverträge sichern die Ausfinanzierung von 85.000 Studienplätzen. Der Zuwachs bei den Pensionslasten wird ausgeglichen, die kommenden Tarifsteigerungen bis zu 1,5 Prozent gegenfinanziert. Die Universitäten und die Hochschule der Künste erhalten jährlich insgesamt 50 Mio DM für ein sogenanntes Professuren-Erneuerungs-Programm, da in den nächsten Jahren etwa die Hälfte aller ProfessorInnenstellen neu besetzt werden muss. Der vom Wissenschaftsrat nachdrücklich geforderte Ausbau der Fachhochschulen wird mit einer Gesamtsumme von 75 Mio DM innerhalb von15 Jahren ermöglicht. Die Universitäten werden ab 2003 dafür jährlich 5 Mio DM in einen Strukturfonds zur Stärkung der Fachhochschulen einbringen, dessen Mittel dann im Wettbewerb verteilt werden. Durch die Verträge werden zudem moderne Elemente der Hochschulentwicklung in Berlin exemplarisch umgesetzt.
- Ein Teil der öffentlichen Zuschüsse wird künftig nach Leistungen in Lehre und Forschung sowie Nachwuchsförderung und Frauenförderung vergeben. Der Einstieg in die leistungsbezogene Mittelverteilung beginnt bereits in 2002.
- Die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Hochschulen ist ein weiterer Eckpfeiler der Verträge. Leistungen und Kosten sowie die Umsetzung der Verträge sollen in jährlichen Leistungsberichten an Senat und Abgeordnetenhaus transparent gemacht werden.
- Die Reformen für ein attraktives Studienangebot sollen fortgesetzt werden. Schwerpunkte der Reform sind Modularisierung und Internationalisierung des Studienangebots, das Qualitätsmanagement und eine bessere Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Brunnenstraße 188/190, 10119 Berlin
Kerstin Schneider - Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Wissenschaft, Forschung) -
Tel: (030) 90228 - 203/206/207, Fax: (030) 90228 - 450/451
SenWFK-News, 10. 7 2001
Senatorin Goehler sichert Zukunft der Berliner Hochschulen
Verträge geben Hochschulen von 2003 bis 2005 Planungssicherheit Der Tagesspiegel, 11.7.2001
Neue Hochschulverträge : Nur "mit Wut im Bauch"
Universitäten warten die Beratungen des Abgeordnetenhauses ab
Berliner Morgenpost, 11.7.2001
Universitätskliniken stimmen Sparvorgaben zu
Berliner Morgenpost, 10.7.2001
Schwere Entscheidung: Hochschulverträge mit oder ohne Medizin?
Berliner Zeitung, 9.7.2001
Großes Getöse und kleinliche Rechnereien
Noch immer keine Entscheidung über die Hochschulverträge
Der Tagesspiegel, 7.7.2001
Charité : Tiefe Schnitte
Der Staatszuschuss für das Universitätsklinikum soll gekürzt werden - die Bioforschung ist bedroht
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