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22. März 2002 SenWFK-News

Supercomputer für Norddeutschland

Berlin und Hannover werden Standort für gemeinsamen Höchstleistungsrechner

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Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur teilt mit - Berlin, 21. März 2002:

Die sechs Bundesländer Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein kaufen gemeinsam einen Supercomputer der neuesten Generation. Damit unterstützt der Norddeutsche Verbund zur Förderung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens (HLRN) die Spitzenforschung im Norden Deutschlands. Das auf die Standorte Hannover und Berlin verteilte Rechnersystem deckt zukünftig den enormen Bedarf an Hochleistungsrechnerkapazität in der Umweltforschung, in der Klimaforschung, in der Küsten- und Meeresforschung, im Schiffbau sowie in den Grundlagenforschungen von Physik, Chemie und den Life-Sciences. Die Gesamtkosten von rund 20 Mio. Euro teilen sich je zur Hälfte der Bund und die sechs Länder.

Stellvertretend für den HLRN unterzeichneten das Konrad-Zuse-Zentrum für Informa-tionstechnik Berlin (ZIB) und das Regionale Rechenzentrum für Niedersachsen (RRZN) der Universität Hannover mit der Firma IBM Deutschland GmbH einen Vertrag. Beide Teilsysteme des Supercomputers werden über eine schnelle Datenleitung gekoppelt und sind ab dem dritten Quartal 2002 für die Hochschulen und wissenschaftlichen Institute der sechs Bundesländer über das Deutsche Wissenschaftsnetz erreichbar. Mit einer Gesamtspitzenleistung von vier TeraFlops/s 4 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) wird der Norden Deutschlands damit unter den stärksten Supercomputer-Standorten der Welt vertreten sein.

Von der zukunftsweisenden Kooperation der Norddeutschen Länder werden nachhaltige Impulse für die regionale Infrastruktur in Wissenschaft und Wirtschaft erwartet. Zudem stärkt der Norddeutsche Verbund die nationale und internationale Konkurrenzfähigkeit auf dem Forschungsmarkt.


PE ZIB

Supercomputer für Norddeutschland

Die norddeutschen Bundesländer haben mit der Firma IBM Deutschland GmbH einen Vertrag über die Lieferung eines Supercomputers der neuesten Generation geschlossen. Damit werden der Spitzenforschung im Bereich der Ingenieur- und Naturwissenschaften neue Möglichkeiten zur Lösung von Grand-Challenge-Problemen bereitgestellt. Der Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen der norddeutschen Länder (HLRN) erhält ein an den beiden Standorten Berlin und Hannover betriebenes, massiv-paralleles Rechnersystem vom Typ IBM pSeries 690, bestehend aus 24 Rechenknoten mit insgesamt 768 Prozessoren und 2 TeraByte Hauptspeicher. Noch im zweiten Quartal 2002 werden die Komponenten installiert, der Benutzerbetrieb wird Anfang des dritten Quartals 2002 aufgenommen. Mit seiner Gesamtspitzenleistung von vier TeraFlop (4.000.000.000.000 Rechenoperationen pro Sekunde) ist damit der Norden Deutschlands unter den weltweit stärksten Supercomputer-Standorten vertreten.

Die sechs Bundesländer Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig- Holstein betreiben auf der Basis eines Verwaltungsabkommens zusammen den "Norddeutschen Verbund zur Förderung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens im Raum Norddeutschland" (HLRN-Verbund). Die Investitionskosten von rund 20 Millionen Euro werden gemeinsam von den sechs Ländern und dem Bund finanziert.

Der Norddeutsche Verbund installiert dieses IBM pSeries 690-System im Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB) und im Regionalen Rechenzentrum für Niedersachsen (RRZN) der Universität Hannover. Beide Teilsysteme sind über eine schnelle Datenleitung gekoppelt und für alle Hochschulen und wissenschaftlichen Institute der sechs Bundesländer über das Deutsche Wissenschaftsnetz des DFN erreichbar.

Der Verbund deckt damit den enormen Bedarf an Rechnerkapazität beispielsweise in der Umweltforschung, in der Klimaforschung, in der Küsten- und Meeresforschung und im Schiffbau sowie in den Grundlagenforschungen von Physik, Chemie und den Life-Sciences.

Von der zukunftsweisenden Kooperation der Norddeutschen Länder werden wichtige Impulse für die bestehende regionale Infrastruktur in Wissenschaft und Wirtschaft erwartet. Überdies verbessert der Norddeutsche Verbund die nationale und internationale Konkurrenzfähigkeit auf dem Forschungsmarkt.

Nach langen Jahren des Bemühens ist die Beschaffung dieses Rechners eine bedeutsame Entscheidung für die auf Hochleistungsrechenkapazität angewiesene Spitzenforschung in den am Vorhaben beteiligten norddeutschen Ländern Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Das massiv-parallele SMP-System IBM pSeries 690 erreicht seine Spitzenleistung über mehrere Ebenen der Parallelisierung. Auf unterster Ebene rangieren die modernen IBM Power4-Prozessoren mit einer Taktfrequenz von 1,3 GHz. Da pro Systemtakt vier Gleitkommaoperationen ausgeführt werden können, erreicht ein Prozessor bereits eine Leistung von 5,2 GFlop/s (Gigaflop pro Sekunde). Auf der nächsten Ebene werden 32 dieser Prozessoren zu einem Rechenknoten mit einem gemeinsamen Hauptspeicher (jeweils zwischen 64 GByte und 256 GByte) zusammengefasst; die Spitzenleistung jedes dieser Rechenknoten liegt bei 166 GFlop/s. In der dritten Ebene sind in den Rechenzentren von ZIB und RRZN jeweils zwölf der Rechenknoten über ein schnelles Netzwerk zu einem Rechnerkomplex verbunden; die jeweilige Spitzenleistung erreicht etwa 2 TFlop/s.

Eine Herausforderung für alle Beteiligten stellt schließlich die vierte Ebene der Parallelisierung dar: Die beiden Komplexe in Berlin und Hannover werden über eine ausschließlich genutzte Glasfaserverbindung des Deutschen Forschungsnetzes mit einer Bandbreite von zwei Gbit/s gekoppelt. Aus der Sicht der Nutzer soll sich das Gesamtsystem einschließlich der ca. 300 km langen Netzwerkverbindung als ein verteiltes homogenes, massiv-paralleles System mit einer Leistung von 4 TFlop/s und 2 TByte Hauptspeicher darstellen. Diese gleichermaßen für den HLRN und IBM besondere technische Herausforderung wird im Laufe des Jahres 2003 realisiert sein.

Für die norddeutsche Wissenschaftslandschaft wie auch für den Wissenschaftsstandort Deutschland insgesamt eröffnet diese, auch im internationalen Vergleich sehr gute Ausstattung hervorragende Zukunftsperspektiven für das technisch-wissenschaftliche Hochleistungsrechnungen.

Kontakt:
Hubert Busch
Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB)
Takustr. 7 , D-14195 Berlin-Dahlem
Tel.: 030 / 84185 - 135
Email: busch@zib.de
http://www.zib.de - http://www.hlrn.de


Der Tagesspiegel, 22 3.2002
Supercomputer für Berlin - Kosten von 20 Millionen Euro geteilt

SenWFK-News 13. 2. 2002
Millionen für Genomnetze
Berlin bei der Einwerbung von Drittmitteln erfolgreich

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Autor: Manfred Ronzheimer

 
 
 

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