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Mehr Professuren für Frauen
Neues Berliner Programm für mehr Chancengleichheit von Frauen in Forschung und LehreLPD vom 21.11.2000
Der Senat hat das von der Senatorin für Arbeit, Soziales und Frauen, Gabriele Schöttler, und dem Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Christoph Stölzl, vorgelegte "Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre" beschlossen.
Damit werden die auf die Förderung von Frauen im Bereich der Wissenschaft gerichteten Programme
· Landesförderprogramm Frauenforschung und das
· Bund-Länder-Programm zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre
zu einem gemeinsamen Programm vereint. Das Fördermittelvolumen des neuen Programms beträgt bis zu 6 Mio. DM jährlich.
Senatorin Schöttler und Senator Stölzl betonen, mit dem Programm setze der Senat neue Akzente: "Das neue Programm ist darauf gerichtet, bestehende strukturelle Hemmnisse bei der Erreichung von Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre weiter abzubauen. In allen wissenschaftlichen Qualifizierungsstufen und bei den jeweiligen Abschlüssen sollen die Anteile von Frauen erhöht werden. Gerade in den naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen sind erhebliche Anstrengungen erforderlich, denn in diesen Bereichen sind Frauen noch stark unterrepräsentiert. Gleichzeitig soll die Frauen- und Geschlechterforschung im Wissenschaftsbereich etabliert werden. Nicht zuletzt soll das Programm mit dazu beitragen, die Zahl von Frauen in Führungspositionen in Forschung und Lehre zu erhöhen."
Folgende Förderschwerpunkte sind vorgesehen:
Eine Säule des Programms bildet die Förderung von Maßnahmen der Hochschulen zur gezielten Qualifizierung von Frauen für eine Professur. Finanziert werden Initiativen, um den Anteil von Frauen in naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen zu erhöhen. Auch Maßnahmen zur weiteren Verankerung von Frauen- und Geschlechterforschung im Hochschulbereich und entsprechende Lehrangebote werden gefördert. Für diesen Programmschwerpunkt werden bis zu 4 Mio. DM bereitgestellt.
Eine zweite Säule bildet ein Stipendienprogramm mit einem Finanzvolumen bis zu 2 Mio. DM. Hiermit soll die Qualifizierung im Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung und in den naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen gefördert werden. Antragsberechtigt sind hier Frauen als Einzelpersonen. Bewährte Fördermaßnahmen des bisherigen Förderprogramms Frauenforschung werden fortgesetzt, z. B. Forschungsstipendien zur Durchführung eines Forschungsvorhabens sowie Abschlussstipendien für Promotionen und Habilitationen. Promotionsstipendien sollen besonders an Frauen im Bereich der Ingenieurwissenschaften vergeben werden. Hier liegt der Anteil von Frauen in der gesamten Bundesrepublik bislang bei nur 8,3 %. Bei den Professuren in diesem Bereich haben Frauen erst einen Anteil von 4,1 % erreicht.
Die Geschäftsführung und die Umsetzung des Programms wird ein zu bildendes Service-Zentrum an der Humboldt-Universität zu Berlin übernehmen.
Senatorin Schöttler und Senator Stölzl betonen, dass Berlin mit diesem neuen Programm Frauen auf den anstehenden Generationswechsel bei den Professuren vorbereitet. "Jetzt sind die Hochschulen gefordert, Chancengleichheit zu verwirklichen."
Die Ausschreibungen zum Programm erfolgen in Kürze über die Berliner Hochschulen und in der Presse.
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Kontakt: Manfred Ronzheimer
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