Neue Laser und Mikroskope
Adlershofer Forscher entwickeln kommerzielles Tieftemperatur-Nahfeldmikroskop
Grundlage ist das MBI-Labormuster/Photonik-Workshop diente der Kooperation
Adlershof Aktuell vom 1.6.99 - WN-659
Im Rahmen des 1. Symposiums der Berliner Universitäten am Campus Adlershof fanden mehrere Workshops statt. Der Workshop „Photonik“ (Leitung Prof. Dr. Th. Elsässer, Max-Born-Institut) wurde genutzt, um neue Entwicklungen und Kooperationen auf dem Standort vorzustellen.
Dr. G. Tränkle, Direktor des Ferdinand-Braun-Instituts (FBH), beschrieb das Forschungsprogramm und Leistungsangebot seines Instituts auf den Gebieten Mikrowellentechnik und Optoelektronik. Er verwies auf eine wachsende Zahl enger Kooperationen, die das FBH mit Unternehmen des WISTA, aber auch mit auswärtigen Partnern und mit Universitäten entwickelt hat. Das FBH arbeitet nachfrageorientiert, es treibt exzellente Forschung und Entwicklung im Vorfeld industrieller Anwendungen, insbesondere in den Bereichen Halbleitertechnologie (4-Zoll-Technologie) sowie Bauelemente und Schaltungen. Das FBH liefert Software, Prozesse und Hardware. Seine Mikrowellenbauelemente sind unentbehrlich für Mobilkommunikation, drahtlose Breitbandverbindungen (Richtfunk), oder für die Sensorik (z.B. beim Transport von Containern).
Im Rahmen der Entwicklung von Laserdioden wurde auf der Basis von Gallium-Arsenid (GaAs) ein Laser für die Medizin entwickelt, der im roten Wellenlängenbereich (735 nm) arbeitet.Dr. Ch. Lienau (MBI) und Dr. K. Hammerschmidt (BESTEC GmbH) informierten über die Entwicklung eines optischen Nahfeld-Mikroskops für den Betrieb bei Kryotemperaturen. Ausgehend von einem am Max-Born-Institut erzielten und patentierten Forschungsergebnis wird im Rahmen der Kooperation jetzt an einem marktfähigen Produkt gearbeitet. Da das am MBI entwickelte Gerät optische Spektroskopie mit höchster räumlicher Auflösung (100 Nanometer) in einem Temperaturbereich von 10 bis 300 Kelvin ermöglicht und sich gleichzeitig durch einfache Handhabung auszeichnet, könnte BESTEC hier in Zusammenarbeit mit dem MBI eine Marktlücke schließen. Weiterhin ermöglicht das Gerät optische Mikroskopie mit höchster räumlicher und zeitlicher Auflösung bis in den Femtosekundenbereich, womit z.B. die Bewegung von Ladungsträgern in Halbleitern direkt verfolgt werden kann.
Nach Aussage von Dr. Hammerschmidt wird bereits im Sommer 1999 das erste Gerät ausgeliefert. Es integriert die Bestandteile Nahfeldoptik, Kühlung und Schwingungsdämpfung und befindet sich gegenwärtig in der Fertigung. Die Produktentwicklung ist ein überzeugendes Beispiel der Kooperation zwischen Forschung und Industrie am Standort Berlin-Adlershof.
Ansprechpartner im MBI: Dr. Ch. Lienau, Tel. 030/6392-1476
Diesen Bericht entnahmen wir der neuen Ausgabe von "verbund", dem Newsletter des Forschungsverbundes Berlin
Weitere Informationen:
Über das MBI-Projekt IId.5
Zeitaufgelöste optische Nahfeldmikroskopie einzelner Nanostrukturen
Projektleiter: Christoph LienauEnergieautarke Mikrosysteme
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