Adlershof aktuell

Adlershof Aktuell Oktober 1999

Informationen aus dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin-Adlershof

Inhalt
- Innovative Region Berlin-Südost
- Im Gespräch mit Prof. Dr. Rolf Scharwächter, Generalbevollmächtigter für Berlin-Adlershof
- GEVA: Tom und Jerry schleudern im Flugzeughangar
- L.O.T.-Oriel: Mit Marketing zum Erfolg
- Brücke-Osteuropa: Brücken bauen für die Ost-West Kooperation
- HU-Ecke : Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme
- Die Hochpräzisen
- WITEGA-Service unter einem Dach
- Veranstaltungen im Oktober 1999

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Aktuelle Online-Berichte:

- Forschung plus Produktentwicklung - Strategiepapier für die Einrichtung eines Zentrums für Mikrosystemtechnik (ZEMI) in Berlin-Adlershof, 3. 10. 99
- Deutschlands erster Motorflugplatz - Sonderausstellung zur Geschichte des Flugfeldes Johannisthal, 24.9.99
- Ost-Kooperation als West-Modell - Verband Innovativer Unternehmen tagte in Adlershof, 23.9.99
- Wissenschaftsstandort und industrielle Forschung - Walter Dörhage: Der Technologiepark Adlershof als typisches Produkt Berliner Wissenschafts- und Technologiepolitik, 22. 9. 99
- Noch ist Polen nicht gewonnen - Das „Adlershofer Gespräch“ diskutierte die Chancen Berlins im Osteuropageschäft, 22. 9 99
- Bridging the Gap - Wissenschaft und Technologietransfer - Das Beispiel des Ferdinand-Braun-Instituts in Adlershof, 20. 9 99
- Wilde Mischung - DER SPIEGEL über die Forschungsstadt Adlershof, 19. 9 99
- Gutes Blatt, schlecht gespielt - Wie läßt sich die Berliner Wissenschaft besser vermarkten?, 15. 9. 99
- Adlershof: Aufholjagd gewinnt an Fahrt - Staatssekretär Arndt: "Deutsches Silicon Valley weiter auf Erfolgskurs", 10. 9 99
- Wegbereiter von Mobilfunk und Internet - Ausstellung über den Physiker Ferdinand Braun in Adlershof, 9. 9. 99
- Adlershof Aktuell September 1999


Innovative Region Berlin-Südost

Die Bezirke Treptow und Köpenick und ihre drei Technologiezentren beteiligen sich am InnoRegio-Wettbewerb des BMBF

Mit einem eigenen Beitrag unter dem Titel "Wirtschaftsraum Südost - Raum für Allianzen" haben sich die drei Technologiezentren Adlershof, Wuhlheide und Spreeknie (Oberschöneweide), die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin-Karlshorst, die Humboldt-Universität Berlin sowie die beiden Bezirke Köpenick und Treptow am Wettbewerb "Innovative Impulse für die Region" des Bundesforschungsministeriums beteiligt. Die Federführung für die Teilnahme liegt bei WISTA-MANAGEMENT GMBH.

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Im Gespräch mit ...

Prof. Dr. Rolf Scharwächter, Generalbevollmächtigter für Berlin-Adlershof, zur Beteiligung am InnoRegio-Wettbewerb

Frage: Unter dem Titel „Wirtschaftsraum Südost - Raum für Allianzen“ haben sich unterschiedliche Partner zusammengeschlossen. Was ist die Kernidee des Wettbewerbsbeitrags?

Prof. Scharwächter: Zentrales Ziel unserer Bewerbung ist es, die vorhandenen Potenziale in der Süd-Ost-Region so miteinander zu verknüpfen, dass die Region insgesamt wettbewerbsfähiger wird und damit neue Arbeitsplätze entstehen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Vernetzung der drei Technologiezentren Adlershof, Wuhlheide und Spreeknie sowie der Hochschulen Humboldt-Universität und FHTW Karlshorst und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen der beiden Bezirke Köpenick und Treptow. Eingebunden sind auch etwa 30 Unternehmen und Verbände der Region, so dass in „InnoRegio“ Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung an einem Strang ziehen. Wir haben uns auf sechs Handlungsfelder verständigt: Regional- und Technologiemarketing, Landschaftsraum und Tourismus, Qualifikation und Integration, Wirtschaftsnahe Verwaltung, Dienstleistung für Wissenschaft und Unternehmen sowie Kompetenzbildung und Vernetzung.

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Tom und Jerry schleudern im Flugzeughangar

Die GEVA Gesellschaft für Entwicklung und Versuch Adlershof mbH errichtet zwei Rotationsprüfstände

Doch wer nun an die beliebten Zeichentrickfiguren denkt, irrt. Mit den klangvollen Namen sind zwei Rotationsprüfstände gemeint, die die Gesellschaft für Entwicklung und Versuch Adlershof mbH, kurz „GEVA“, nach dem Umbau im alten Flugzeughangar auf dem Nordgelände des WISTA einrichten wird.

Aufgabengebiet der GEVA, einer Ausgründung der BMW Rolls-Royce Dahlewitz, ist die Prüfung und Untersuchung von Bauteilen aus der Luftfahrt- und Fahrzeugindustrie. Egal, ob es sich hierbei um Triebwerkskomponenten, Turbinenrotoren oder ganze Motoren handelt, alle Untersuchungsobjekte haben etwas gemein: Sie müssen allerhöchsten Sicher-heitsstandards genügen, da schon der kleinste Material- oder Verarbeitungsfehler im regulären Betrieb fatale Folgen haben kann.

Drei Prüfmethoden für die Bauteiluntersuchung

Die GEVA wendet unterschiedliche Technologien zur Untersuchung der betreffenden Teile an. In den bereits erwähnten Rotationsprüfständen werden beispielsweise Triebwerksrotoren und Bremsscheiben auf Touren gebracht. Die Drehzahl beträgt dabei je nach Größe bis zu 100.000 Umdrehungen pro Minute, also etwa 100 mal mehr als im Schleudergang einer modernen Waschmaschine. Durch Strahlungs- oder Induktionsheizung können die Teile zusätzlich erhitzt, und damit einer weiteren Belastung ausgesetzt werden.

Ganz ohne Rotation kommen die Servohydrauli-schen Prüfständen aus. Hier kommt es darauf an, wieviel Druck und Spannung ein Bauteil aushält. An der obersten Belastungsgrenze wird dabei mit bis zu 40 Tonnen gezogen oder gedrückt. So kann bereits in der Produktionsphase getestet werden, wie sich z.B. Flugzeugtriebwerke bei einer harten Notlandung verhalten.

Ein drittes Verfahren ist die Modalanalyse. Hier werden unter anderem mit genormten Hammerschlägen Bauteile in Schwingung, oder durch einen „Shaker“ in konstante „Erregungszustände“ versetzt. Genaue Diagnosemethoden verraten den Experten, wo in einem Triebwerk oder Motor Risse und Spannungen entstehen können. Bereits kleinste Schäden können so im Vorfeld erkannt, und entsprechende Empfehlungen an die Hersteller weitergeleitet werden.

Trotz der Herkunft aus dem Hause BMW Rolls-Roye versteht sich die GEVA als unabhängiger Komplettanbieter, der für alle Kunden aus der Industrie Prüfleistungen erbringt. Über einen Mitgesellschafter, die DORA-Gruppe, kommen so auch deren Kunden, meist europäische Automobilhersteller, als potentielle Abnehmer für die GEVA-Leistungen in Betracht.

Umbau des Flugzeughangars

Die GEVA beginnt noch im Herbst, ihre Prüfstände im alten Flugzeughangar an der Friedrich-Wöhler-Straße zu errichten. Der Umbau trägt dabei allen Anforderungen des Denkmalschutzes Rechnung und so wird ein komplettes „Prüfhaus“ in die Hülle des alten Hangars eingebaut. Neue Fenster an der Ostfassade folgen genau der geschwungenen Dachform und eine offene Glasfront an der Nordseite erlaubt einen tiefen Blick in die Arbeitsräume der GEVA. In den Ausbau investiert das Unternehmen 12 Mio. DM und ab Frühjahr 2000 stehen insgesamt 3500 m² Nutzfläche für die Prüfung zur Verfügung. Das ist etwa doppelt so viel wie am jetzigen Standort Wildau. Diese Erweiterung der Kapazitäten wird auch zu einem personellen Zuwachs führen. Geschäftsführer Dr. Manfred Oesterle rechnet mit 30-40 Mitarbeiten bis zum Jahr 2001.

Das Engagement in Adlershof möchte die GEVA ausdrücklich als Bekenntnis zum Industriestandort Berlin/Brandenburg verstanden wissen und so sind Tom und Jerry ein deutlicher Beweis dafür, dass in Berlin auch im industrienahen Bereich Raum für Innovation und Expansion ist.

Ansprechpartner und Links:
Dr. - Ing. Manfred Oesterle
Tel.: 030-6392-5481; Fax: 030-6392-5480
E-mail: manfred.oesterle@geva-adlershof.de - Internet: www.geva-adlershof.de

Beachten Sie auch:

Adlershof aktuell, 22. 8. 99
Prüfstände von BMW Rolls-Royce in Adlershof
GEVA bezieht Hangar auf dem Nordgelände


Mit Marketing zum Erfolg

L.O.T.-Oriel ist Vertriebsexperte für High-Tech-Produkte

Vertrieb und Marketing sind für technologieorientierte Unternehmen inzwischen ebenso bedeutsam wie die Entwicklung marktreifer Produkte. Vertriebsdienstleister wie die L.O.T.-Oriel GmbH können helfen, Marketing professionell zu betreiben.

L.O.T. steht für Laser, Optik und Technologie und umreisst die Produktpalette des Unternehmens, die von Laser- und Optiksystemen bis zu High-Speed- und Infrarotkameras reicht. 1971 wurde die Firma als Tochter des US-Unternehmens Oriel gegründet. Eigentliche Aufgabe war, die Produkte der Mutter-firma auf dem deutschsprachigen Markt zu platzieren. 1986 übernahmen schließlich die leitenden Mitarbeiter die Unternehmensführung und erweiterten seither unter dem Namen L.O.T.-Oriel stetig das Angebot.

Auch heute gehört der Vertrieb für große US-Hersteller zum Hauptgeschäft. Ein einheimischer Vertrieb und Service in Europa und insbesondere im deutschsprachigen Raum ist für die Firmen aus Übersee vor allem auch deshalb wichtig, weil im alltäglichen Geschäftsgebaren z.T. deutliche Unterschiede zwischen Kunden in Europa und Amerika bestehen. Während in den USA beispielsweise Kunden aus Industrie und Forschung Geräte oftmals schon nach einigen Gesprächen oder aus dem Katalog bestellen, bestehen die Kunden hierzulande darauf, die Geräte durch intensive Tests und sachkundige Beratung in der Praxis genau kennenzulernen, bevor sie sich entscheiden.

Wachsende Produktpalette

Die schnelle Entwicklung in der Optik- und Lasertechnologie führt dazu, daß die Vertriebsexperten immer neue und bessere Produkte auf dem Markt anbieten können. So befindet sich im aktuellen Angebot der L.O.T.-Oriel eine Weltneuheit des amerikanischen Herstellers PTG. Das Unternehmen entwickelte Glasbearbeitungsmaschinen auf Laserbasis, die Glas ohne jeden Materialverlust schneiden können. Die Rauhigkeit der entstehenden Schnittkanten ist kleiner als 32 Nanometer und da kein Abfall oder Staub entsteht, eignet sich die patentierte Technik ideal für den Einsatz in Reinräumen. Das verlustfreie Schneiden ist besonders für die Industrie interessant, z.B. in der Fertigung von Flat-Panel-Displays für Bildschirme.

Je breiter die angebotene Produktpalette ist, desto unübersichtlicher wird das Angebot für die Kunden. Deshalb haben sich bei L.O.T.-Oriel die Mitarbeiter im Verkauf auf bestimmte Produktgruppen spezialisiert, um eine optimale Kundenbetreuung zu gewährleisten.

Das Adlershofer Büro unter der Leitung von Rainer Weissflog betreut von Berlin aus neben den Märkten Mittel- und Osteuropas auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region und vom Standort Adlershof. So bemüht sich L.O.T.-Oriel zusammen mit dem Adlershofer Institut für Gerätebau um den Vertrieb innovativer Röntgenkapillaroptiken, einer Technologie die weltweit nur von wenigen Firmen bearbeitet wird und sehr aussichtsreich ist.

Generell führt die Entwicklung in den Technologiefel-dern Laser und Optik zu immer anwenderfreundlicheren und preisgünstigeren Geräten. Technologien, die in der Vergangenheit hauptsächlich in Forschungsinstituten nachgefragt wurden, werden auch für industrielle Anwendung immer interessanter, ein Trend, der das Team von L.O.T.-Oriel weiterhin optimistisch stimmt.

Links und Ansprechpartner:
L.O.T.-Oriel GmbH & Co. KG; Büro Berlin
Tel.: 030-6392-5275
Email: Weissflog@LOT-Oriel.com - Internet: www.LOT-Oriel.com


Brücken bauen für die Ost-West Kooperation

Die Arbeitsgemeinschaft Wirtschafts- & Technologiekooperation mit Osteuropa („Brücke-Osteuropa e.V.“)

Berlin versteht sich als Drehscheibe zwischen Ost und West. Hier, so betonen Politiker und Wirtschaftsfachleute immer wieder, soll eine Brücke geschlagen werden, die das Zusammenwachsen Europas auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene fördert. Diesem Anspruch gerecht zu werden, ist Ziel der Arbeitsgemeinschaft Wirtschafts- & Technologiekooperation mit Osteuropa, kurz „Brücke-Osteuropa e.V.“.

Der Verein zählt inzwischen 50 Mitglieder aus Deutschland und vielen Staaten Mittel- und Osteuropas wie Polen, der Ukraine, Weißrussland und Russland. Auch die WISTA-MANAGEMENT GMBH, die mit dem internationalen Büro bereits über eine Kooperationseinrichtung verfügt, engagiert sich in der Organisation. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der in zwölf Bundesländern vertretene Verein auch ein Büro im Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologie bezogen hat, um von hier aus den Aufbau eines engen Kooperationsnetzwerkes voranzutreiben.

Dabei geht es einerseits darum, innovativen deutschen Unternehmen Absatzmärkte in Osteuropa zu erschließen und andererseits russischen Firmen den Zugang zum deutschen Markt zu erleichtern. Diese gegenseitige Befruchtung setzt Synergien frei und trägt damit zum wirtschaftlichen Erfolg der Regionen Mittel- und Osteuropas bei.

Wer auf der Suche nach Kooperationen ist, muss dafür nicht die lange Reise gen Osten antreten. Das „virtuelle“ Büro der Brücke mit einer offenen Internetplattform bietet Firmen einen kostenlosen Eintrag und Recherchemöglichkeiten über einen eigenen Server an. Unter www.bruecke-osteuropa.de steht eine breite Palette an Informationen zur Verfügung.

St. Petersburg goes Informatik

Das wohl ergeizigste Projekt der Brücke ist eine Kooperation mit St. Petersburg. Dort plant man im ehemaligen Forschungsinstitut für Standardisierung ein Innovationszentrum für Informatik, bei dem das Adlershofer Fachzentrum Pate stehen soll.

Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung ist in Arbeit und das Interesse der russischen Seite ist so groß, dass der Gouverneur von St. Petersburg bereits einen Besuch nach Adlershof plant. Gerade im IT-Bereich, in dem mittelfristig mehrere hunderttausend Fachkräfte fehlen, sehen die osteuropäischen Länder eine Chance, sich auf dem Weltmarkt etablieren zu können.

Neben dem virtuellen Büro und dem St. Petersburger Projekt organisiert die Brücke Osteuropa auch Kooperationsmessen und Unternehmerreisen. So fand Mitte September die erste Deutsch-Polnische Kooperationsveranstaltung für Technische Dienstleister und innovative Unternehmen statt. Im Business & Innovation Center Frankfurt/Oder kamen Firmen von diesseits und jenseits der Oder zusammen um Kooperationen zu initiieren. Ein deutsch-polnischer Workshop mit dem Themenschwerpunkt Umwelttechnologie begleitete das Treffen. Eine ähnliche Kooperationsveranstaltung fand bereits im Juni in St. Petersburg statt und die Resonanz war dort mit knapp 400 Teilnehmern außerordentlich hoch.

Wer das Angebot des Vereins nutzen, oder durch eine Mitgliedschaft den Brückenschlag nach Osteuropa unterstützen möchte, wendet sich bitte an:

Dr. Bernd Groß
Tel.: 030-6392-2458, Fax: 030-6392-2459
E-mail: info@bruecke-osteuropa.de - Internet: www.bruecke-osteuropa.de

Soft East Initiative

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Adlershof Aktuell, 22. 9. 99
Noch ist Polen nicht gewonnen
Das „Adlershofer Gespräch“ diskutierte die Chancen Berlins im Osteuropageschäft


Die Lehrstühle des Instituts für Informatik der Humboldt-Universität

HU-ECKE: Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme

Kein Tag vergeht, an dem wir nicht direkt oder indirekt mit Datenbanksystemen in Berührung kommen. Die Abwicklung von Bankgeschäften, das Reservieren von Tickets oder der ganz normale Einkauf ließen sich ohne die Hilfe ausgeklügelter Informations-systeme heute nicht mehr realisieren. Dabei wächst die Datenmenge unaufhörlich. Informationsmengen von mehreren Terabytes (also mehreren Millionen Megabytes) sind keine Seltenheit mehr, und die Informatiker von morgen werden Datenmengen von Tausenden von Terabytes in den unterschiedlichsten Anwendungensbereichen zu verwalten haben.

Das Kernproblem, mit dem sich auch der Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme am Institut für Informatik beschäftigt, ist die Rechen- und Verarbeitungsprozesse in diesen Dimensionen möglichst effizient zu organisieren. Denn oft ist an der Verarbeitung der Daten nicht nur ein Computer beteiligt, sondern ein Netzwerk von bis zu Hunderten von Rechnern, die oft einen Vorgang gemeinsam und gleichzeitig bearbeiten müssen. In dieser „Parallelität“ der Rechner einen schnellen Zugriff und eine effiziente Verarbeitung zu gewährleisten, die unter vielen Millionen Datenobjekten das richtige findet und verarbeitet, ist Gegenstand mehrerer Projekte des Lehrstuhls.

Menschliche Gendaten im Ware-House

Ein aktuelles Projekt des Lehrstuhls beschäftigt sich mit der Informationsverarbeitung menschlicher Gendaten. Die Identifizierung des Erbmaterials, also die Zuordnung einer bestimmten Erbinformation an ein Gen, ist eine Aufgabe die seit vielen Jahren die Biologen beschäftigt - die Informationen in Datenbanken zu speichern und zu verarbeiten ist Aufgabe der Informatiker. Die HU-Experten entwerfen und realisieren hierfür eine Gen-Datenbank, das „Genome-Warehouse“, in dem die vielen „Informationsteilchen“ gespeichert werden. Kooperationspartner in diesem Projekt ist seit langem das junge Unternehmen „Kelman“ aus Berlin-Pankow, das mit Hilfe des Warehouses Anwendungen zur Proteinverarbeitung für die Pharmaforschung entwickeln will.

In drei bis vier Jahren, wenn hoffentlich alle Teile des menschlichen Erbmaterials bekannt sein werden, sollen mit Hilfe des Genome-Warehouses neue Möglichkeiten der Krankheitsbekämpfung eröffnet werden.

Das Internet als Datenbank

Das World-Wide-Web (WWW) stellt durch seine globale Vernetzung ebenfalls eine immense Datenbank dar. Der Lehrstuhl unter der Leitung von Prof. Freytag erarbeitet hierfür Modelle zur Strukturierung und Repräsentation von Informationen im Internet, die über die bisherigen Möglichkeiten hinausgehen. Ziel ist es, einen reibungslosen Datenaustausch rund um den Erdball zu ermöglichen und damit den Erfordernissen der Endanwender Rechnung zu tragen. Eine große Rolle spielen diese Optimierungsprozesse im Electronic-Commerce-Bereich, dem Handel per Internet, wenn es beispielsweise darum geht, Angebote, Kaufabsichten, Kaufverhandlungen und den Vertragsabschluss in der virtuellen Welt für alle Seiten zuverlässig und sicher zu gestalten.

Prof. Freytag ist akademischer Quereinsteiger. Nach dem Studium in Hamburg und der Promotion an der Harvard Universität in den USA arbeitete er am IBM Forschungslabor in Silicon Valley und als Leiter einer industriellen Forschungsgruppe in München, ehe er 1994 dem Ruf an die HU folgte. Seine Herkunft aus der Industrie prägt den Lehrstuhl bis heute, so dass Kooperationen mit zahlreichen Unternehmen wie SAP und dem IBM Forschungslabor in Kalifornien zum universitären Alltag gehören.

Links und Ansprechpartner:
Prof. Johann-Christoph Freytag, Ph.D.
Tel.: 2093-3009
E-Mail: freytag@dbis.informatik.hu-berlin.de - Internet: http://www.dbis.informatik.hu-berlin.de/


Die Hochpräzisen

Die Gemeinschaftslabore in den Fachzentren des WISTA

In den Fachzentren des WISTA steht den Adlershofer Unternehmen und externen Nutzern eine Reihe von Gemeinschaftslaboren für unterschiedliche Zwecke zur Verfügung.

Vakuumkammer für Speicherring, Fertigung bei FMB, Vermessung an einer Ständer-Mess-Maschine an der LMTB. Im Zentrum für Optik, Optoelektronik und Lasertechnologie ist unter anderem ein Labor mit drei hochgenauen 3D-Mess-Stationen eingerichtet worden. Hier können z.B. komplexe Werkstücke aus dem Maschinenbau, der Feinwerk- und Medizintechnik sowie aus der Präzisionsoptik auf ihre Maßhaltigkeit untersucht werden. Die drei Mess-Stationen sind für unterschiedliche Größen ausgerichtet und erreichen dabei eine Längenmess- und Antastunsicherheit nach VDI/VDE 2617 von bis zu 0,8 µm.

Ihre Präzision verdanken die 3D-Koordinatenmeßgeräte modernen Tastköpfen, die Werkstücke an beliebigen, auch schwer zugänglichen Stellen antasten. Sie bieten dabei genau die richtige Antaststrategie für die jeweilige Meßaufgabe: Schnelle Einzelpunktantastung oder sehr schnelles Scannen von Flächen. Auch berührungloses Vermessen von verformbaren Teilen ist Dank Laser-Einsatz kein Problem.

Die LMTB, die die Gemeinschaftsgeräte betreut, bietet interessierten Firmen ein vielfältiges Dienstleistungsangebot an. Egal, ob es sich um die Erstbemusterung von komplexen Geometrien, die Auswertung von Form- und Lageabwechungen, das Digitalisieren von 2D- und 3D-Kurven oder das Erstellen von Fertigungszeichnungen von vermessenen Werkstücken handelt, die hochpräzisen Geräte an der LMTB erfüllen die vielfältigsten Kundenwünsche.

Links und Ansprechpartner:
Laser- und Medizin-Technologie gGmbH, Berlin
Dr.-Ing. N. Reng
Tel.: 030-67053-430
E-mail: n.reng@lmtb.de; Internet: www.lmtb.de


WITEGA-Service unter einem Dach

Die drei Unternehmen der WITEGA-Gruppe haben ihr Dienstleistungsangebot unter dem Namen „WITEGA Unternehmensdienste Adlershof“ zusammengefasst. Zu den bekanntesten Angeboten der WITEGA gehört der Postservice, der Hol- und Bringdienste und einen Brieffach-Service beinhaltet. Auch Gebäudereinigung und Reparaturdienste finden am Standort immer mehr Nachfrage. Durch die Vertriebsstelle für technische Gase und das Angebot an Grundchemikalien ist die WITEGA auch ein bedeutender Zulieferer von Werkstoffen. Ergänzt wird die Vielfalt der WITEGA, die mit 200 Beschäftigten zu den größten Unternehmen am Standort gehört, durch den EDV-Service, Sekretariats und Bürodienste und das Angebot von Sprach- und Computerkursen.

Die WITEGA hat darüber hinaus eine Lizenz zur Arbeitsvermittlung. Der kostenlose Service für Arbeitsuchende umfasst die Hilfestellung beim Schreiben von Bewerbungen und die Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch. Gleichzeitg vermittelt die WITEGA schnell und kostengünstig qualifizierte Bewerber an interessierte Unternehmen und hilft so bei der Sicherung des Personalbedarfs.

Links und Ansprechpartner
Frau Mohsen
Tel.: 030-6392-2001, E-mail: mohsen@witega.fta-berlin.de Internet: http://www.witega.fta-berlin.de
Arbeitsvermittllung: Dipl.-Ing. Rainer Klisch, Tel: 030-6392-6631


Termindienst Adlershof

Veranstaltungen im Oktober 1999


Impressum

Adlershof Aktuell wird herausgegeben von der Wista-Management GmbH, Rudower Chaussee 5, 12489 Berlin. Redaktion: Abt. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Tel. 030-6392-2213) in Zusammenarbeit mit dem Pressebüro Manfred Ronzheimer (Tel: 030-85999843)
Druck: Kopie+Druck, Adlershof; Layout: frenzel - grafikdesign

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