Adlershof aktuell

Neujahrsempfang Adlershof 2001

der BAAG Berlin Adlershof Aufbaugesellschaft mbH und der WISTA-MANAGEMENT GMBH am 30. Januar 2001 im Zentrum für Informations- und Medientechnologie

Ansprache Dipl.-Ing. Jens Krause, Sprecher der Geschäftsführung der BAAG Berlin Adlershof Aufbaugesellschaft mbH

- Auszug -

Das Jahr 2001 wird wiederum unseren Standort, die Stadt für Wirtschaft, Wissenschaft und Medien, ein großes Stück voranbringen. Die wichtigsten Ereignisse:

Im Frühjahr beginnt der Autobahnbau - die Verbindung Flughafen zum Stadtring - hier in Adlershof. Damit wird ein Zeichen gesetzt für die notwendige Verbesserung der äußeren Erschließung.

Im Sommer werden für drei, vielleicht vier Gebäudekomplexe entlang der Rudower Chaussee die Grundsteine gelegt. Damit sind Investitionen von rund 250 Mio. DM verbunden. Zu diesen Gebäuden gehören die Institute für Psychologie und Geographie der Humboldt-Universität zu Berlin, ein Hotel der Trigon-Gruppe, das Geschäftszentrum mit dem lang ersehnten Einzelhandel und Restaurants und das neue Mediencenter an der Ecke Agastraße/Rudower Chaussee.

Die WISTA-MANAGEMENT GMBH wird im Erweiterungsgebiet am Landschaftspark ein neues Betriebsgebäude für kleine und mittlere Unternehmen errichten lassen, um den großen Bedarf an Produktionsflächen zu entsprechen.

Im Herbst wird das Institut für Chemie der Humboldt-Universität seine Arbeit im neuen Gebäude aufnehmen, rechtzeitig zum Wintersemester. Es werden dann täglich über 2.000 Studenten in Adlershof lernen und forschen. Sie werden das Bild auf unserem Gelände in zunehmendem Maße mitbestimmen.

Der Umzug der naturwissenschaftlichen Institute der Humboldt-Universität ist aber der Anlass, die „Lange Nacht der Wissenschaft" in Berlin mit einer „Langen Nacht in Adlershof" zu krönen. Wir werden in der Nacht vom 15. auf den 16. September 2001 ein „Feuerwerk der Ideen" in Adlershof veranstalten - zusammen mit allen dann sechzehn wissenschaftlichen Instituten, mit allen Unternehmen, sei es hier im Technologiepark, in der Medienstadt oder am Groß-Berliner-Damm. Und wir werden zugleich den Landschaftspark den Menschen übergeben und damit ein Stück Lebensqualität in Adlershof schaffen.

Im Herbst soll auch die Straßenbahn ins Universitätsgebiet fahren, ein gutes und wichtiges Stück Arbeit liegt da noch vor den Bauleuten. Die Rudower Chaussee wird im Herbst bis zur Wegedornstraße fertig sein.

Mit Sorge jedoch betrachten wir weiterhin die Bemühungen um den neuen S-Bahnhof. Die technische Planung ist fertig, das Planfeststellungsverfahren ist eingeleitet. Aber: Es fehlen noch rund 10 Mio. DM, da die Deutsche Bahn AG ihren ursprünglich vorgesehenen Finanzierungsbeitrag nicht mehr zur Verfügung stellen kann. Wir bemühen uns alle gemeinsam um eine neue Lösung. Diese muss bis Mai stehen, wenn in diesem Jahr Baubeginn sein soll.

Ich appelliere an die Verantwortlichen im Senat und im Abgeordnetenhaus: Es kann nicht sein, dass für 5.000 Studenten kein einziger Parkplatz gebaut werden darf und gleichzeitig die notwendige Investition in das wichtigste Verkehrsmittel verweigert wird.

Wir, die Verantwortlichen für den Standort, werden auch in diesem Jahr den bisher erfolgreichen Weg fortsetzen. Berlin Adlershof ist schon jetzt in Berlin und darüber hinaus ein fester Begriff für Innovation und Start-up’s, für Forschung und Ausbildung, für neue Produkte und, dank des Engagements privater Unternehmen in MediaCity, ein ganz wichtiger Teil des Medienstandortes Berlin-Brandenburg.

Wir werden unsere Anstrengungen verstärken, mit zur Bewältigung wichtiger gesellschaftlicher Aufgaben beizutragen. Ich möchte hier aufgreifen und umsetzen, was Sie, sehr geehrter Herr Bundestagspräsident, vor wenigen Tagen gefordert haben. Wir müssen Bedingungen schaffen, die insbesondere den Jugendlichen Perspektiven und Zuversicht in unsere Gesellschaftsordnung geben. Und dazu gehören in erster Linie Ausbildungsplätze. Wir haben uns mit dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Herrn Gegenbauer, auf eine Sonderaktion "Ausbildung in Adlershof" verständigt. Mitarbeiter der IHK werden zu Sonderberatungen nach Adlershof kommen, um den vielen jungen Unternehmen Wege aufzuzeigen, damit sie mehr als bisher, in allen Bereichen der beruflichen Ausbildung, junge Menschen in ihre Arbeit mit einbeziehen.


Ansprache von Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner

Was hier in Adlershof in den vergangenen Jahren geleistet wurde, ist ohne Abstriche beeindruckend. Und das nicht nur aus Sicht eines Technologiebefürworters sondern auch und vor allem aus Sicht eines sich für die Belange der Neuen Bundesländer einsetzenden Politikers. Die Wirkung solcher langfristig angelegter Pilotprojekte wie Berlin Adlershof auf potenzielle Investoren und Existenzgründer ist gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Gleichzeitig aber gilt: selbst ein so herausragendes, innovatives Projekt wie Adlershof würde einen erheblichen Teil dieser positiven Wirkung einbüßen, wenn es nicht eingebunden wäre in ein entsprechendes Technologiestandortkonzept. In ein Konzept, das sich im Hinblick auf die Formulierung zukunftsträchtiger Strategien zielorientiert auf die Potenziale konzentriert, die sich aus der Region selbst entwickeln (endogene Potenziale).

... Nach der Wende und dem zwischenzeitlichen Verlust von rd. 2.000 Beschäftigten sahen die Berufspessimisten hier eine riesige Stadtbrache entstehen. Doch sie wurden – und darauf können wir in Berlin auch ruhig ein wenig stolz sein – mit dieser Prognose Lügen gestraft. Denn heute haben wir am WISTA erneut über 5.000 qualifizierte Arbeitsplätze. Weil langsam alles aus den Nähten platzt, werden nun die Produktions- und Büroflächen um 5000 m2 erweitert. Das gesamte neue Baufeld umfasst knapp 100.000 m².

Über 1/5 der Infrastrukturfördermittel Berlins aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur„, d.h. über 460 Mio. DM sind bisher am WISTA konzentriert zum Einsatz gekommen.
Und auch die institutionelle Förderung für die WISTA-MG - zwischen 1991 und 1999 rd. 70 Mio. DM stellte eine notwendige (aber natürlich auch zeitlich begrenzte) Unterstützung dar.

Wir müssen uns aber auch weiterhin – und das trotz knapper Kassen – auf eine konsequente Unterstützung des strukturellen Wandels und eine gezielte Zukunftsorientierung unserer Potenziale konzentrieren.

Ein Stillstand in den Bemühungen, aus eigener Kraft voranzukommen, hätte fatale Folgen für Berlin, denn wir stehen in den kommenden Jahren im Hinblick auf die Unterstützung von außen vor gravierenden Einschnitten:
Die Diskussion hierzu ist schon voll im Gange:
· In Bezug auf die Neuausgestaltung des Länderfinanzausgleichs werden Berliner Interessen massiv von den Südländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen massiv attackiert, indem sie die für einen Stadtstaat lebensnotwendige erhöhte Einwohnerwertung in Frage stellen.
· Auch bei der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur, kurz GA genannt, wird es ab 2004 sicherlich Fördervolumina-Veränderungen geben.
· Und schließlich läuft 2006 die Strukturfondsförderperiode der Europäischen Union aus.

Ohne ein Ergebnis vorwegzunehmen steht jetzt schon fest, dass wir uns ganz konkret darauf einstellen müssen, zukünftig bedeutend weniger finanzielle Unterstützung von außen zu erhalten als bisher. Daher müssen die kommenden Jahre – ich nenne hier einen Zeithorizont von 3-4 Jahren - entschlossen genutzt werden, um die Basis für ein wirtschaftliches Wachstum aus eigener Kraft zu erweitern.

Dass der Standort attraktiv ist und aus sich heraus wichtige Impulse entwickeln kann zeigt sich ganz deutlich vor allem hier in Adlershof. In kürzester Zeit hat der WISTA für Berlin eine wirtschaftspolitische Bedeutung sowohl in lokaler, regionaler als auch internationaler Hinsicht erlangen können.
· Lokal, indem der größte Forschungsstandort der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR aufrecht erhalten bleiben konnte,
· Regional, indem dies die Keimzelle der noch in der Entwicklung befindlichen „Stadt für Wissenschaft und Wirtschaft Berlin Adlershof„ darstellt, und

· International, indem von hier aus vielfältige Kooperationen und Geschäftsbeziehungen erfolgen. Hierauf sollten wir weiterhin aufbauen, wobei die Strategie wie bisher an den regionale Stärken ausgerichtet werden muss zur gezielten Unterstützung zukunftsträchtiger Bereiche sowie der Zusammenführung potenzieller Partner.


Berliner Morgenpost, 1.2.2001
Die Schokoladenseite vom Aufbau Ost
Politiker und Manager ziehen positive Bilanz des Standortes beim Neujahrsempfang in Adlershof

WN-1404


Übersicht
Copyright © 1997 by Manfred Ronzheimer 1209 Vineta WebDesign