Adlershof aktuell

Urbane Denkfabrik

Richtfest für HU-Institut für Physik in Adlershof

Mitteilung vom 06.07.2001 - Landespressedienst von Berlin

UNIVERSITÄTEN UND FACHHOCHSCHULEN SIND BERLINS ZUKUNFTSKAPITAL - INSTITUT FÜR PHYSIK IN ADLERSHOF FEIERT RICHTFEST


Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung teilt mit:

Im Beisein des Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit, des Senators für Stadtentwicklung, Peter Strieder, und des Präsidenten der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Jürgen Mlynek, wird am heutigen Freitag das Richtfest für die Neubauten des Instituts für Physik der Humboldt-Universität zu Berlin am Standort Adlershof gefeiert.

Mit dem Neubau für das Institut für Physik am Standort Adlershof, bestehend aus den Bauteilen Institutsneubau, Umbau des denkmalgeschützten ehemaligen Motorenhöhenprüfstandes und Neubau eines gemeinsamen Lehrraumgebäudes Physik/Chemie bei Gesamtkosten in Höhe von rund 115 Mio. DM, wird der Wissenschaftsstandort Adlershof wesentlich ergänzt und städtebaulich als zukünftiger Campusbereich erlebbar.

Senator Strieder: „Das größte Zukunftskapital, das Berlin besitzt, sind seine Universitäten, die vielen Fachhochschulen und die 250 staatlichen und privaten Forschungseinrichtungen. Diese Wissenschaftslandschaft bildet das Zukunftspotenzial unserer Stadt. Die wissenschaftliche Infrastruktur und der kulturelle Reichtum sind ein guter Nährboden für neue Ideen und Konzepte. Berlin ist schon heute eine ‚Stadt des Wissens‘ - kaum eine andere Metropole kann so viele Kapazitäten für eine urbane Denkfabrik aufweisen. Es liegt nun an uns, aus diesen guten Bedingungen Kapital zu schlagen. Gerade in schweren Zeiten, braucht es kluge Köpfe, die neue Perspektiven für Berlin definieren und auch umsetzen können.

Dazu müssen wir noch besser werden. Denn klar ist: Wir haben die wissenschaftlichen Potenziale bisher nicht ausreichend genutzt. So weiß die Stadt selber nicht, was sie alles weiß. Wir brauchen ein Wissensmanagement. Niemand kennt genau die globalen Leistungspotenziale der Stadt, es gibt keinen weit reichenden Steuerungsprozess für einen Informationsaustausch; Technologietransfer findet oft nicht statt. Noch ist das Konkurrenzdenken stärker als der Mut, die Kräfte zu bündeln.

Denn Wissen reicht allein nicht aus. Es muss zu spezifischen Kompetenzen verknüpft werden. Niemand – auch keine Stadt – weiß alles. Unsere Stadt braucht Kompetenzzentren, die den Aufbau von Dialog- und Netzwerken organisieren. Das sollte sich in erster Linie auf drei Bereiche konzentrieren: auf die Kommunikations- und Informationstechnologie, auf die Verkehrstechnik und auf die Biotechnologie. Hier liegen Berlins Stärken, und die müssen konsequent effizienter eingesetzt werden.

Dialog- und Netzwerkstrukturen haben – selbst im Zeitalter des Internet – auch etwas mit räumlicher Nähe zu tun. So war es wichtig und richtig, hier in Adlershof einen Wirtschafts- und Wissenschaftspark zu etablieren.

Mit der Verlagerung der naturwissenschaftlichen und mathematischen Fakultäten der Humboldt-Universität nach Adlershof gewinnt die Bildung eines professionellen Innovations- und Kooperationsmanagements erheblich an Gewicht. Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten in räumlicher Nähe zusammen und bilden ein Bündnis bis zur Marktreife der gemeinsam entwickelten Produkte.

Dieser neue Standort ist aber gerade am heutigen Tag auch ein Standort der Bauarbeiter, Architekten und Ingenieure. Ihrer hervorragenden Arbeit – ohne die dieser ganze neue Stadtteil nicht möglich wäre – gilt mein besonderer Dank. Ihre handwerklichen Fähigkeiten lassen Gebäude und Anlagen entstehen, in denen die Wissenschaft blühen kann.“

Die Verlagerung der naturwissenschaftlich-mathematischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin ist mit dem Neubau des Instituts für Chemie, das noch in diesem Monat fertig gestellt wird, begonnen worden. Weitere Fachbereiche – Informatik und Mathematik – sind inzwischen bereits in Adlershof ansässig. Mit den Neubauten des Instituts für Physik werden nunmehr weitere sehr wichtige Bausteine gesetzt. Nach dem vom Senat 1999 beschlossenen beschleunigten Zeitplan werden bis zum Beginn des Wintersemesters 2003/2004 alle Institute mit Ausnahme des Instituts für Biologie in Adlershof eingezogen sein.

Erster und größter Bauteil ist der eigentliche viergeschossige, blockartig zusammengefasste Institutsneubau. In ihm werden ein Hörsaal, Seminarräume, die Bibliothek sowie Labor- und Büroräume untergebracht.

Der ehemalige Motorenhöhenprüfstand gehörte zu den 1932 bis 1936 in Adlershof gebauten Prüfständen der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt und wird als Experimentier- und Montagehalle für Plasmaphysik umgebaut.

Als Bindeglied zwischen den Institutsgebäuden Chemie und Physik wird ein Lehrraumgebäude neu errichtet, in dem gemeinsame Hörsäle, Seminarräume und Räume des Dekanats der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät untergebracht sind.

Das vierte Gebäude ist ein Gefahrstofflager, in dem zentral Stoffe gelagert werden sollen, die von Chemikern und Physikern zur Durchführung ihrer Experimente benötigt werden. Das Gebäude soll bis Anfang Oktober 2001 fertig gestellt werden.
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BM 7.7.2001
Richtfest des Instituts für Physik
Für den Neubau des Instituts für Physik der Humboldt-Universität wurde gestern Richtfest gefeiert. Der 115 Millionen Mark (58,79 Millionen Euro) teure Bau in Adlershof bezieht auch das umgebaute Haus des denkmalgeschützten ehemaligen Motorenhöhenprüfstandes ein.

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