Kosten schnell eingespielt
10 Jahre IGZ in Adlershof
Gründerzentren sind für das Land Berlin ein gutes Geschäft. Darauf haben die Betreiber des vor 10 Jahren gestarteten Innovations- und Gründerzentrums (IGZ) in Adlershof gestern anlässlich des Jubiläums hingewiesen. Nach Angaben von Geschäftsführer Florian Seiff wurden im IGZ und dem 1997 hinzugekommenen Ost-West-Kooperationszentrum (OWZ) bislang insgesamt 213 Firmen aufgenommen, die zusammen 1.500 Arbeitsplätze geschaffen haben. Diese Firmen führten an Steuern und Sozialabgaben jährlich 25 Millionen DM ab. Für den Bau der Zentren habe das Land dagegen einmalig nur 21 Millionen DM investiert. "In einem Jahr wurden die Kosten wieder eingespielt", betonte Seiff. Seit 1995 komme das Adlershofer IGZ, das zur Wirtschaftsförderung Berlin GmbH gehört, ohne jeden öffentlichen Zuschuß aus.
Derzeit beherbergen die beiden Zentren IGZ und OWZ auf 23.000 qm 114 Unternehmen. 91 Firmen haben das Gründerzentrum in den letzten Jahren wieder verlassen, in der Regel aus Expansionsgründen. 24 von ihnen sind am Standort Adlershof geblieben. Lediglich acht IGZ-Firmen gingen in den zehn Jahren Pleite, was Seiff auch auf die gute Betreuung durch das IGZ-Management zurückführte. Üblicherweise liege die Konkursrate von Gründerfirmen bei 40 Prozent.
Wirtschafts-Staatssekretärin Erika Romberg bezeichnete das Adlershofer Gründerzentrum als einen "Selbstläufer" und ein "gelungenes Beispiel dafür, was vor 10 Jahren wirtschaftspolitisch erreicht werden sollte". Derzeit gebe es in den Berliner Gründerzentren rund 1.000 Firmen mit 10.000 Beschäftigten auf einer Gesamtfläche von 500.000 Quadratmetern. Die "schreckliche Haushaltssituation" lasse aber eine weitere Expansion nicht zu.
Angesprochen auf den jüngsten Gründerindex der Bürgschaftsbank Berlin, wonach die Hauptstadt in der Gründungsdynamik zurückgefallen sei, sagte die Staatssekretärin, dass in ihrem Hause derzeit recherchiert werden, ob diese Zahlen tatsächlich stimmen. Romberg: "Wir glauben nicht so richtig daran". Möglicherweise sei bei der Indexbildung die Zahl der Gründer nicht auf 10.000 Einwohner, sondern auf 10.000 Arbeitsplätze bezogen worden.
Manfred Ronzheimer
Berliner Morgenpost, 12.9.2001
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