Die WITEGA als Trägereinrichtung für Projekte der Angewandten Forschung in Adlershof
1. Historischer Hintergrund und Gründung der WITEGA
Im Artikel 38 des Einigungsvertrages wurde festgeschrieben, daß die Institute und Einrichtungen der Akademie der Wissenschaften der DDR zum 31. Dezember 1991 aufzulösen seien. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, Strukturen zu schaffen, die einerseits den von Arbeitslosigkeit bedrohten Wissenschaftlern ein Weiterarbeiten ermöglichen und andererseits die für den wirtschaftlichen Aufbau in den neuen Bundesländern dringend benötigte Forschungskapazität erhalten konnten. Zwar wurde durch neugegründete Institute und andere Nachfolgeeinrichtungen einer Anzahl von Wissenschaftlern eine neue Perspektive geboten, jedoch war klar, daß die vorgesehenen Mittel nur für einen kleinen Teil der ehemals in Adlershof Beschäftigten ausreichen würden. Vor diesem Hintergrund formierte sich im März des Jahres 1991 die Wissenschaftlich-technische Gesellschaft Adlershof, die WITEGA, die zu diesem Zeitpunkt auch den Forschungscampus Berlin-Buch mitbetreute.
Gründungsaufgabe der WITEGA war deshalb, für arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Wissenschaftler und andere Mitarbeiter qualifizierte Beschäftigungsmaßnahmen zu entwickeln und durchzuführen, die in der Regel der Anpassungsqualifizierung und letztlich der Vermittlung dieser Beschäftigten in neue Anstellungen dienen sollten. Die Mitarbeiter dieser Projekte kamen vorwiegend aus den Einrichtungen der ehemaligen AdW, aber auch aus Universität und Wirtschaft. Direkten Nutzen zogen aus den Projekten vor allem kleine und mittlere Unternehmen des Standortes Adlershof und der Region Berlin-Brandenburg sowie die neu entstandenen Forschungseinrichtungen.
2. Wirken der WITEGA in Adlershof
Zur Durchführung der Projekte wurden die ersten beiden gemeinützigen WITEGA GmbHs gegründet: die WITEGA Forschung GmbH und die WITEGA Angewandte Werkstoff-Forschung GmbH. Gemeinnützig deshalb, weil mit der Projektträgerschaft im öffentlichen Interesse liegende Forschungs- und Beschäftigungsaufgaben wahrgenommen werden.
Zu diesen beiden GmbHs kam dann, aufgrund wachsender Nachfrage nach direkten Forschungsaufträgen und Spezialprodukten, die WITEGA Laboratorien GmbH Berlin-Adlershof hinzu. Darüber hinaus bietet die WITEGA erfolgreich Unternehmensdienstleistungen, sowie Service- und Schulungsleistungen.
Die Beziehung zu den anderen in Adlershof tätigen Instituten, Einrichtungen und Unternehmen war von Anfang an vom Geist enger Kooperation und dem Streben nach Synergie geprägt, etwas das den Standort ganz allgemein auszeichnet.
3. Früchte der Arbeit der WITEGA
Die WITEGA stand immer für eine hohe Qualität der Forschungsprojekte, dafür das diese nicht zu bequemen Ruhebänken verkamen sondern internationalem Standard genügten. Resultat ist die Anerkennung, die die WITEGA über die Grenzen der Region hinaus genießt, und die ihren Beitrag dazu geleistet hat, daß bis heute knapp 300 Mitarbeiter in neue Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden konnten, daß die drei Unternehmen der WITEGA-Gruppe heute selbst fast 200 Mitarbeiter beschäftigen und daß seit der Gründung der WITEGA sich 10 Firmen aus der WITEGA ausgründen konnten, die zusammen zur Zeit etwa 60 Mitarbeiter beschäftigen. Ausdruck der erfolgreichen Arbeit ist auch die Berufung von bisher 5 Projektleitern der WITEGA auf Lehrstühle der Fachhochschulen und Universitäten in den neuen Bundesländern.
Die unter dem Dach der WITEGA durchgeführten Forschungsarbeiten, insbesondere die durch GEWIPLAN und andere Förderprogramme unterstützen Forschungskooperationen mit kleinen und mittleren Unternehmen, haben mit zur Erneuerung und Stabilisierung der Innovationskraft in Berlin und den neuen Bundesländern beigetragen. Einen weiteren Beitrag haben die von der WITEGA durchgeführten Umschulungs- und Fortbildungsmaßnahmen geleistet.
Das nun hinzugekommene Projekt "Strukturelle Anpassung der Region Adlershof" ist mit 46 Beschäftigten das bisher größte Einzelprojekt das die WITEGA durchführt. Auch von diesem Projekt darf sich Berlin und die Region Berlin-Brandenburg positive beschäftigungspolitische Signale erhoffen. Durch die Auswahl der Forschungsziele der in diesem Projekt zusammenarbeitenden Gruppen und die begleitenden Qualifizierungsmaßnahmen wird nicht nur vorhandenes Potential erhalten, sondern dieses Potential wird für Unternehmen nutzbar gemacht. Das Projekt wird daher nicht die Arbeitslosigkeit dieser Mitarbeiter um ein paar Monate verschieben, sondern es wird durch Sekundäreffekte einen realen Nutzen erzeugen und die angestrebte enge Vernetzung und Nutzung der Synergien des Standortes Adlershof weiter verbessern.
4. Ausblick
Die WITEGA versteht sich als Katalysator dieser Entwicklung, weg von statistik-schönenden aber letztlich unwirksamen, beschäftigungspolitischen Strohfeuern hin zu Sekundäreffekte erzeugenden Maßnahmen mit nachhaltiger Wirkung auf Forschung und Innovationskraft.
Da sich Katalysatoren ja definitionsgemäß bei ihrer Arbeit nicht verbrauchen, wird die WITEGA-Gruppe auch weiterhin anspruchsvolle Auftragsforschung durchführen, innovative Projekte beherbergen und durch zuverlässige Dienstleistungen Institute wie Unternehmen des Standortes unterstützen.
( Pressemitteilung der WITEGA vom 23. Juni 1998 zur ESF-Eröffnungsveranstaltung )
Weitere Informationen:
Wissenschaftlich-technische Gesellschaft Adlershof e.V., Rudower Chaussee 5, Geb. 4.1, 12489 Berlin, Tel.: 030-6392-2001 (Dr. M. Günther, Vorstand), Fax: - 2007Beachten Sie auch diesen Bericht in WISTA-News:
ESF-Projekt "Strukturelle Anpassung der Region Berlin-Adlershof" bei der WITEGA e.V.Modellprojekt zur Schaffung hochqualifizierter Arbeitsplätze in Adlershof
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